Meldungen

Internationaler Musikwettbewerb der ARD beginnt heute

Zum 65. Mal treffen sich vom 29. August bis zum 16. September 2016 Nachwuchskünstler aus allen Teilen der Welt in München zum Internationalen Musikwettbewerb der ARD. In diesem Jahr wird er in den Fächern Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett ausgetragen. Alle Durchgänge sind öffentlich...

Australischer Bariton gewinnt Cesti-Gesangswettbewerb in Innsbruck

Morgan Pearse aus Sydney gewann vor der Grazerin Sophie Rennert den 7. Cesti-Gesangswettbewerb in Innsbruck. Den dritten Platz holte sich der Amerikaner Eric Jurenas. Die Jury des 7. Internationalen Gesangswettbewerbs für Barockoper Pietro Antonio Cesti kürte den 28-jährigen australischen Bariton...

Salzburger Festspiele als Wirtschaftsfaktor: 183 Mill. € Wertschöpfung und 2.800 Arbeitsplätze

Die Salzburger Festspiele schaffen direkt und indirekt eine Wertschöpfung in Salzburg von 183 Mill. € und in Österreich von 215 Mill. €. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Wirtschaftskammer Salzburg. Die Festspiele sichern damit in Salzburg eine Beschäftigung (inklusive der...

Salzburger Festspiele 2017: Aida mit Muti und Netrebko

Offiziell ist noch nichts, aber es kursieren bereits etliche Informationen über das Programm der Salzburger Festspiele 2017, die ersten Festspiele unter der Leitung des neuen Intendanten Markus Hinterhäuser. Demnach wird Riccardo Muti Verdis "Aida" dirigieren mit Anna Netrebko in der...

Lionel Bringuier tritt nach nur vier Jahren als Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters ab

Das war dann doch eine Überraschung. Der 29-jährige französische Dirigent Lionel Bringuier wird seinen bis zum Sommer 2018 laufenden Vertrag als Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich nicht verlängern. Das teilte das Orchester mit. Man habe sich einvernehmlich darauf verständigt, den Vertrag...

Peter Baumgardt verlässt Europäische Wochen Passau

Der Intendant der Europäische Wochen Passau, Peter Baumgardt, wird das Festival verlassen. Darauf hätten sich Baumgart und der Vorstand des Festivals geeinigt, heißt es in Pressemeldungen. Über die Modalitäten werde derzeit noch verhandelt. Über die Hintergründe des Rückzugs des seit 2012...

Vesselina Kasarova wird Opfer eines Handtaschenraubs in Innsbruck und sagt Oper ab

Mit Bedauern hat Vesselina Kasarova kurzfristig ihre Auftritte in der Produktion der Chimarosa-Oper „Il matrimonio segreto" bei den Innsbrucker Festwochen abgesagt. Die Mezzosopranistin war für die Rolle der Fidalma besetzt. Grund für die Absage ist eine Verletzung, die sich die Sängerin...

Traviata knapp vor der Zauberflöte in der Aufführungsstatistik 2014/15

Eine neue Struktur innerhalb der Werkstatistik führt dazu, dass der Dauerbrenner "Die Zauberflöte" von Wolfgang-Amadeus Mozart seine Spitzenpositionen als meistaufgeführte Oper in der Saison 2014/2015 zum ersten Mal abgeben muss. Der Grund dafür ist, dass...

Kündigung von Serge Dorny war nicht rechtens

Die Kündigung des designierten Intendanten der Dresdner Semperoper, Serge Dorny im Jahr 2014, ist ungültig. Das hat das Oberlandesgericht Dresden jetzt in zweiter Instanz entschieden. 2013 war der Dorny, der die Oper Lyon leitet, zum Intendanten der Semperoper bestimmt worden. Doch noch vor seinen...

Bayerische Staatsoper verschiebt "Oper für alle" wegen Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufs

Die Bayerische Staatsoper sagt die Veranstaltung "Oper für alle" am kommenden Sonntag, 31. Juli 2016, aufgrund des parallel stattfindenden Gedenkgottesdienstes und des Trauerakts für die Opfer des Münchner Amoklaufs vorläufig ab. "Die Staatsoper und alle ihre Mitarbeiter, Sänger und...

Gewinner des Internationalen Mut-Autorenwettbewerbs 2016 stehen fest

Am Samstag, den 23. Juni, präsentierte das Münchner Gärtnerplatztheater im Akademietheater das Finale »Frei zur Uraufführung!« des Internationalen Mut-Autorenwettbewerbs für musikalisches Unterhaltungstheater. Mit insgesamt 40 eingereichten Stückkonzepten hatten sich Komponisten, Liedtexter und...

65. Internationaler Musikwettbewerb der ARD in den Fächern Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett

Vom 29. August bis zum 16. September 2016 treffen sich Nachwuchsmusiker aus allen Teilen der Welt in München zum 65. Internationalen Musikwettbewerb der ARD. In diesem Jahr wird der Wettbewerb in den Fächern Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett ausgetragen. Insgesamt gab es 345 Bewerbungen...

Polizei äußert bei einigen Beschäftigten der Bayreuther Festspiele Sicherheitsbedenken

Bei der Überprüfung des Personals der Bayreuther Festspiele hat die Polizei bei einigen Mitarbeitern Sicherheitsbedenken angemeldet. Die etwa 35 Personen sollen nicht mehr in sicherheitsrelevanten Bereichen, also im Festspielhaus eingesetzt werden, heißt es. Die polizeilichen Bedenken beziehen sich...

Der Preis ist nicht heiß: fragwürdiger Echo-Klassik 2016 vergeben

Anna Netrebko, Philippe Jaroussky, Sol Gabetta, Pinchas Zukerman, Holger Falk, Asya Fateyeva, Grigory Sokolov, Christiane Karg und Andrea Bocelli – sie alle und noch viele viele Musikerinnen und Musiker mehr, 48 um genau zu sein, gehören zu den Preisträgern des Echo-Klassik 2016; frei nach dem...

BR-Klassik-Festspielzeit bietet Festival-Highlights des Jahres 2016

An rund 70 Abenden vom 26. Juni bis 10. September bietet BR-Klassik die großen musikalischen Ereignisse dieses Sommers in Mitschnitten und Liveübertragungen. Den Auftakt machte die Eröffnung der Münchner Opernfestspiele am 26.6. mit der Neuinszenierung von Jacques Fromental Halévys Oper „La Juive“....

Münchner Philharmoniker starten eigenes Label

Am 30. September 2016 veröffentlichen die Münchner Philharmoniker und ihr Chefdirigent Valery Gergiev die ersten beiden Live-Konzertaufzeichnugen des orchestereigenen Labels MPHIL: Mahlers Symphonie Nr. 2 (Antrittskonzert) und Bruckners Symphonie Nr. 4. Die Aufnahmen erscheinen ein Jahr nach...

Bayreuther Parsifal-Premiere live auf BR-Klassik und am 30. Juli in 3sat

Die Richard-Wagner-Festspiele auf dem Grünen Hügel von Bayreuth werden in diesem Jahr mit der Premiere der „Parsifal"-Neuproduktion eröffnet. BR-Klassik überträgt am Montag, 25. Juli, ab 15.57 Uhr live aus dem Bayreuther Festspielhaus im Hörfunk und im Videostream auf br-klassik.de/concert. Am...

Facebook erhält Verschlossene Auster

Das amerikanische soziale Netzwerk Facebook erhält in diesem Jahr die "Verschlossene Auster", den traditionellen Preis für den Informationsblockierer des Jahres, den die Journalistenorganisation Netzwerk Recherche vergibt. Sie kritisiert damit den intransparenten Umgang von Facebook mit...

zum Archiv ->

Musik als Spiegelbild der Träume

Unsuk Chin Foto: Wilfried Hösl

Interview mit der koreanischen Komponistin Unsuk Chin, deren Oper "Alice in Wonderland" am 30. Juni an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt wird

Frau Chin, Weshalb haben Sie "Alice in Wonderland" als Libretto für Ihre Oper gewählt?

Chin: "Als ich "Alice" zum ersten mal las war ich fasziniert und verblüfft, denn ich habe meine eigenen Träume in dem Buch wieder erkannt. Die meisten Menschen kennen "Alice im Wunderland" als ein Kinderbuch. Doch dieses Buch ist sehr universell. Es diente schon als Inspirationsquelle für Wissenschaftler, Mathematiker, Schriftsteller (zum Beispiel für Jorge Luis Borges). Es ist verblüffend, dass so viele Menschen, unabhängig von Alter, Bildung, Beruf oder Nationalität, von diesem Buch fasziniert sind. Aufgrund seiner Vielschichtigkeit kann das Buch sowohl Experten als auch Laien, Erwachsene oder Kinder fesseln. Das ist auch mein künstlerisches Ideal. Ich entdeckte Carrols Bücher in Südkorea erst im erwachsenen Alter bevor ich nach Europa ging. Ich habe viel darüber gelesen, vor allem in Büchern über Wissenschaften, und so wurde mein Interesse geweckt. Besonders bemerkenswert fand ich Douglas Hofstadters "Gödel, Escher, Bach: an Eternal Golden Braid: A metaphorical fugue on minds and machines in the spirit of Lewis Carroll", wo Alice eine wichtige Rolle spielt. Das Buch machte mich neugierig."

"Alice in Wonderland" ist Ihre erste Oper. Wie sind Sie an die Komposition herangegangen?

Chin: "Genauso wie ich auch an alle anderen Kompositionen rangehe. Jedes Genre hat seine eigene Aura. Wenn ich eine Oper komponiere, ist es anders, als wenn ich ein abstrakteres Stück für ein modernes Ensemble schreibe. Ich denke, in dieser Oper ist die Musik viel direkter und unmittelbarer als in meinen anderen Stücken. Ich würde sie aber nicht unbedingt als einfacher bezeichnen. Einen Vorgeschmack gibt es bereits in meinem Stück "Snags-Snarls" für Sopran und Orchester, das eine Art Skizze für die Oper darstellt."

Ein Komponist muss Fantasie und Vorstellungsvermögen besitzen. Fühlen Sie sich ein Bisschen wie Alice in ihrer imaginären Welt, wenn Sie komponieren?

Chin: "Meiner Meinung nach ist "Alice" nicht nur ein Produkt der Fantasie, es ist nicht nur ein Kindertraum! In erster Linie geht es um Unterschiede zwischen verschiedenen Kommunikationsarten und Wahrnehmungen und um die Paradoxe des menschlichen Verstandes. In "Alice" gibt es einen permanenten Konflikt zwischen verschiedenen Weltanschauungen. Lewis Carroll's Schreibstil und seine Paradoxe werden oft als "nonsense" bezeichnet. Meiner Meinung nach ist das die falsche Bezeichnung. Es ist kein "Nonsense", es ist eine traumähnliche Logik.
Um dieses zu unterstreichen haben mein Librettist und ich den Anfang und das Ende verändert, denn ich war damit nicht zufrieden. Der Anfang und das Ende sind sehr konventionell im Vergleich zum surrealen Rest der Geschichte. Vielleicht waren es Carrols Zugeständnisse an den gesellschaftliche Geschmack, denn sonst wäre das Buch vielleicht zu gewagt gewesen für die damalige Zeit. Ich wollte in meiner Oper die Traumwelt zur Realität machen. Also habe ich beschlossen, den Anfang und das Ende durch zwei Traumszenen zu ersetzen."

Ist "Alice in Wonderland" eine Oper für Kinder wie das Buch, oder hauptsächlich für Erwachsene oder für alle Generationen sein?

Chin: "Ich glaube, es ist eine Oper für alle. Sicherlich werden Menschen verschiedenen Alters, Nationalität oder Bildungsstandes sie auf unterschiedliche Weise hören und andere Dinge darin entdecken. but that is enriching. Es wäre furchtbar, wenn es nur einen einzigen Weg gäbe meine Musik zu erleben."

Wie würden Sie "Alice in Wonderland" musikalisch charakterisieren?

Chin: "Ich spiele mit musikalischen Bedeutungen durch Bezüge auf verschiedene Stile, und dieser parodistische Stil stellt die unterschiedlichen Charaktere der Oper heraus.
Die Entscheidungen über die Singstimmen treffe ich instinktiv, es ist schwer diesen Prozess zu analysieren. Schon beim Lesen des Textes hatte ich lebhafte Bilder in meiner Vorstellung, wie ich die Charaktere darstellen soll. Dabei hat es sich ergeben, dass es eine Figur gibt - Caterpillar - der kein Gesangsrolle bekommt, er wird nur instrumental charakterisiert. Generell war die Stimmung, nach der ich gesucht habe, schwarzer Humor."

Was hat es für Sie bedeutet, zum ersten Mal eine Oper zu komponieren?

Chin: "Es ist großartig! Vor allem bin ich froh, Alice als Thema gewählt zu haben."

Wie kam es dazu, dass die Bayerische Staatsoper sie beauftragt hat, eine Oper zu komponieren? Und wer entschied über das Thema?

Chin: "Maestro Nagano bat mich, eine Oper zu komponieren. Ich schlug das Thema vor, und er war einverstanden. Es ist toll mit so einem großartigen Ensemble wie hier an der Bayerischen Staatsoper, mit Kent Nagano, mit dem Librettisten David Henry Hwang und dem Regisseur Achim Freyer zusammenzuarbeiten."

Ist Oper heute immer noch eine aktuelle Sprache? Hat Oper dem modernen Publikum etwas zu sagen?

Chin: "Ich denke schon, aber es hängt auch von der Art der Oper ab. Es gibt einige sehr vernachlässigte Werke, zum Beispiel die Opern des frühen 20. Jahrhunderts: Schostakowitschs "Die Nase" oder Prokofiew "Der feurige Engel" - großartige Opern, die nicht allzu oft auf den Programmen stehen. Ich bin mir sicher, das moderne Publikum wäre fasziniert von diesen Werken, sie sollten viel öfter gespielt werden."

Sie sind in Korea geboren. Heute leben Sie in Europa. Was in ihrer Musik kommt aus ihrer Heimat und was wurde von der europäischen Kultur beeinflusst?

Chin: "Die Festlegung meines Verhältnisses zu Korea oder zu Berlin oder zu anderen Ländern beschäftigt mich nicht so sehr. Südkorea ist ein Land wie jedes Andere. Es hat viele politische Probleme aufgrund seiner politischen und kulturellen Geschichte. Als Komponistin bin ich fasziniert von den unterschiedlichen Kulturen und Epochen in der Musik, und wir leben schließlich in einer globalisierten Welt.
Wenn Sie auf meine Beziehung zu der traditionellen koreanischen Musik anspielen: die Musik, die ich als Kind am meisten mochte war europäische Musik, wie zum Beispiel Beethoven, Brahms, sogar Tschaikowsky oder Strawinsky. Zeitgenössische Musik lernte ich erst später kennen. Aber ich habe auch koreanische Musik gehört. Heute fasziniert mich neben der koreanischen auch Musik aus den nichteuropäischen Kulturkreisen."

Wie würden Sie Ihre Musik selbst charakterisieren?

Chin: "Ich habe sie einmal so beschrieben: "Meine Musik ist das Spiegelbild meiner Träume. Ich versuche in der Musik den Eindruck strahlenden Lichts und die Leuchtkraft der Farben aus meinen Träumen einzuflechten, ein Spiel des Lichts und der Farben, das den Raum erfüllt und eine akustische Form annimmt."

Wo sehen Sie die zeitgenössische Musik heute? Welche Richtung sehen Sie als die bestimmende? Welche Rolle spielt die elektronische Musik für Sie?

Chin: "Ich glaube nicht, dass es einen Weg zurück zu Neoromantik, Neoklassizismus oder zu anderen Neoismen gibt. Andererseits glaube ich auch nicht an das Konzept der Avantgarde. So viele Dinge, von denen wir glauben, wir hätten sie erfunden, existieren bereits - in der frühen europäischen wie in der nichteuropäischen Musik. Auch wenn einem im Nachhinein auffällt, dass es etwas Neuerfundenes bereits gegeben hat, sollte man dennoch erfinderisch bleiben. Es geht meiner Meinung nach darum, originelle und fantasievolle Musik zu schreiben.
Als selbstständiger Komponist ist es nicht immer einfach, für die grundlegenden Dinge des Lebens wie Miete, Wasser, Zigaretten zu sorgen. Ich habe mich aber dafür entschieden, ich wollte immer mein eigenes Leben führen.
Was die Hauptrichtungen in der Musik angeht: Ich glaube nicht, dass Klassifizierungen sinnvoll sind. Barocke Komponisten sahen sich nicht als solche, Chopin hätte sich im Grabe umgedreht, wenn man ihn als Romantiker bezeichnet hätte, Debussy ärgerte sich über den Stempel Impressionist usw. Wenn wir also zeitgenössische Musik hören, bringt es nichts in Schubladen zu denken - modern, postmodern, traditionell etc. - es sind alles Verallgemeinerungen.
Um Ihre Frage zur elektrischen Musik zu beantworten: Ich habe viel auf diesem Gebiet gearbeitet, sowohl mit Samples als auch mit Live-Elekronik, auch kombiniert mit echten Instrumenten. Es ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit, denn als Komponist kann man viel dabei lernen, auch wenn man sich später für Musik mit echten Musikern entscheidet, so wie es Ligeti und Messiaen getan haben."

Wie war es bei Geörgy Ligeti zu studieren? Was haben Sie von ihm gelernt?

Chin: "Eine schwierige Zeit. Ich war erst 24, es war ein Kulturschock für mich. Ich kam aus Südkorea, ein damals unfreies und armes Land, in dem jeder zu kämpfen hatte. Ligeti sagte zu mir, alle meine Kompositionen wären unoriginell und ich sollte sie lieber wegwerfen. Dabei hatte ich damit schon internationale Preise gewonnen. Es war eine sehr schwere Zeit für mich und für drei Jahre hatte ich gänzlich aufgehört zu komponieren. Nichtsdestotrotz habe ich sehr viel von seiner Musik gelernt. Für mich ist er einer der wichtigsten Komponisten."

Was sind Ihre Wünsche, Ziele. Haben Sie einen Traum? Etwas das Sie sehr gerne mal machen würden, bis jetzt aber noch nicht verwirklichen konnten?

Chin: "Mit jedem Werk versuche ich mich immer etwas weniger zu irren, das ist also mein Traum: mich immer weniger irren.
Auf einer globaleren Ebene hoffe ich, dass Leute mehr über die zeitgenössische Musik wissen. Ich habe versucht, während meiner Zeit als "composer-in-residence" beim Seoul Philharmonic Orchestra etwas in dieser Richtung zu unternehmen. Maestro Myung-Whung Chung hat mich zu dieser Position eingeladen. Es war eine stressige aber interessante Zeit. Ich habe eine thematisch ausgerichtete zeitgenössische Musikserie geleitet, wie z. B. "Beethoven in der zeitgenössischen Musik", "Ligeti Memorialkonzerte", "Alt-Neu". Die meisten Stücke, egal ob von Strawinsky, Webern, Ligeti oder von lebenden Komponisten, wurden in Korea oder sogar in ganz Asien zum ersten Mal aufgeführt. Ebenfalls in dieser Position habe ich Bildungskonzerte für Kinder organisiert, ich hielt Vorträge und gab Meisterkurse. Es war nicht immer leicht, aber war großartig zu sehen, wie immer mehr Zuhörer, die nichts über die zeitgenössische Musik wussten, immer stärker von dieser Musik fasziniert waren."

Franco Soda