Meldungen

427.000 Euro durch Benefizkonzert mit Lang Lang für Bamberger Klosterkirche St. Michael

Das Benefizkonzert zugunsten der Stiftung Weltkulturerbe Stadt Bamberg für die Renovierung der Klosterkirche St. Michael mit Lang Lang, Jonathan Nott und den Bamberger Symphonikern Ende März in der ausverkauften Brose Arena in Bamberg war ein voller Erfolg. Durch den Ticketverkauf und die großzügig...

Siemens Musikstiftung ließ Partituren von Luigi Nono digitalisieren

Über 1,5 Terabyte mit digitalisierten Originalpartituren, Notizen und Skizzen aus der Hand Luigi Nonos hat ein Projekt der Ernst von Siemens Musikstiftung erstellt, das jetzt kurz vor dem erfolgreichen Abschluss steht. Die Daten werden an die Paul Sacher Stiftung übergeben, das digitale Archiv soll...

15. UniCredit Festspiel-Nacht

Sängerinnen und Sänger der Bayerischen Staatsoper mitten in der Stadt – das bietet die UniCredit Festspiel-Nacht am Freitag, 24. Juni, ab 20 Uhr. Zum bereits 15. Mal präsentieren zum Auftakt der Münchner Opernfestspiele Künstler auf mehreren Bühnen und an verschiedenen Spielstätten Höhepunkte aus...

Interpretationen im Vergleich: "L'Orfeo" von Monteverdi

Die Sendung "Interpretationen im Vergleich" auf BR-Klassik widmet sich am 21. Juni, 20.03 Uhr, Claudio Monteverdis Oper "Orfeo".
Im Jahr 1607 komponierte Monteverdi seinen "Orfeo", der bis heute vielen als das erste vollgültige Beispiel der Gattung gilt. Der...

Gewinner des Robert-Schumann-Wettbewerbs stehen fest

Die Preisträger des 17. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbs für Klavier und Gesang stehen fest: Mit Goldmedaillen ausgezeichnet werden die 30-jährige Mezzosopranistin Henriette Gödde (Deutschland) und der 27-jährige Bariton André Baleiro (Portugal). In der Kategorie Klavier wurde kein...

Großzügiger Mäzen für Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen

Mit einer großen, dankbar und freudig aufgenommenen Überraschung wartete der Unternehmer und Mäzen Peter E. Eckes zur Halbzeit des derzeit stattfindenden Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen auf: Für das Festival 2017, das die Intendanz von Ks. Brigitte Fassbaender beenden wird,...

Alessandro De Marchi verlängert bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

Wie Land Tirol und Stadt Innsbruck heute Dienstag bekanntgegeben haben, wird der Vertrag von Alessandro De Marchi als Intendant der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik für weitere vier Jahre bis 2021 verlängert. „Das erneute Vertrauen ehrt mich und erfüllt mich mit großer Freude. Mit der...

Richard-Strauss-Festival eröffnet

Mit einem Festakt und der Verleihung der "Strauss-Plakette" an die Sopranistin Edita Gruberova wurde gestern, Samstag, 11. Juni, das Richard-Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen, dem langjährigen Wohnsitz des Komponisten, eröffnet. Bayern Kunstminister Ludwig Spaenle würdigte das...

Erstes Bartók for Europe Festival in München

Das neu gegründete Festival „Bartók for Europe“, das durch eine Initiative des Symphonieorchesters Concerto Budapest in Zusammenarbeit mit dem London Philharmonic Orchestra entstanden ist, wird Ende September 2016 mit seiner ersten Ausgabe in München stattfinden. In den Jahren 2017 und 2018 sollen...

Finalisten des Internationalen MUT-Autorenwettbewerbs des Münchner Gärtnerplatztheaters

Nachdem 2015 Künstlerinnen und Künstler die Chance bekommen haben, ihr Talent in Gesang und Darstellung zu zeigen, waren 2016 Komponisten, Liedtexter und Buchautoren jedweder Nationalität mit der Affinität zum musikalischen Unterhaltungstheater aufgerufen, beim MUT-Wettbewerb des Münchner...

Usedomer Musikfestival feiert Schwedens Kultur

Das Usedomer Musikfestival - kulturelles Highlight der Insel Usedom - bringt vom 24.9. bis 14.10. Schweden ganz nah an die südliche Ostseeküste: Die traditionsreiche Veranstaltungsreihe feiert für drei Wochen in Schlössern, Kirchen, Hotels und Mecklenburg-Vorpommerns größtem Industriedenkmal in...

Hauptsponsorin kehrt Bayerischem Staatsballett aus Protest gegen den neuen Ballettchef den Rücken

Weil sie den neuen Leiter des Bayerischen Staatsballetts Igor Zelensky ablehnt, streicht die langjährige Sponsorin Irène Lejeune dem Ensemble künftig ihre Zuwendungen, die bislang immerhin 1,3 Millionen Euro betragen. Zelensky habe sich Lejeune gegenüber negativ über die Compagnie geäußert,...

Yannik Nézet-Séguin wird neuer Musikdirektor der Met

Der 41-jährige kanadische Dirigent Yannik Nézet-Séguin wird ab 2020 neuer Musikdirektor der New Yorker Metropolitain Opera. Ein früherer Antritt sei zwar gewünscht, aber aufgrund der zahlreichen bereits bestehenden Verpflichtungen des Dirigenten nicht möglich gewesen. Nézet-Séguin tritt die...

24-Stunden-Webradio mit französischer Romantik gestartet

Das Programm des Bru Zane Classical Radio umfasst ein Angebot von etwa 2.000 Titeln, die in der Regel in voller Länge gesendet werden. Neben berühmten Meisterwerken wird bewusst ein Fokus auf die Wiederentdeckung unbekannterer Komponisten gelegt. Jeden Sonntagabend steht ab 21 Uhr eine selten...

Ruhrtriennale sucht 80 StatistInnen für Filmdreh

Für die Ruhrtriennale-Produktion „Die Fremden“, die am 02.09.16 in der Kohlenmischhalle der Zeche Auguste Victoria in Marl Weltpremiere feiert, kreiert der niederländische Filmkünstler Aernout Mik ein filmisches Szenenbild. Hierfür sucht die Ruhrtriennale 80 StatistInnen aus dem gesamten...

Große Abwanderung beim Bayerischen Staatsballett

Nach dem Ende der Spielzeit 2015/2016 wird Ivan Liška nach 18 Jahren sein Amt als Direktor des Bayerischen Staatsballetts an Igor Zelensky übergeben. Mit Liška werden sich einige bekannte Gesichter von der Bühne des Nationaltheaters und vom Münchner Publikum verabschieden. Veränderungen wird es...

Symphonieorchester und Chor des BR protestieren mit Simon Rattle gegen die Schließung des European Union Youth Orchestra (EUYO)

Als Zeichen des Protests gegen die drohende Schließung des European Union Youth Orchestra (EUYO) wollen Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunk bei einem Konzert unter der Leitung von Sir Simon Rattle am 24. Mai im Herkulessaal der Münchner Residenz die Europahymne spielen. Die Hymne...

Martha Argerich feiert ihren 75. Geburtstag mit Daniel Barenboim und einem Benefizkonzert in Berlin

Am Sonntag, dem 5. Juni gibt es Grund zu feiern: Martha Argerich, eine der bedeutendsten Künstlerinnen der klassischen Musikwelt, begeht ihren 75. Geburtstag! Dieses runde Jubiläum feiert sie mit einem Benefizkonzert zugunsten der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden – gemeinsam mit ihrem...

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Musik als Spiegelbild der Träume

Unsuk Chin Foto: Wilfried Hösl

Interview mit der koreanischen Komponistin Unsuk Chin, deren Oper "Alice in Wonderland" am 30. Juni an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt wird

Frau Chin, Weshalb haben Sie "Alice in Wonderland" als Libretto für Ihre Oper gewählt?

Chin: "Als ich "Alice" zum ersten mal las war ich fasziniert und verblüfft, denn ich habe meine eigenen Träume in dem Buch wieder erkannt. Die meisten Menschen kennen "Alice im Wunderland" als ein Kinderbuch. Doch dieses Buch ist sehr universell. Es diente schon als Inspirationsquelle für Wissenschaftler, Mathematiker, Schriftsteller (zum Beispiel für Jorge Luis Borges). Es ist verblüffend, dass so viele Menschen, unabhängig von Alter, Bildung, Beruf oder Nationalität, von diesem Buch fasziniert sind. Aufgrund seiner Vielschichtigkeit kann das Buch sowohl Experten als auch Laien, Erwachsene oder Kinder fesseln. Das ist auch mein künstlerisches Ideal. Ich entdeckte Carrols Bücher in Südkorea erst im erwachsenen Alter bevor ich nach Europa ging. Ich habe viel darüber gelesen, vor allem in Büchern über Wissenschaften, und so wurde mein Interesse geweckt. Besonders bemerkenswert fand ich Douglas Hofstadters "Gödel, Escher, Bach: an Eternal Golden Braid: A metaphorical fugue on minds and machines in the spirit of Lewis Carroll", wo Alice eine wichtige Rolle spielt. Das Buch machte mich neugierig."

"Alice in Wonderland" ist Ihre erste Oper. Wie sind Sie an die Komposition herangegangen?

Chin: "Genauso wie ich auch an alle anderen Kompositionen rangehe. Jedes Genre hat seine eigene Aura. Wenn ich eine Oper komponiere, ist es anders, als wenn ich ein abstrakteres Stück für ein modernes Ensemble schreibe. Ich denke, in dieser Oper ist die Musik viel direkter und unmittelbarer als in meinen anderen Stücken. Ich würde sie aber nicht unbedingt als einfacher bezeichnen. Einen Vorgeschmack gibt es bereits in meinem Stück "Snags-Snarls" für Sopran und Orchester, das eine Art Skizze für die Oper darstellt."

Ein Komponist muss Fantasie und Vorstellungsvermögen besitzen. Fühlen Sie sich ein Bisschen wie Alice in ihrer imaginären Welt, wenn Sie komponieren?

Chin: "Meiner Meinung nach ist "Alice" nicht nur ein Produkt der Fantasie, es ist nicht nur ein Kindertraum! In erster Linie geht es um Unterschiede zwischen verschiedenen Kommunikationsarten und Wahrnehmungen und um die Paradoxe des menschlichen Verstandes. In "Alice" gibt es einen permanenten Konflikt zwischen verschiedenen Weltanschauungen. Lewis Carroll's Schreibstil und seine Paradoxe werden oft als "nonsense" bezeichnet. Meiner Meinung nach ist das die falsche Bezeichnung. Es ist kein "Nonsense", es ist eine traumähnliche Logik.
Um dieses zu unterstreichen haben mein Librettist und ich den Anfang und das Ende verändert, denn ich war damit nicht zufrieden. Der Anfang und das Ende sind sehr konventionell im Vergleich zum surrealen Rest der Geschichte. Vielleicht waren es Carrols Zugeständnisse an den gesellschaftliche Geschmack, denn sonst wäre das Buch vielleicht zu gewagt gewesen für die damalige Zeit. Ich wollte in meiner Oper die Traumwelt zur Realität machen. Also habe ich beschlossen, den Anfang und das Ende durch zwei Traumszenen zu ersetzen."

Ist "Alice in Wonderland" eine Oper für Kinder wie das Buch, oder hauptsächlich für Erwachsene oder für alle Generationen sein?

Chin: "Ich glaube, es ist eine Oper für alle. Sicherlich werden Menschen verschiedenen Alters, Nationalität oder Bildungsstandes sie auf unterschiedliche Weise hören und andere Dinge darin entdecken. but that is enriching. Es wäre furchtbar, wenn es nur einen einzigen Weg gäbe meine Musik zu erleben."

Wie würden Sie "Alice in Wonderland" musikalisch charakterisieren?

Chin: "Ich spiele mit musikalischen Bedeutungen durch Bezüge auf verschiedene Stile, und dieser parodistische Stil stellt die unterschiedlichen Charaktere der Oper heraus.
Die Entscheidungen über die Singstimmen treffe ich instinktiv, es ist schwer diesen Prozess zu analysieren. Schon beim Lesen des Textes hatte ich lebhafte Bilder in meiner Vorstellung, wie ich die Charaktere darstellen soll. Dabei hat es sich ergeben, dass es eine Figur gibt - Caterpillar - der kein Gesangsrolle bekommt, er wird nur instrumental charakterisiert. Generell war die Stimmung, nach der ich gesucht habe, schwarzer Humor."

Was hat es für Sie bedeutet, zum ersten Mal eine Oper zu komponieren?

Chin: "Es ist großartig! Vor allem bin ich froh, Alice als Thema gewählt zu haben."

Wie kam es dazu, dass die Bayerische Staatsoper sie beauftragt hat, eine Oper zu komponieren? Und wer entschied über das Thema?

Chin: "Maestro Nagano bat mich, eine Oper zu komponieren. Ich schlug das Thema vor, und er war einverstanden. Es ist toll mit so einem großartigen Ensemble wie hier an der Bayerischen Staatsoper, mit Kent Nagano, mit dem Librettisten David Henry Hwang und dem Regisseur Achim Freyer zusammenzuarbeiten."

Ist Oper heute immer noch eine aktuelle Sprache? Hat Oper dem modernen Publikum etwas zu sagen?

Chin: "Ich denke schon, aber es hängt auch von der Art der Oper ab. Es gibt einige sehr vernachlässigte Werke, zum Beispiel die Opern des frühen 20. Jahrhunderts: Schostakowitschs "Die Nase" oder Prokofiew "Der feurige Engel" - großartige Opern, die nicht allzu oft auf den Programmen stehen. Ich bin mir sicher, das moderne Publikum wäre fasziniert von diesen Werken, sie sollten viel öfter gespielt werden."

Sie sind in Korea geboren. Heute leben Sie in Europa. Was in ihrer Musik kommt aus ihrer Heimat und was wurde von der europäischen Kultur beeinflusst?

Chin: "Die Festlegung meines Verhältnisses zu Korea oder zu Berlin oder zu anderen Ländern beschäftigt mich nicht so sehr. Südkorea ist ein Land wie jedes Andere. Es hat viele politische Probleme aufgrund seiner politischen und kulturellen Geschichte. Als Komponistin bin ich fasziniert von den unterschiedlichen Kulturen und Epochen in der Musik, und wir leben schließlich in einer globalisierten Welt.
Wenn Sie auf meine Beziehung zu der traditionellen koreanischen Musik anspielen: die Musik, die ich als Kind am meisten mochte war europäische Musik, wie zum Beispiel Beethoven, Brahms, sogar Tschaikowsky oder Strawinsky. Zeitgenössische Musik lernte ich erst später kennen. Aber ich habe auch koreanische Musik gehört. Heute fasziniert mich neben der koreanischen auch Musik aus den nichteuropäischen Kulturkreisen."

Wie würden Sie Ihre Musik selbst charakterisieren?

Chin: "Ich habe sie einmal so beschrieben: "Meine Musik ist das Spiegelbild meiner Träume. Ich versuche in der Musik den Eindruck strahlenden Lichts und die Leuchtkraft der Farben aus meinen Träumen einzuflechten, ein Spiel des Lichts und der Farben, das den Raum erfüllt und eine akustische Form annimmt."

Wo sehen Sie die zeitgenössische Musik heute? Welche Richtung sehen Sie als die bestimmende? Welche Rolle spielt die elektronische Musik für Sie?

Chin: "Ich glaube nicht, dass es einen Weg zurück zu Neoromantik, Neoklassizismus oder zu anderen Neoismen gibt. Andererseits glaube ich auch nicht an das Konzept der Avantgarde. So viele Dinge, von denen wir glauben, wir hätten sie erfunden, existieren bereits - in der frühen europäischen wie in der nichteuropäischen Musik. Auch wenn einem im Nachhinein auffällt, dass es etwas Neuerfundenes bereits gegeben hat, sollte man dennoch erfinderisch bleiben. Es geht meiner Meinung nach darum, originelle und fantasievolle Musik zu schreiben.
Als selbstständiger Komponist ist es nicht immer einfach, für die grundlegenden Dinge des Lebens wie Miete, Wasser, Zigaretten zu sorgen. Ich habe mich aber dafür entschieden, ich wollte immer mein eigenes Leben führen.
Was die Hauptrichtungen in der Musik angeht: Ich glaube nicht, dass Klassifizierungen sinnvoll sind. Barocke Komponisten sahen sich nicht als solche, Chopin hätte sich im Grabe umgedreht, wenn man ihn als Romantiker bezeichnet hätte, Debussy ärgerte sich über den Stempel Impressionist usw. Wenn wir also zeitgenössische Musik hören, bringt es nichts in Schubladen zu denken - modern, postmodern, traditionell etc. - es sind alles Verallgemeinerungen.
Um Ihre Frage zur elektrischen Musik zu beantworten: Ich habe viel auf diesem Gebiet gearbeitet, sowohl mit Samples als auch mit Live-Elekronik, auch kombiniert mit echten Instrumenten. Es ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit, denn als Komponist kann man viel dabei lernen, auch wenn man sich später für Musik mit echten Musikern entscheidet, so wie es Ligeti und Messiaen getan haben."

Wie war es bei Geörgy Ligeti zu studieren? Was haben Sie von ihm gelernt?

Chin: "Eine schwierige Zeit. Ich war erst 24, es war ein Kulturschock für mich. Ich kam aus Südkorea, ein damals unfreies und armes Land, in dem jeder zu kämpfen hatte. Ligeti sagte zu mir, alle meine Kompositionen wären unoriginell und ich sollte sie lieber wegwerfen. Dabei hatte ich damit schon internationale Preise gewonnen. Es war eine sehr schwere Zeit für mich und für drei Jahre hatte ich gänzlich aufgehört zu komponieren. Nichtsdestotrotz habe ich sehr viel von seiner Musik gelernt. Für mich ist er einer der wichtigsten Komponisten."

Was sind Ihre Wünsche, Ziele. Haben Sie einen Traum? Etwas das Sie sehr gerne mal machen würden, bis jetzt aber noch nicht verwirklichen konnten?

Chin: "Mit jedem Werk versuche ich mich immer etwas weniger zu irren, das ist also mein Traum: mich immer weniger irren.
Auf einer globaleren Ebene hoffe ich, dass Leute mehr über die zeitgenössische Musik wissen. Ich habe versucht, während meiner Zeit als "composer-in-residence" beim Seoul Philharmonic Orchestra etwas in dieser Richtung zu unternehmen. Maestro Myung-Whung Chung hat mich zu dieser Position eingeladen. Es war eine stressige aber interessante Zeit. Ich habe eine thematisch ausgerichtete zeitgenössische Musikserie geleitet, wie z. B. "Beethoven in der zeitgenössischen Musik", "Ligeti Memorialkonzerte", "Alt-Neu". Die meisten Stücke, egal ob von Strawinsky, Webern, Ligeti oder von lebenden Komponisten, wurden in Korea oder sogar in ganz Asien zum ersten Mal aufgeführt. Ebenfalls in dieser Position habe ich Bildungskonzerte für Kinder organisiert, ich hielt Vorträge und gab Meisterkurse. Es war nicht immer leicht, aber war großartig zu sehen, wie immer mehr Zuhörer, die nichts über die zeitgenössische Musik wussten, immer stärker von dieser Musik fasziniert waren."

Franco Soda