Meldungen

Symphonieorchester und Chor des BR protestieren mit Simon Rattle gegen die Schließung des European Union Youth Orchestra (EUYO)

Als Zeichen des Protests gegen die drohende Schließung des European Union Youth Orchestra (EUYO) wollen Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunk bei einem Konzert unter der Leitung von Sir Simon Rattle am 24. Mai im Herkulessaal der Münchner Residenz die Europahymne spielen. Die Hymne...

Martha Argerich feiert ihren 75. Geburtstag mit Daniel Barenboim und einem Benefizkonzert in Berlin

Am Sonntag, dem 5. Juni gibt es Grund zu feiern: Martha Argerich, eine der bedeutendsten Künstlerinnen der klassischen Musikwelt, begeht ihren 75. Geburtstag! Dieses runde Jubiläum feiert sie mit einem Benefizkonzert zugunsten der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden – gemeinsam mit ihrem...

Waltraud Meier erhält Richard-Wagner-Preis der Stadt Leipzig 2016

Die Mezzosopranistin Waltraud Meier wird mit dem diesjährigen Richard-Wagner-Preis der Stadt Leipzig geehrt. "Wir sind glücklich, mit der Kammersängerin Waltraud Meier eine der international bedeutendsten Wagnerinterpretinnen auszeichnen zu können", so Thomas Krakow, Vorsitzender der...

Stefanie Carp und Christoph Marthaler übernehmen Leitung der Ruhrtriennale

Die Dramaturgin und Festival-Direktorin Stefanie Carp übernimmt ab 2018 für drei Jahre die Leitung des Theater- und Musikfestivals Ruhrtriennale. Gemeinsam mit dem derzeitigen Intendanten Johan Simons gab die Kulturministerin von NRW Christina Kampmann bekannt, dass Stefanie Carp diese Aufgabe mit...

Ehemaliger Rektor der Münchner Musikhochschule Siegfried Mauser wegen sexueller Nötigung verurteilt

Der ehemaliger Rektor der Münchner Musikhochschule Siegfried Mauser ist wegen sexueller Nötigung vom Münchner Amtsgericht zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung und 25.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Mauser eine...

Münchner Rundfunkorchester stellt Konzertsaison 2016 /2017 vor

Das Münchner Rundfunkorchester setzt auch in der Spielzeit 2016/2017 auf Vielseitigkeit und innovative Programme, auf die Zusammenarbeit mit renommierten Gastkünstlerinnen und -künstlern und intensiviert das Ausloten neuer medialer Möglichkeiten. In München stellte es heute das Programm der...

Repušić wird Chef des Münchner Rundfunkorchesters

Der kroatische Dirigent Ivan Repušić übernimmt 2017 die Leitung des Münchner Rundfunkorchesters. Er löst damit Ulf Schirmer ab, der das Orchester seit 2006 leitet. Daneben wird Repušić in der kommenden Saison Generalmusikdirektors an der Staatsoper Hannover. Ivan Repušićs war sechs Jahre lang...

Elbphilharmonie verlost 1000 Freikarten für Eröffnung

Am kommenden Montag, den 9. Mai 2016, beginnt die Verlosung von insgesamt 1.000 Freikarten für die beiden Eröffnungskonzerte der Elbphilharmonie Hamburg am 11. und 12. Januar 2017 mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter seinem Chefdirigenten Thomas Hengelbrock. Das Programm wird noch nicht...

Bamberger Symphoniker starten 5. Dirigentenwettbewerb

Vom 6. bis 13. Mai 2016 veranstalten die Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie zum 5. Mal ihren Dirigentenwettbewerb The Mahler Competition. Der Wettbewerb ist ab der Hauptrunde am 9. Mai öffentlich. Der Eintritt zu den öffentlichen Runden in der Konzerthalle Bamberg ist frei. Der...

Opernbus der Komischen Oper auf der "Gastarbeiterroute"

Vom 29. Mai bis zum 9. Juni 2016 fährt der Opern-Kleinbus der Komischen Oper Berlin von Berlin aus nach Istanbul und legt über die vier Stationen München, Wien, Belgrad und Sofia eine musikalische Spur entlang der sogenann­ten "Gastar­beiterroute". Dass Musiktheater keine abgehobene...

Claudio Abbado-Kompositionspreis der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker geht an Vito Žuraj

Preisträger des Claudio-Abbado-Kompositionspreises 2016 ist der 1979 geborene slowenische Komponist Vito Žuraj. Claudio Abbado, von 1989 bis 2002 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, hatte der Stiftung zur Förderung der Orchester-Akademie im Jahr 2002 das Vermögen seiner...

Musikforschung: Musikkritiker verstehen

Schön oder nicht schön – nach welchen Kriterien beurteilen Kritiker die Leistung eines Künstlers? Die Musikwissenschaftlerin Elena Alessandri nahm sich dieser Frage in ihrer Doktorarbeit an, die sie an der Hochschule Luzern erarbeitete und mit der sie einen PhD am Royal College of Music in London...

Konzerte und Sendungen zum 70-jährigen Bestehen des Chor des Bayerischen Rundfunks

Am 1. Mai 1946 trat der Chor von Radio München, dem Vorläufer des Bayerischen Rundfunks, erstmals vor die Mikrofone. Die aktuelle Spielzeit des BR-Chors steht ganz im Zeichen seines 70-jährigen Bestehens. Vor allem im April und Mai 2016 steht der Chor im Mittelpunkt zahlreicher...

Stellenstreichungen bei den BR-Orchestern?

Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge will der BR noch mehr Stellen abbauen als bisher geplant, um sein Millionendefizit auszugleichen. Dieses sei  vor allem aufgrund der gestiegenen Aufwendungen für Pensionsleistungen entstanden. Freie Stellen sollen nicht mehr besetzt werden, 150...

Jakub Hrůšas erste Saison als Chefdirigent der Bamberger Symphoniker

Die Konzertsaison 2016/2017 der Bamberger Symphoniker, die Intendant Marcus Rudolf Axt und der designierte Chefdirigent Jakub Hrůša heute vorstellten, steht unter dem Motto »Aufbrüche«: Mit dem neuen Chefdirigenten starten die Bamberger Symphoniker im September 2016 in eine neue Ära. Außerdem hat...

Aris Quartett gewinnt Joseph-Joachim-Kammermusik-Wettbewerb

Das Aris Quartett hat den ersten Preis beim 7. Internationalen Joseph Joachim Kammermusikwettbewerb gewonnen. Der Wettbewerb wird an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar durchgeführt und ist mit insgesamt 17.500 Euro dotiert, der erste Preis mit 10.000 Euro. Das Aris Quartett hat sich 2009...

Programm der ersten Spielzeit der Elbphilharmonie vorgestellt

Heute Vormittag wurde im Beisein des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg Olaf Scholz sowie des Intendanten des NDR Lutz Marmor im Parkhaus (!) der Elbphilharmonie das Programm der Konzertsaison 2016/17 vorgestellt. Die Präsentation des Programms übernahm Christoph...

Hannes Reich gewinnt Deutschen Chordirigentenpreis

Beim Finalkonzert mit dem RIAS Kammerchor vergab der Deutsche Musikrat am Samstag, 9. April, zum zweiten Mal die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung an einen jungen Dirigenten. Neben dem Preisgeld, gestiftet von der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) und der Vereinigung deutscher Opernchöre und...

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Musik als Spiegelbild der Träume

Unsuk Chin Foto: Wilfried Hösl

Interview mit der koreanischen Komponistin Unsuk Chin, deren Oper "Alice in Wonderland" am 30. Juni an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt wird

Frau Chin, Weshalb haben Sie "Alice in Wonderland" als Libretto für Ihre Oper gewählt?

Chin: "Als ich "Alice" zum ersten mal las war ich fasziniert und verblüfft, denn ich habe meine eigenen Träume in dem Buch wieder erkannt. Die meisten Menschen kennen "Alice im Wunderland" als ein Kinderbuch. Doch dieses Buch ist sehr universell. Es diente schon als Inspirationsquelle für Wissenschaftler, Mathematiker, Schriftsteller (zum Beispiel für Jorge Luis Borges). Es ist verblüffend, dass so viele Menschen, unabhängig von Alter, Bildung, Beruf oder Nationalität, von diesem Buch fasziniert sind. Aufgrund seiner Vielschichtigkeit kann das Buch sowohl Experten als auch Laien, Erwachsene oder Kinder fesseln. Das ist auch mein künstlerisches Ideal. Ich entdeckte Carrols Bücher in Südkorea erst im erwachsenen Alter bevor ich nach Europa ging. Ich habe viel darüber gelesen, vor allem in Büchern über Wissenschaften, und so wurde mein Interesse geweckt. Besonders bemerkenswert fand ich Douglas Hofstadters "Gödel, Escher, Bach: an Eternal Golden Braid: A metaphorical fugue on minds and machines in the spirit of Lewis Carroll", wo Alice eine wichtige Rolle spielt. Das Buch machte mich neugierig."

"Alice in Wonderland" ist Ihre erste Oper. Wie sind Sie an die Komposition herangegangen?

Chin: "Genauso wie ich auch an alle anderen Kompositionen rangehe. Jedes Genre hat seine eigene Aura. Wenn ich eine Oper komponiere, ist es anders, als wenn ich ein abstrakteres Stück für ein modernes Ensemble schreibe. Ich denke, in dieser Oper ist die Musik viel direkter und unmittelbarer als in meinen anderen Stücken. Ich würde sie aber nicht unbedingt als einfacher bezeichnen. Einen Vorgeschmack gibt es bereits in meinem Stück "Snags-Snarls" für Sopran und Orchester, das eine Art Skizze für die Oper darstellt."

Ein Komponist muss Fantasie und Vorstellungsvermögen besitzen. Fühlen Sie sich ein Bisschen wie Alice in ihrer imaginären Welt, wenn Sie komponieren?

Chin: "Meiner Meinung nach ist "Alice" nicht nur ein Produkt der Fantasie, es ist nicht nur ein Kindertraum! In erster Linie geht es um Unterschiede zwischen verschiedenen Kommunikationsarten und Wahrnehmungen und um die Paradoxe des menschlichen Verstandes. In "Alice" gibt es einen permanenten Konflikt zwischen verschiedenen Weltanschauungen. Lewis Carroll's Schreibstil und seine Paradoxe werden oft als "nonsense" bezeichnet. Meiner Meinung nach ist das die falsche Bezeichnung. Es ist kein "Nonsense", es ist eine traumähnliche Logik.
Um dieses zu unterstreichen haben mein Librettist und ich den Anfang und das Ende verändert, denn ich war damit nicht zufrieden. Der Anfang und das Ende sind sehr konventionell im Vergleich zum surrealen Rest der Geschichte. Vielleicht waren es Carrols Zugeständnisse an den gesellschaftliche Geschmack, denn sonst wäre das Buch vielleicht zu gewagt gewesen für die damalige Zeit. Ich wollte in meiner Oper die Traumwelt zur Realität machen. Also habe ich beschlossen, den Anfang und das Ende durch zwei Traumszenen zu ersetzen."

Ist "Alice in Wonderland" eine Oper für Kinder wie das Buch, oder hauptsächlich für Erwachsene oder für alle Generationen sein?

Chin: "Ich glaube, es ist eine Oper für alle. Sicherlich werden Menschen verschiedenen Alters, Nationalität oder Bildungsstandes sie auf unterschiedliche Weise hören und andere Dinge darin entdecken. but that is enriching. Es wäre furchtbar, wenn es nur einen einzigen Weg gäbe meine Musik zu erleben."

Wie würden Sie "Alice in Wonderland" musikalisch charakterisieren?

Chin: "Ich spiele mit musikalischen Bedeutungen durch Bezüge auf verschiedene Stile, und dieser parodistische Stil stellt die unterschiedlichen Charaktere der Oper heraus.
Die Entscheidungen über die Singstimmen treffe ich instinktiv, es ist schwer diesen Prozess zu analysieren. Schon beim Lesen des Textes hatte ich lebhafte Bilder in meiner Vorstellung, wie ich die Charaktere darstellen soll. Dabei hat es sich ergeben, dass es eine Figur gibt - Caterpillar - der kein Gesangsrolle bekommt, er wird nur instrumental charakterisiert. Generell war die Stimmung, nach der ich gesucht habe, schwarzer Humor."

Was hat es für Sie bedeutet, zum ersten Mal eine Oper zu komponieren?

Chin: "Es ist großartig! Vor allem bin ich froh, Alice als Thema gewählt zu haben."

Wie kam es dazu, dass die Bayerische Staatsoper sie beauftragt hat, eine Oper zu komponieren? Und wer entschied über das Thema?

Chin: "Maestro Nagano bat mich, eine Oper zu komponieren. Ich schlug das Thema vor, und er war einverstanden. Es ist toll mit so einem großartigen Ensemble wie hier an der Bayerischen Staatsoper, mit Kent Nagano, mit dem Librettisten David Henry Hwang und dem Regisseur Achim Freyer zusammenzuarbeiten."

Ist Oper heute immer noch eine aktuelle Sprache? Hat Oper dem modernen Publikum etwas zu sagen?

Chin: "Ich denke schon, aber es hängt auch von der Art der Oper ab. Es gibt einige sehr vernachlässigte Werke, zum Beispiel die Opern des frühen 20. Jahrhunderts: Schostakowitschs "Die Nase" oder Prokofiew "Der feurige Engel" - großartige Opern, die nicht allzu oft auf den Programmen stehen. Ich bin mir sicher, das moderne Publikum wäre fasziniert von diesen Werken, sie sollten viel öfter gespielt werden."

Sie sind in Korea geboren. Heute leben Sie in Europa. Was in ihrer Musik kommt aus ihrer Heimat und was wurde von der europäischen Kultur beeinflusst?

Chin: "Die Festlegung meines Verhältnisses zu Korea oder zu Berlin oder zu anderen Ländern beschäftigt mich nicht so sehr. Südkorea ist ein Land wie jedes Andere. Es hat viele politische Probleme aufgrund seiner politischen und kulturellen Geschichte. Als Komponistin bin ich fasziniert von den unterschiedlichen Kulturen und Epochen in der Musik, und wir leben schließlich in einer globalisierten Welt.
Wenn Sie auf meine Beziehung zu der traditionellen koreanischen Musik anspielen: die Musik, die ich als Kind am meisten mochte war europäische Musik, wie zum Beispiel Beethoven, Brahms, sogar Tschaikowsky oder Strawinsky. Zeitgenössische Musik lernte ich erst später kennen. Aber ich habe auch koreanische Musik gehört. Heute fasziniert mich neben der koreanischen auch Musik aus den nichteuropäischen Kulturkreisen."

Wie würden Sie Ihre Musik selbst charakterisieren?

Chin: "Ich habe sie einmal so beschrieben: "Meine Musik ist das Spiegelbild meiner Träume. Ich versuche in der Musik den Eindruck strahlenden Lichts und die Leuchtkraft der Farben aus meinen Träumen einzuflechten, ein Spiel des Lichts und der Farben, das den Raum erfüllt und eine akustische Form annimmt."

Wo sehen Sie die zeitgenössische Musik heute? Welche Richtung sehen Sie als die bestimmende? Welche Rolle spielt die elektronische Musik für Sie?

Chin: "Ich glaube nicht, dass es einen Weg zurück zu Neoromantik, Neoklassizismus oder zu anderen Neoismen gibt. Andererseits glaube ich auch nicht an das Konzept der Avantgarde. So viele Dinge, von denen wir glauben, wir hätten sie erfunden, existieren bereits - in der frühen europäischen wie in der nichteuropäischen Musik. Auch wenn einem im Nachhinein auffällt, dass es etwas Neuerfundenes bereits gegeben hat, sollte man dennoch erfinderisch bleiben. Es geht meiner Meinung nach darum, originelle und fantasievolle Musik zu schreiben.
Als selbstständiger Komponist ist es nicht immer einfach, für die grundlegenden Dinge des Lebens wie Miete, Wasser, Zigaretten zu sorgen. Ich habe mich aber dafür entschieden, ich wollte immer mein eigenes Leben führen.
Was die Hauptrichtungen in der Musik angeht: Ich glaube nicht, dass Klassifizierungen sinnvoll sind. Barocke Komponisten sahen sich nicht als solche, Chopin hätte sich im Grabe umgedreht, wenn man ihn als Romantiker bezeichnet hätte, Debussy ärgerte sich über den Stempel Impressionist usw. Wenn wir also zeitgenössische Musik hören, bringt es nichts in Schubladen zu denken - modern, postmodern, traditionell etc. - es sind alles Verallgemeinerungen.
Um Ihre Frage zur elektrischen Musik zu beantworten: Ich habe viel auf diesem Gebiet gearbeitet, sowohl mit Samples als auch mit Live-Elekronik, auch kombiniert mit echten Instrumenten. Es ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit, denn als Komponist kann man viel dabei lernen, auch wenn man sich später für Musik mit echten Musikern entscheidet, so wie es Ligeti und Messiaen getan haben."

Wie war es bei Geörgy Ligeti zu studieren? Was haben Sie von ihm gelernt?

Chin: "Eine schwierige Zeit. Ich war erst 24, es war ein Kulturschock für mich. Ich kam aus Südkorea, ein damals unfreies und armes Land, in dem jeder zu kämpfen hatte. Ligeti sagte zu mir, alle meine Kompositionen wären unoriginell und ich sollte sie lieber wegwerfen. Dabei hatte ich damit schon internationale Preise gewonnen. Es war eine sehr schwere Zeit für mich und für drei Jahre hatte ich gänzlich aufgehört zu komponieren. Nichtsdestotrotz habe ich sehr viel von seiner Musik gelernt. Für mich ist er einer der wichtigsten Komponisten."

Was sind Ihre Wünsche, Ziele. Haben Sie einen Traum? Etwas das Sie sehr gerne mal machen würden, bis jetzt aber noch nicht verwirklichen konnten?

Chin: "Mit jedem Werk versuche ich mich immer etwas weniger zu irren, das ist also mein Traum: mich immer weniger irren.
Auf einer globaleren Ebene hoffe ich, dass Leute mehr über die zeitgenössische Musik wissen. Ich habe versucht, während meiner Zeit als "composer-in-residence" beim Seoul Philharmonic Orchestra etwas in dieser Richtung zu unternehmen. Maestro Myung-Whung Chung hat mich zu dieser Position eingeladen. Es war eine stressige aber interessante Zeit. Ich habe eine thematisch ausgerichtete zeitgenössische Musikserie geleitet, wie z. B. "Beethoven in der zeitgenössischen Musik", "Ligeti Memorialkonzerte", "Alt-Neu". Die meisten Stücke, egal ob von Strawinsky, Webern, Ligeti oder von lebenden Komponisten, wurden in Korea oder sogar in ganz Asien zum ersten Mal aufgeführt. Ebenfalls in dieser Position habe ich Bildungskonzerte für Kinder organisiert, ich hielt Vorträge und gab Meisterkurse. Es war nicht immer leicht, aber war großartig zu sehen, wie immer mehr Zuhörer, die nichts über die zeitgenössische Musik wussten, immer stärker von dieser Musik fasziniert waren."

Franco Soda