Meldungen

Currentzis dirigiert räsonanz-Konzert in München

Im Rahmen der Konzertreihe der Ernst von Siemens Musikstiftung räsonanz – Stifterkonzerte kommen am 1. April 2017 Teodor Currentzis mit dem MusicAeterna Choir und dem Mahler Chamber Orchestra nach München. Der Chor aus Perm stellt sich damit zum ersten Mal in seiner Geschichte dem Münchner Publikum...

Erstmals Tage jüdischer Musik in Mecklenburg-Vorpommern

Ein fast vergessenes Kapitel der Geschichte und Gegenwart Mecklenburg-Vorpommerns wollen die Internationalen Tage jüdischer Musik aufschlagen: Vom 12. bis 14. Dezember 2016 lädt die erstmals stattfindende Veranstaltungsreihe ein, jüdisches Leben, Musik und Geschichte in MV an Originalschauplätzen –...

Wochenendseminar am Starnberger See: Komponisten in München

München war und ist eine der bedeutendsten Musikstädte der Welt. Hier lebten und wirkten musikalische Genies wie Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner oder Richard Strauss und prägten das musikalische Leben und den Ruf der Stadt. Nicht weniger als vier Wagner-Opern wurden in München uraufgeführt,...

Vom Zoll beschlagnahmte Gitarren erklingen bald an der Kölner Musikhochschule

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) überlässt der Hochschule für Musik und Tanz Köln drei hochwertige, handgefertigte Breedlove Akustik-Gitarren. Die drei Gitarren wurden am 2. Dezember 2015 vom Zollfahndungsamt Frankfurt am Main bei der Einfuhr nach Deutschland sichergestellt, da an ihnen Teile...

Kristian Bezuidenhout wird Mitglied der künstlerischen Leitung des Freiburger Barockorchesters

Der aus Südafrika stammende Pianist Kristian Bezuidenhout wird in der kommenden Saison 2017/18 neben Gottfried von der Goltz die Künstlerische Leitung des Freiburger Barockorchesters (FBO) übernehmen. Petra Müllejans, die seit über zwei Jahrzehnten das FBO künstlerisch geleitet hat, legt diese...

Plácido Domingo dirigiert zum 50jährigen Bühnen-Jubiläum Aida in Spektakelinszenierung in 10 Städten

Zu seinem 50. Bühnen-Jubiläum 2017 hat Plácido Domingo - mittlerweile schon zur Legende gewordener Opernstar - Großes vor: die monumentale Open-Air-Aufführung von "Aida" als ein riesiges Spektakel, um neue Freunde für das Genre Oper zu gewinnen, "mit allen Möglichkeiten, die moderne...

Sechs deutsche Orchester erhalten Bundesförderung

Wie der Haushaltsausschuss des Bundestags gestern beschloss, soll die einzigartige deutsche Orchesterlandschaft angesichts stets wachsender internationaler Herausforderungen darin unterstützt werden, ihre künstlerische Qualität weiter zu steigern und ihre Organisationsstrukturen nach modernsten...

Marcus Bosch verlässt Nürnberg

Marcus Bosch wird mit Ende der Spielzeit 2017/2018 seine Tätigkeit als Generalmusikdirektor des Staatstheaters Nürnberg und der Staatsphilharmonie Nürnberg beenden. Das teilte seine Agentur heute mit. Bosch werde zum Wintersemester 2018 eine Professur für Dirigieren und die Leitung des...

Wagner-Museum zeigt erstmals Original-Partitur des Parsifal

Das Richard Wagner Museum Bayreuth präsentiert die originale Partiturhandschrift des „Parsifal" erstmals öffentlich in seiner „Schatzkammer". Zwischen September 1877 und Januar 1882 komponierte Wagner sein letztes und von ihm selbst so genanntes „Weltabschiedswerk", das...

Sonderpreis des Bayerischen Kunstministeriums für Alexander Liebreich

Der Dirigent Alexander Liebreich wird mit dem diesjährigen Sonderpreis des Kulturpreises Bayern geehrt. Der aus Regensburg stammende Liebreich war bis vor kurzem Chef des Münchner Kammerorchesters und reüssierte damit nicht nur in München, sondern auch auf nationalen und internationalen Podien. Er...

Nachtmusik der Moderne beim Münchner Kammerorchester

Soeben hat das Münchner Kammerorchester die Saison mit dem neuen Chefdirigenten Clemens Schuldt erfolgreich begonnen (KI berichtete). Und auch die etablierte Reihe „Nachtmusik der Moderne“ in der Pinakothek der Moderne bleibt bestehen. Mit Unterstützung der Kulturabteilung von BMW wird das MKO in...

4. Chursächsische Meisterkurse 2017 mit Stardozenten in Bad Elster

Seit 2014 werden in Bad Elster jährlich Chursächsische Meisterkurse mit dem Ziel durchgeführt, den nationalen und internationalen Profimusikernachwuchs im Herzen Europas zu fördern. Die künstlerische Leitung obliegt dem Cellisten Peter Bruns (Leipzig) und dem Intendanten des König Albert Theater...

Viele Highlights beim Richard-Strauss-Festival 2017 - dem letzten unter der Leitung von Brigitte Fassbaender

Das Beste kommt zum Schluss: Mit einem fulminanten Programm und vielen Stargästen verabschiedet sich Ks. Brigitte Fassbaender 2017 als künstlerische Leiterin des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen.   Mit dem Festival 2017, das in der Zeit vom 24.–30. Juni unter dem Motto...

Konzertveranstalter Klaus Lauer erhält den Musikpreis des „Heidelberger Frühling"

Der Konzertveranstalter Klaus Lauer erhält den mit 10 000 Euro dotierten Musikpreis des „Heidelberger Frühling" 2017. Das gleichnamige Musikfestival vergibt die Auszeichnung jährlich an Persönlichkeiten, die sich substanziell und nachhaltig für die Vermittlung von klassischer Musik einsetzen....

Andechser Kloster-Organistin Sul Bi Yi gewinnt Rheinberger Wettbewerb

Sul Bi Yi hat den 1. Preis beim Internationalen Rheinberger Wettbewerb für Orgel in Vaduz (Lichtenstein) gewonnen. Die erst 28 Jahre alte Organistin, die seit August das Amt der Klosterorganistin in Andechs bekleidet, setzte sich in drei Wettbewerbsrunden gegen fast 100 Mitbewerber aus über zehn...

Bartoli und Barenboim geben Benefizkonzert für die Lindenoper

Cecilia Bartoli, Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin geben am 30. Oktober in der Berliner Philharmonie ein Benefizkonzert zugunsten der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden. Ein Mal pro Saison gibt es einen besonderen Abend in der Philharmonie: Daniel Barenboim und die Staatskapelle...

Carl Orff Festspiele Andechs 2017 abgesagt

Die angekündigten Carl Orff Festspiele Andechs & Ammersee 2017 finden nicht statt. Der Grund sind finanzielle Schwierigkeiten der veranstaltenden Cultus Production GmbH, die einen Insolvenzantrag gestellt hat. Die Cultus Production GmbH und die Carl Orff-Stiftung hätten sich dahingehend...

Musikjournalisten Theo Geißler und Frank Kämpfer ausgezeichnet

Theo Geißler, Herausgeber der neuen musikzeitung, und Frank Kämpfer, Redakteur beim Deutschlandfunk, werden für ihre Verdienste im Bereich der zeitgenössischen Musik mit der FEM-Nadel 2016 der Fachgruppe E-Musik im Deutschen Komponistenverband ausgezeichnet. Martin Maria Krüger, Präsident des...

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Dirigenten sollen künstlerische Visionäre sein

Kristjan Järvi Foto: Peter Adamik

Kristjan Järvi leitet heute und morgen erstmals das Bayerische Staatsorchester in einem Konzert. Auf dem Programm stehen Werke von Bernstein, Milhaud, ter Veldhuis und Tschaikowsky. Als Solist ist der Jazz-Saxophonist Branford Marsalis zu hören. Im Interview erklärt Järvi, warum er nebem dem von ihm initiierten Baltic Sea Youth Orchestra nun noch ein weiteres Orchester, das Baltic Sea Philharmonic Orchestra, gegründet hat und welche Pläne er als Chef des MDR Sinfonieorchesters hat.

KlassikInfo: Herr Järvi, wie entstand die Idee zusätzlich zum Baltic Sea Youth Orchestra noch das Baltic Sea Philharmonic Orchestra zu gründen?

Järvi: Seit Jahren muss ich Musikern absagen, die im Baltic Sea Youth Orchestra gespielt haben und zurückkommen wollen, weil sie mittlerweile zu alt sind. Das Youth Philharmonic ist ein Orchester mit Musikern von 18 bis 25 Jahren. Sobald man also 26 ist, kann man da nicht mehr mitspielen. Wir müssen eine Grenze setzen, weil zu jedem Vorspiel 500 Leute kommen.
In den vergangenen neun Jahren sind wir auf viel Interesse gestoßen und haben uns einen guten Ruf erarbeitet.Wir haben viele interessante Projekte und Bildungsprogramme entwickelt, z.B. ein Programm für Dirigenten, eines für Komponisten, ein komplettes Coaching für junge Musiker. Wir haben eine ganze Generation von Musikern erschaffen, die nach der gleichen Methode und dem gleichen Ansatz arbeiten – nach der Kristjan-Järvi-Methode könnte man sagen (lacht).

Und ich denke, jetzt nach diesen 9 Jahren, kann ich ein eigenes Orchester mit diesen unglaublichen Musikern zusammenstellen, eigentlich sogar zwei oder drei. Das Baltic Sea Philharmonie wird ein Tournee-Orchester sein. Auch Musiker, die in anderen Orchestern spielen, können sich so die Zeit nehmen und für diese Projekte dazukommen. Es ist eine großartige Chance, ein immer noch junges Orchester zu gründen, das aber kein Jugendorchester mehr ist. Ein junges, motiviertes und enthusiastisches Orchester mit dem Geist eines Jugendorchesters, ohne diese „Dienst-Mentalität“. Eines, das nicht nur großartige Musik machen, sondern auch Zeit mit Freunden verbringen und zusammen unterwegs und in einer Art musikalischer Werkstatt sein will.

Das ist glaube ich der Weg, wie ein Orchester im 21. Jahrhundert sein sollte: flexibel, auf einem sehr hohen musikalischen Niveau, voller Möglichkeiten. Ein Ort des ständigen Kreierens auf verschiedenen Ebenen – dem Management, der Programmatik, dem Zusammenstellen eines neuen Repertoires. Es soll ein kultureller Botschafter der baltischen Region sein, es ist nicht nur ein Orchester, es ist eine Lebensphilosophie.

KlassikInfo: Wie viele Musiker spielen in dem neuen Orchester und gibt es da auch eine Altersbegrenzung?

Järvi: Es wird ein voll besetztes Orchester sein, die genaue Zahl der Musiker ist abhängig vom Repertoire – das können von 70 bis über 100 Musiker sein. Eine Altersbegrenzung wird es nicht geben. Ich bin mir nicht sicher, wie viele 60- oder 70jährige Mitglieder dabei sein werden, aber theoretisch ist das möglich (lacht).

KlassikInfo: Sie beginnen im April eine Tournee, die der Umwelt gewidmet ist...

Järvi: In der Welt, in der wir momentan leben, wird Russland irgendwie immer aus unserer europäischen Situation ausgeklammert. Da geht es nicht um die physische Realität, denn Russland ist ein Teil von Europa. Die Ostsee umfasst einen relativ kleinen geografischen Raum. Es sind z.B. 70 Kilometer von Tallinn bis nach Helsinki, und von Tallinn nach St. Petersburg sind es 350 Kilometer – das alles ist unser Meer, und es schließt Russland mit ein. Wie können wir unsere Bäume, unser Meer, all das, was uns das Leben gibt, schützen, wenn wir anfangen, dort Grenzen zu setzen und zu sagen: „Das ist meins, das ist deins.“? Das alles gehört uns, das ist ebenso russisch, finnisch, estnisch, lettisch, schwedisch oder dänisch. Das ist die Ebene, auf der wir zusammenkommen müssen.  

KlassikInfo: Sie möchten also das Umweltbewußtsein ins Bewusstsein der Menschen bringen oder möchten Sie politische Events organisieren?

Järvi: Es geht darum, im kulturellen Rahmen unserer Konzerte, die die baltischen Landschaften feiern, verschiedene Leute zusammenzubringen. Es geht darum, darüber zu sprechen, dass Russland, Estland, Finnland, Litauen zusammengehören in dieser kleinen Ostseeregion. Es geht darum, die Umweltminister dieser Länder zusammenzubringen. Die Ostsee war eines der schmutzigsten Meere überhaupt. Während der sozialistischen Zeit wurde alles dort entsorgt – Bomben, Schiffe. Unsere Konzerte sind ein Ort, wo solch ein Dialog gestartet und weitergeführt werden kann in andere Bereiche: soziale Bereiche oder auch Bereiche des allgemeinen politischen Interesses. Wenn einer dem anderen nur Vorwürfe macht, ist das wenig konstruktiv.

Die Situation in Russland ist meiner Meinung nach eine Realität, die wir akzeptieren müssen – ob wir das nun gern tun oder nicht. Die Geschichten einzelner Staaten sind verschieden, und die aktuelle Vorgehensweise Russlands in der Krim-Politik oder bei der Ukraine ist nicht zu akzeptieren im Europa des 21. Jahrhunderts. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass Europa eine Art multikultureller Schmelztiegel ist. Und ohne Russland wäre Europa schwächer, nicht stärker. Diese Thematik zeigt unsere Angst und Schwäche, wenn es um Dinge geht, mit denen wir uns nicht auseinandersetzen wollen. Es ist, als ob man seinem Kind, das etwas falsch gemacht hat, sagen würde: „Geh in dein Zimmer!“. So können wir hier aber nicht handeln, denn Russland ist nicht unser Kind, sondern befindet sich auf Augenhöhe. Das müssen wir berücksichtigen.

KlassikInfo: Das von Valery Gergiev und Esa-Pekka Salonen geleitete Baltic Sea Festival hat ebenfalls diesen Umweltgedanken in seinem Programm. War deren Engagement für Sie ein Vorbild?

Järvi: Absolut, beide waren künstlerische Berater des Youth Philharmonic und werden das hoffentlich auch für das neue Orchester sein. Das Festival, das Esa Pekka gestartet hat, ist eine Woche voller Events in Stockholm. Das würden wir gern ausweiten und in das Bewusstsein aller Leute dieser Länder bringen, und zwar nicht nur in der einen Woche Ende im August, sondern das ganze Jahr über. Dieser Kulturraum soll als etwas fungieren, über das ständig gesprochen wird, das Teil unseres Bewusstseins ist. Nur dann kann man etwas verändern. [nächste Seite]