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Meldungen

Ruhrtriennale sucht 80 StatistInnen für Filmdreh

Für die Ruhrtriennale-Produktion „Die Fremden“, die am 02.09.16 in der Kohlenmischhalle der Zeche Auguste Victoria in Marl Weltpremiere feiert, kreiert der niederländische Filmkünstler Aernout Mik ein filmisches Szenenbild. Hierfür sucht die Ruhrtriennale 80 StatistInnen aus dem gesamten...

Große Abwanderung beim Bayerischen Staatsballett

Nach dem Ende der Spielzeit 2015/2016 wird Ivan Liška nach 18 Jahren sein Amt als Direktor des Bayerischen Staatsballetts an Igor Zelensky übergeben. Mit Liška werden sich einige bekannte Gesichter von der Bühne des Nationaltheaters und vom Münchner Publikum verabschieden. Veränderungen wird es...

Symphonieorchester und Chor des BR protestieren mit Simon Rattle gegen die Schließung des European Union Youth Orchestra (EUYO)

Als Zeichen des Protests gegen die drohende Schließung des European Union Youth Orchestra (EUYO) wollen Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunk bei einem Konzert unter der Leitung von Sir Simon Rattle am 24. Mai im Herkulessaal der Münchner Residenz die Europahymne spielen. Die Hymne...

Martha Argerich feiert ihren 75. Geburtstag mit Daniel Barenboim und einem Benefizkonzert in Berlin

Am Sonntag, dem 5. Juni gibt es Grund zu feiern: Martha Argerich, eine der bedeutendsten Künstlerinnen der klassischen Musikwelt, begeht ihren 75. Geburtstag! Dieses runde Jubiläum feiert sie mit einem Benefizkonzert zugunsten der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden – gemeinsam mit ihrem...

Waltraud Meier erhält Richard-Wagner-Preis der Stadt Leipzig 2016

Die Mezzosopranistin Waltraud Meier wird mit dem diesjährigen Richard-Wagner-Preis der Stadt Leipzig geehrt. "Wir sind glücklich, mit der Kammersängerin Waltraud Meier eine der international bedeutendsten Wagnerinterpretinnen auszeichnen zu können", so Thomas Krakow, Vorsitzender der...

Stefanie Carp und Christoph Marthaler übernehmen Leitung der Ruhrtriennale

Die Dramaturgin und Festival-Direktorin Stefanie Carp übernimmt ab 2018 für drei Jahre die Leitung des Theater- und Musikfestivals Ruhrtriennale. Gemeinsam mit dem derzeitigen Intendanten Johan Simons gab die Kulturministerin von NRW Christina Kampmann bekannt, dass Stefanie Carp diese Aufgabe mit...

Ehemaliger Rektor der Münchner Musikhochschule Siegfried Mauser wegen sexueller Nötigung verurteilt

Der ehemaliger Rektor der Münchner Musikhochschule Siegfried Mauser ist wegen sexueller Nötigung vom Münchner Amtsgericht zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung und 25.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Mauser eine...

Münchner Rundfunkorchester stellt Konzertsaison 2016 /2017 vor

Das Münchner Rundfunkorchester setzt auch in der Spielzeit 2016/2017 auf Vielseitigkeit und innovative Programme, auf die Zusammenarbeit mit renommierten Gastkünstlerinnen und -künstlern und intensiviert das Ausloten neuer medialer Möglichkeiten. In München stellte es heute das Programm der...

Repušić wird Chef des Münchner Rundfunkorchesters

Der kroatische Dirigent Ivan Repušić übernimmt 2017 die Leitung des Münchner Rundfunkorchesters. Er löst damit Ulf Schirmer ab, der das Orchester seit 2006 leitet. Daneben wird Repušić in der kommenden Saison Generalmusikdirektors an der Staatsoper Hannover. Ivan Repušićs war sechs Jahre lang...

Elbphilharmonie verlost 1000 Freikarten für Eröffnung

Am kommenden Montag, den 9. Mai 2016, beginnt die Verlosung von insgesamt 1.000 Freikarten für die beiden Eröffnungskonzerte der Elbphilharmonie Hamburg am 11. und 12. Januar 2017 mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter seinem Chefdirigenten Thomas Hengelbrock. Das Programm wird noch nicht...

Bamberger Symphoniker starten 5. Dirigentenwettbewerb

Vom 6. bis 13. Mai 2016 veranstalten die Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie zum 5. Mal ihren Dirigentenwettbewerb The Mahler Competition. Der Wettbewerb ist ab der Hauptrunde am 9. Mai öffentlich. Der Eintritt zu den öffentlichen Runden in der Konzerthalle Bamberg ist frei. Der...

Opernbus der Komischen Oper auf der "Gastarbeiterroute"

Vom 29. Mai bis zum 9. Juni 2016 fährt der Opern-Kleinbus der Komischen Oper Berlin von Berlin aus nach Istanbul und legt über die vier Stationen München, Wien, Belgrad und Sofia eine musikalische Spur entlang der sogenann­ten "Gastar­beiterroute". Dass Musiktheater keine abgehobene...

Claudio Abbado-Kompositionspreis der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker geht an Vito Žuraj

Preisträger des Claudio-Abbado-Kompositionspreises 2016 ist der 1979 geborene slowenische Komponist Vito Žuraj. Claudio Abbado, von 1989 bis 2002 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, hatte der Stiftung zur Förderung der Orchester-Akademie im Jahr 2002 das Vermögen seiner...

Musikforschung: Musikkritiker verstehen

Schön oder nicht schön – nach welchen Kriterien beurteilen Kritiker die Leistung eines Künstlers? Die Musikwissenschaftlerin Elena Alessandri nahm sich dieser Frage in ihrer Doktorarbeit an, die sie an der Hochschule Luzern erarbeitete und mit der sie einen PhD am Royal College of Music in London...

Konzerte und Sendungen zum 70-jährigen Bestehen des Chor des Bayerischen Rundfunks

Am 1. Mai 1946 trat der Chor von Radio München, dem Vorläufer des Bayerischen Rundfunks, erstmals vor die Mikrofone. Die aktuelle Spielzeit des BR-Chors steht ganz im Zeichen seines 70-jährigen Bestehens. Vor allem im April und Mai 2016 steht der Chor im Mittelpunkt zahlreicher...

Stellenstreichungen bei den BR-Orchestern?

Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge will der BR noch mehr Stellen abbauen als bisher geplant, um sein Millionendefizit auszugleichen. Dieses sei  vor allem aufgrund der gestiegenen Aufwendungen für Pensionsleistungen entstanden. Freie Stellen sollen nicht mehr besetzt werden, 150...

Jakub Hrůšas erste Saison als Chefdirigent der Bamberger Symphoniker

Die Konzertsaison 2016/2017 der Bamberger Symphoniker, die Intendant Marcus Rudolf Axt und der designierte Chefdirigent Jakub Hrůša heute vorstellten, steht unter dem Motto »Aufbrüche«: Mit dem neuen Chefdirigenten starten die Bamberger Symphoniker im September 2016 in eine neue Ära. Außerdem hat...

Aris Quartett gewinnt Joseph-Joachim-Kammermusik-Wettbewerb

Das Aris Quartett hat den ersten Preis beim 7. Internationalen Joseph Joachim Kammermusikwettbewerb gewonnen. Der Wettbewerb wird an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar durchgeführt und ist mit insgesamt 17.500 Euro dotiert, der erste Preis mit 10.000 Euro. Das Aris Quartett hat sich 2009...

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Hinter einer Nebelschicht

Foto: Bärbl Hohmann

Bei den Schwetzinger Festspielen wurde Georg Friedrich Haas‘ Oper „Koma“ erfolgreich uraufgeführt
Von Georg Rudiger

(Schwetzingen, 27. Mai 2016) In Thomas Bernhards „Der Theatermacher“ scheitert der Protagonist Bruscon noch daran, das Ende seiner Komödie in der totalen Finsternis spielen zu lassen. Der Feuerwehrhauptmann von Utzbach besteht nämlich darauf, dass die Notbeleuchtung angeschaltet bleibt. Bei der Uraufführung von Georg Friedrich Haas‘ Oper „Koma“ nach einem Text von Händel Klaus im Rokokotheater des Schwetzinger Schlosses hingegen herrscht über weite Strecken völlige Dunkelheit. [Uraufführungskritik lesen]

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Zwischen Aolus und Prometheus

Alexandre Bloch Foto: www.alexandrebloch.com

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und Xavier de Maistre unter Alexandre Bloch mit Werken von Mendelssohn, Hosokawa, Debussy und Webern
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 21. Mai 2016) Felix Mendelssohns „Sommernachtstraum“-Ouvertüre gehört zu den bekanntesten und fraglos auch beliebtesten Werken der Musikliteratur. Dennoch ruft dieser Geniewurf aus der Feder eines Siebzehnjährigen stets neues Erstaunen über so viel Frühreife hervor. Die sich immer wieder bewährende Qualität der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen erstaunt hingegen nicht, ist auch in Köln eine bestens vertraute. Mit inzwischen weit über hundert Auftritten ist der Klangkörper seit der Eröffnung der Philharmonie (1986) in diesem Haus regelmäßig präsent, oft mit seinem künstlerischen Leiter Paavo Järvi. [Konzertkritik lesen]

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Auf der Suche nach dem perfekten Klang

Barokkanerne Foto: www.tagealtermusik-regensburg.de

Bei den Tagen Alter Musik in Regensburg gab es beim Originalklang in diesem Jahr auffallend viel Perfektion zu hören
Von Laszlo Molnar

(Regensburg, Pfingsten 2016) In diesem Jahr gab es in die Tage Alter Musik Regensburg zum 32. Mal. Immer noch gibt es in ganz Deutschland kein Festival der Alten Musik von vergleichbarer Vielfalt, Dichte und Abwechslung beim Programm. Nach wie vor halten die Gründerväter Ludwig Hartmann und Stephan Schmid die Fäden in der Hand und programmieren das Festival nach ihrem Geschmack. Da gibt es keine Prinzipien, keine Artists in Residence oder Programmschwerpunkte. Das einzige Prinzip ist die Suche nach dem Interessanten, nach neuen Namen und besonderen Programmen. [Festivalbericht lesen]

Furios

Lorenzo Viotti Foto: Stephan Doleschal

Der Wiener Concert-Verein, Alison Balsom und Kit Armstrong überzeugten in Köln unter der Leitung von Lorenzo Viotti mit Werken von Schostakowitsch und Haydn
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 17. Mai 2016) Der Auftritt des aus Mitgliedern der Symphoniker bestehenden Wiener Concert-Vereins, welcher den Weg nun auch einmal in die Kölner Philharmonie gefunden hat, war hinsichtlich Solisten und Dirigent auf Jugend ausgerichtet. Lorenzo Viotti, Mitte 20, hat die Karriereleiter eines Kapellmeisters mit enormer Schnelligkeit aufwärts genommen. Sein Vater war Marcello Viotti (1954-2005), was in biografischen Notizen seltsamerweise immer verschwiegen wird. Sein Sohn Lorenzo ist u.a. ausgebildeter Schlagzeuger und war als solcher auch bei den Wiener Philharmonikern tätig. [Konzertkritik lesen]

Pfingstliche Festspiele ohne Makel

Foto: Salzburger Festspiele / Silvia Lelli

Viermal Romeo und Julia bei den Salzburger Pfingstfestspielen
Von Derek Weber

(Salzburg, Pfingsten 2016) Wann bekommt man schon drei Romeos und vier Julias an einem verlängerten Wochenende zusammen geboten? Das Salzburger Pfingstfestival macht‘s möglich. Das Shakespear‘sche Original wird gelesen, Leonard Bernsteins „West Side Story“ kommt (mit einem Wirbelwinddirigenten wie Gustavo Dudamel am Pult seines lateinamerikanischen Orchesters) hurtig herbeigeeilt und die Intendantin höchstpersönlich singt die Julia-Maria...[Besprechung lesen]

Beckmesser beim Eurovision Song Contest

Markus Eiche (Sixtus Beckmesser), Wolfgang Koch (Hans Sachs) Foto: W. Hösl

Kirill Petrenko dirigiert Münchens neue „Meistersinger“ und David Bösch inszeniert sie irgendwo zwischen Bautzen und Bonn
Von Robert Jungwirth

(München, 16. Mai 2016) Was ist in Zeiten von Pegida und AfD davon zu halten, wenn auf der Opernbühne von der „heiligen deutschen Kunst“ und von „welschem Tand“ schwadroniert wird, den man „uns ins deutsche Land pflanzt“? Muss man das als Regisseur konterkarieren, korrigieren, kritisieren? David Bösch sagt zurecht, dass er die gut vier Stunden „Meistersinger“ nicht allein von den letzten drei Minuten aus inszenieren kann und will. Und so sind bei ihm denn auch keine Pegidaaufmärsche zu sehen und keine Deutschlandfahnen – auch wenn das gewiss verlockend wäre. [Premierenkritik lesen]

Vom Bewegen der Luft

Kah Chun Wong und Barbara Hannigan beim Finale Foto: Michael Trippel

Beobachtungen beim 5. Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb der Bamberger Symphoniker
Von Robert Jungwirth

(Bamberg, 11.-13. Mai 2016) Musik, das ist nur bewegte Luft, sagt der Komponist, Klarinettist und Dirigent Jörg Widmann ebenso lapidar wie wahr. Und man darf ergänzen, dass man nur zu wissen braucht, wie man die Luft richtig bewegt, um gute Musik zu erzeugen. Ganz einfach also. Der Luftbeweger par excellence unter den Musikern ist natürlich der Dirigent. Er hat kein Instrument, erzeugt keinen unmittelbaren Ton, sondern bewegt nur die Arme durch die Luft. [weiter]

Kah Chun Wong gewinnt Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb

Kah Chun Wong Foto: Michael Trippel

Der 29-jährige Kah Chun Wong aus Singapur hat den diesjährigen Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb der Bamberger Symphoniker gewonnen.

(Bamberg, 12. Mai 2016) Von 381 Bewerbern waren 14 nach Bamberg eingeladen worden, davon haben fünf das Semifinale erreicht. Beim Finale am 12. Mai traten neben Wong die beiden Russen Sergej Neller und Valentin Uryupin an. Sie erhielten einen zweiten und dritten Preis. Wong überzeugte die hochkarätig besetzte Jury mit seiner Probenarbeit an Henri Dutilleux' "Correspondence" für Sopran und Orchester, dem eigens für den Wettbewerb komponierten Werk "Zugabe" von Georg Friedrich Haas und Gustav Mahlers dritter Symphonie. Der erste Preis ist mit 20.000, der zweite mit 10.000 und der dritte mit 5.000 Euro dotiert. [weiter]

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Folklore

Foto: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Gustavo Dudamel dirigiert die Neuinszenierung der Turandot an der Wiener Staatsoper
Von Derek Weber   

(Wien, 1. Mai 2016) Kaum ein Komponist hat sich so mühsam ans Ende einer Oper herangearbeitet wie Giacomo Puccini an seine "Turandot". Schließlich ist er bekanntlich über ihr gestorben. Ein unvollendetes Meisterwerk, zu Ende gebracht von einem Musiker, den man nicht einmal seinen "Schüler" nennen kann. Arturo Toscanini, der die Uraufführung des Werkes aus der Taufe hob, hat Franco Alfano die schwere Aufgabe der Fertigstellung übertragen, ohne dass man sagen könnte, er habe sich dabei von durchdachten dramaturgischen Überlegungen leiten lassen. [Opernkritik lesen]

Musikjournalismus in der Krise

Ein Akademieprojekt des Festivals Heidelberger Frühling widmet sich dem Musikjournalismus in schwieriger Zeit
Von Georg Rudiger

(Heidelberg, April 2016) Die Notebooks sind aufgeklappt. Die Kaffeekanne wandert von Tisch zu Tisch. In vier Stunden ist deadline für das erste Festivaljournal des „Heidelberger Frühlings“. „Nun ist es vorbei mit der Plauderei der letzten Tage“, sagt Eleonore Büning und lässt im Robert-Schumann-Zimmer der Stadthalle gleich eine Nachtkritik auf die Leinwand projizieren. Die zehntägige Akademie Musikjournalismus unter der Leitung der FAZ-Musikredakteurin findet in diesem Jahr erst zum zweiten Mal statt. [Artikel lesen]

Alles fließt

Barbara Hannig Foto: Musacchio and Ianiellos

Barbara Hannigan dirigiert die Münchner Philharmoniker und singt dazu auch noch
Von Robert Jungwirth

(München, 29. April 2016) Zehn Zentimeter hohe High Heels mit Bleistiftabsätzen sind nicht unbedingt die geeignetsten Arbeitsschuhe für Dirigentinnen, möchte man meinen. Barbara Hannigan fechten solche Vorurteile nicht an. Sie stakst über die Bühne zum DirigentInnenpodest wie andere Damen zur Cocktailparty. Dem Publikum gefällt das vermutlich ebenso wie ihr, denn es bekommt im beinahe zu Tode ritualisierten Konzertbetrieb mal etwas anderes zu sehen. Auch das feine schwarze Abendkleid ist ein Hingucker, von der Frau darin gar nicht zu reden. [Konzertkritik lesen]

Amor zum Gärtner gemacht

Foto: Thomas M. Jauk

René Jacobs gräbt Agostino Steffanis Barockoper „Amor vien dal destino“ aus. An der Berliner Staatsoper steuert Ingo Kerkhof eine kurzweilige Inszenierung bei.
Antje Rößler

(Berlin, 27. April 2016) Kaum jemand kannte vor ein paar Jahren Agostino Steffani (1654-1728). Dann sorgte Cecilia Bartoli für ein kleines Revival des Barockkomponisten, als sie für ihr Album „Mission“ einige Steffani-Arien ausgrub. Diese Einspielung wiederum inspirierte Donna Leon zu ihrem Krimi „Himmlische Juwelen“, in dem es um das geheimnisvolle Leben des Komponisten geht. [Opernkritik lesen]

Farbflächen und Klangflächen

Via Nova Chor München Foto: Orff-Zentrum

Das Münchner Orff-Zentrum präsentierte in seiner Reihe mit Werken von Morton Feldman Vokalkompositionen
Von Robert Jungwirth

(München, 27. April 2016) Das Münchner Orff-Zentrum ist auch eine Pflegestätte für das Werk des amerikanischen Komponisten Morton Feldman. Bereits fünf Konzerte hat man diesem berühmt-berüchtigten Exegeten der Langsamkeit und Reduktion hier jetzt gewidmet. Einen Anknüpfungspunkt an das Schaffen Carl Orffs gibt es zwar nicht wirklich, aber es ist umso erfreulicher, dass man bei der Programmgestaltung gern und oft über den Orffschen Tellerrand hinausblickt. Vor allem, wenn man sieht, dass sonst eigentlich niemand Feldman in München aufführt. [Konzertbesprechung lesen]

Cybersex und Ehevollzug

Rebecca von Lipinski, Shigeo Ishino Foto: A.T. Schaefer

An der Stuttgarter Staat hatte Philippe Boesmans Opernversion von Schnitzlers Reigen Premiere
Von Georg Rudiger

(Stuttgart, 24. April 2016) Ein Skandalstück ist Arthur Schnitzlers 1920 in Berlin uraufgeführtes Drama „Reigen", das zehn sexuelle Begegnungen von Mann und Frau beschreibt, schon lange nicht mehr. Sex außerhalb der Ehe ist in Deutschland kein Aufreger mehr, sondern gesellschaftliche Normalität. Dennoch hat Schnitzlers ernüchternde Sicht auf die Liebe in Zeiten des Online-Datings nichts an Aktualität verloren. [Premierenkritik lesen]

Muezzin und Brahms

Royal Opera House Muscat Foto: KlassikInfo

Die Bamberger Symphoniker spielen ein Konzert mit Werken von Brahms und Beethoven  unter der Leitung von Christoph Eschenbach im Oman
Von Robert Jungwirth

(Oman, 22. April 2015) Draussen vor dem Opernhaus ruft der Muezzin, drinnen proben die Bamberger Symphoniker die dritte Symphonie von Johannes Brahms. Ein größerer musikalischer Kontrast lässt sich kaum denken. Und doch geht beides hier in Muscat, der Hauptstadt des Oman, wie selbstverständlich zusammen. Seit der Eröffnung vor fünf Jahren hat sich das erste Opernhaus der arabischen Halbinsel zur wichtigsten Kultureinrichtung des Oman entwickelt. [Artikel lesen]

Der Gärtnerplatz rockt Barock

Marco Comin Foto: Christian POGO Zach

„Le Concert des Nation" – Ein fulminantes Barock-Konzert mit dem Orchester des Gärtnerplatztheaters im Max-Joseph-Saal der Residenz in München

Von Laszlo Molnar

(München, 24. April 2016) Man könnte sagen: Die Barockmusik ist angekommen in der Mitte unserer (Musik-)Gesellschaft. Wenn ein Berufs-Theater-Orchester wie das Orchester des Münchner Gärtnerplatztheaters sich – wortwörtlich! – hinstellt und unter der Leitung seines Chefdirigenten Marco Comin Barockmusik spielt, als hieße es mit anderem Namen „Il Giardino Armonico", dann ist das für die Münchner Musikszene eine bedeutsame Nachricht. [Konzertkritik lesen]

Polizisten schmücken Christ-Baum

Kent Nagano dirigierte in Hamburg eine Musiktheater-Doppelpremiere: Romeo Castelluccis fragwürdige Bebilderung der Matthäus-Passion von Bach und einen unfreiwillig konzertanten „Tristan“
Von Klaus Kalchschmid

(Hamburg, 21., 22. April 2016) Verkehrte Welt: ausgerechnet die Wiederaufnahme des großartigen, legendären „Tristan“ von Ruth Berghaus aus dem Jahr 1988 trifft der Bannstrahl der Gewerkschaft V.e.r.di mit einem Warnstreik der Bühnenarbeiter, weshalb die Vorstellung konzertant stattfinden muss; die fast durchweg beliebigen, von der Musik sträflich ablenkenden Aktionen aus Anlass der Matthäus-Passion von Bach, erfunden und inszeniert von Romeo Castellucci  unter dem Titel „La Passione“ aber finden wie geplant in einer der Deichtorhallen statt. [Premierenkritik lesen]

Festivalbericht: Transsibirisches Kunstfestival Nowosibirsk

Schmachtfetzen, Schlager, Klingeltöne

Cellistin Danielle Akta Foto: (c)Trans-Siberian Art Festival/Alexander Ivanov

Zu Besuch bei Vadim Repins Transsibirischem Kunstfestival in Nowosibirsk
Von Antje Rößler

(Nowosibirsk, April 2016) Nowosibirsk ist der geografische Mittelpunkt Russlands. Ein Kirchlein, das auf einer verkehrsumtosten Straßeninsel steht, zeigt an: Von hier aus geht es je viertausend Kilometer nach Ost und nach West. Als Durchgangsstation ist die drittgrößte Stadt des Landes auch entstanden: 1893 wurde hier eine Brücke der Transsibirischen Eisenbahn über den Fluss Ob gebaut. [Festivalbericht lesen]

Ohrenöffner

Quatour Hermes Foto: François Sechet

Das Kammermusikfestival „Ickinger Frühling“ in der Nähe von München präsentierte wieder Ensembles von atemberaubendem Niveau und Musik zum Neu-Entdecken
Von Laszlo Molnar

(Icking, 17. April 2016) Es gab ihn auch heuer wieder, den Ickinger Frühling. An die Jahreszeit erinnerte eher das Programm des Kammermusikfestivals in der Nähe von München als das reale Wetter, das, regnerisch und kalt, zum Verweilen im Inneren anregte. Dort, im Konzertsaal des Ickinger Rilke-Gymnasiums, traten am Samstag und Sonntag vier Streichquartette nebst einigen zusätzlichen Solisten auf und kredenzten ihren Zuhörern ein üppiges Kammermusikprogramm. [Festivalkritik lesen]

Zwischen Wagner und Impressionismus

The Delius Collection (Heritage HTGCD 700)
Von Christoph Zimmermann

Eine 2012 zum 150. Geburtstag von Frederick Delius erstveröffentlichte, nun wiederaufgelegte Werkanthologie erinnert an einen Komponisten, welcher hierzulande nie richtig Fuß fassen konnte. Dabei entstammte er einen deutschen Kaufmannsfamilie aus Bielefeld, studierte am Leipziger Konservatorium. Delius, der sich sein Musikstudium gegen den Willen des Vaters erkämpfen musste, kam wie auch andere Komponisten an Wagner zunächst nicht vorbei, wurde dann aber wesentlich stärker durch freundschaftlichen Beziehungen zu Edvard Grieg geprägt. [CD-Besprechung lesen]

Gedichte zwischen Leben und Tod

Pierre-Dominique Ponnelle Foto: Agentur

Das Orff-Zentrum München stellte den Komponisten und Dirigenten Pierre-Dominique Ponnelle ins Zentrum eines spannenden Porträtkonzerts mit zwei Uraufführungen
Von Robert Jungwirth

(München, den 12. April 2015) Als Sohn französischer Eltern in München geboren und aufgewachsen, Musikstudium in München, dann in Osteuropa beruflich sozialisiert, das ist in dürren Worten der Lebensweg des Komponisten und Dirigenten Pierre-Dominique Ponnelle, Sohns des berühmten Opernregisseurs Jean-Pierre Ponnelle. Das Münchner Orff-Zentrum widmete dem in Deutschland nicht übermäßig bekannten Komponisten jetzt ein Porträtkonzert mit zwei(!) Uraufführungen und sorgte damit für eine Entdeckung. [Konzertbesprechung lesen]

Aus dem Bauch heraus

Anna Vinnitskaya Foto: Gela Megrelidze

Die Pianistin Anna Vinnitskaya mit Werken von Bach, Schostakowitsch und Prokojew in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 5. April 2016) Die Hinwendung zur Musik war bei Anna Vinnitskaya im Grunde erwartbar: beide Eltern Pianisten, der Großvater Dirigent, ein Onkel Geiger. Die erste Ausbildung am Klavier erfolgte zwar bequem en famille, aber Wünsche und Vorstellungen von Mutter und Tochter waren manchmal nicht leicht vereinbar. Zudem wollte ihr der Vater auch noch das Jazz-Improvisieren schmackhaft machen. [Konzertkritik lesen]

Unernst-ernst

Ernst Theis Foto: Agentur

Das Münchner Rundfunkorchester unter Ernst Theis präsentierte mit der Sopranistin Natalie Karl und dem Tenor Matthias Klink frühe Tonfilmschlager der 30er und 40er Jahre
Von Robert Jungwirth

(München, 6. April 2016) Schwer ist leicht was, sagt ein bekanntes bayerisches Schwergewicht gern, und man darf ergänzen, dass gerade das Leichte oft am schwersten ist. So ist es auch mit musikalischen Ohrenschmeichlern wie „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ oder „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“, ihres Zeichens unvergängliche Preziosen aus der frühen Tonfilmzeit von den Komponisten Ralph Erwin und Werner Richard Heymann. [Artikel lesen]

Wahrhaftigkeit in der Musik, Wahrhaftigkeit im Leben

Nikolaus Harnoncourt Foto: Werner Kmetitsch

Eindrücke und Gedanken zu Nikolaus Harnoncourt
Von Laszlo Molnar

Wie begegnet man dem Tod eines Verwandten oder eines Freundes? Am besten, indem man sich in Gedanken darauf vorbereitet hat, sich mit dem Tag beschäftigt hat, an dem einen die unwiderrufliche Nachricht ereilen würde. So ging es mir mit Nikolaus Harnoncourt. Nikolaus Harnoncourt ist in der Nacht vom 5. auf dem 6. März in seinem Haus in St. Georgen in Attergau gestorben, im 87. Lebensjahr. Wieso trifft mich nun der Tod Harnoncourts so hart, und bei aller Erwartbarkeit unerwartet? Nikolaus Harnoncourt war einer meiner musikalischen Lehrmeister und Wegbegleiter. [Artikel lesen]

Musik als Rettungsanker

James Rhodes ist vor allem in Großbritannien ein sehr erfolgreicher Konzertpianist. Seine Auftritte, die er in Jeans und Turnschuhen absolviert und auch selbst moderiert, sprechen besonders ein junges Publikum an. Aber der Weg, der hinter ihm liegt, war ein Horrortrip. Als Kind wurde er missbraucht und konnte jahrzehntelang nicht darüber sprechen. James Rhodes rettete sich in die Musik, lernte Klavierspielen. In seinem Buch der Klang der Wut erzählt er davon.
Von Robert Jungwirth

Wenn James Rhodes über Bachs „Goldberg-Variationen“ sagt, dass diese Stücke mit ihm Dinge anstellen, „die sonst nur die stärksten Psychopharmaka zustande bringen“, weiß er wovon er spricht. Der englische Pianist, der 1975 in London geboren wurde, kennt sich mit klassischer Musik ebenso gut aus wie mit Psychopharmaka. [Buchbesprechung lesen]

Klangliche Mysterien

Concerto Italiano Foto: Misteria Paschalia/Wojciech Wandzel

Eindrücke vom wunderbaren Alte-Musik-Festival Misteria Paschalia in Krakau
Von Robert Jungwirth

(Krakau, 22.-24. März 2016) Im Jahr 2000 war Krakau Kulturhauptstadt Europas. Doch auch ohne diesen Titel ist die zweitgrößte Stadt Polens und frühere Hauptstadt des Landes eine Kulturhauptstadt. Denn die Kultur spielt hier eine große Rolle. Die Zahl der Festivals, die übers Jahr verteilt in Krakau stattfinden, ist rekordverdächtig. An die 100 Festivals für Literatur, Film und Musik widmen sich den unterschiedlichsten Genres. [Festivalbericht lesen]

Orpheus trifft auf Don Quijote

Klarinettist David Orlowsky und Wolfgang Katschner an der Laute Foto: david baltzer / bildbuehne.de

Das Aequinox-Festival im brandenburgischen Neuruppin verbindet Alte Musik mit neuen Ideen
Von Antje Rößler

(Neuruppin, März 2016) Neuruppin, 60 Kilometer nördlich von Berlin gelegen, ist bekannt als Geburtsort von Theodor Fontane. Die einstige Garnisonsstadt, die sich an das Ufer des Ruppiner Sees schmiegt, beherbergt seit sieben Jahren ein Festival für Alte Musik. Es findet während Aequinox statt, der astronomischen Konstellation der Tag- und Nachtgleiche, die den Frühlingsanfang markiert. [Festivalbericht lesen]

Erotisierte Schafe und bärtige Damen

Foto: Opéra Toulouse

Venezianischer Karneval auf französisch: William Christie dirigiert „Les Fetes Vénitiennes" von André Campra an der Oper Toulouse in einer Inszenierung von Robert Carsen
Von Thomas Migge

(Toulouse, März 2016) André Campras Oper „Les Fetes Vénitiennes", 1710 im Pariser Theatre du Palais Royal uraufgeführt, war ein Riesenerfolg. Das Theatre du Capitole in Toulouse hat jetzt dieses Werk in einer Neuinszenierung, pünktlich zum städtischen Karneval, auf die Bühne gebracht. Eine Neuinszenierung, die witziger und ideenreicher nicht sein konnte. [Opernkritik lesen]

Die Musik rettet den Abend

Eva-Maria Westbroek und Stuart Skelton Foto: Monika Rittershaus

Simon Rattle eröffnet mit einem fantastischen "Tristan"-Dirigat  die Osterfestspiele Baden-Baden. Die Inszenierung des Polen Mariusz Trelinski ist vor allem eines: einschläfernd.
Von Georg Rudiger

(Baden-Baden, 19. März 2016) Es ist dunkel im Festspielhaus Baden-Baden. Mariusz Trelinski hat nicht nur den zweiten Aufzug von „Tristan und Isolde“ in der Nacht angesiedelt, sondern Richard Wagners gesamte Oper. Die ewige Nacht als Schauplatz authentischer Gefühle – ein gut gemeinter Gedanke, der aber szenisch kaum Wirkung entfaltet, sondern auf die Dauer einfach nur einschläfert. [Premierenkritik lesen]

Jüdische Schicksale

Jean-Noël Briend und Sava Lolov als Walter Benjamin Foto: Stofleth

Fantastische Doppelpremiere beim "Festival der Humanität" an der Oper Lyon: Uraufführung von „Benjamin, dernière nuit“ von Michel Tabachnik und eine musikalisch wie szenisch sensationelle Neuproduktion von Halévys „La Juive“
Von Klaus Kalchschmid

(Lyon, 15., 16. März 2016) Welches Opernhaus wagt schon an zwei aufeinanderfolgenden Tagen eine szenisch aufwendige Uraufführung und eine selten gespielte Grand Opéra wie „La Juive“ als Neuproduktion – beides unter prominenter Beteiligung eines exzellenten Chors. Man muss in eine mittlere französische Stadt mit kaum einer halben Million Einwohnern fahren, um nach einem originellen zeitgenössischen Musik-Theater über die letzten Stunden Walter Benjamins eine beglückend stimmige, musikalisch sensationelle Aufführung einer geschickt und nur moderat gekürzten „La Juive“ von Jacques Fromental Halévy zu erleben. [Opernkritik lesen]

Bella Martha

Martha Argerich Foto: Sonja Werner/EMI

Martha Argerich begeistert im Duo mit Mischa Maisky in München
Von Robert Jungwirth

(München, 16. März 2016) Jedesmal wenn er mit Martha Argerich auftrete, verliebe er sich aufs Neue in sie, meint Mischa Maisky. Da geht es dem Cellisten wohl nicht anders als dem Publikum, das die Grande Dame des Klaviers auch bei einem Duo-Auftritt mit stürmischer Bewunderung und Leidenschaft feiert – wie jetzt beim Münchner Auftritt der beiden zusammen alt gewordenen Stars im Herkulessaal. [Konzertkritik lesen]

Wenn die Zeit auf der Stelle tritt

Ilseyar Khayrullova (Olga), Margarita Gritskova (Mascha), Aida Garifullina (Irina) Foto: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Péter Eötvös' "Tri Sestri" in einer Neuproduktion an der Wiener Staatsoper
Von Derek Weber

(13. März 2016) Kennte man Wien nicht besser, man möchte glatt an solide dramaturgische Verknüpfungen glauben: So viel wenig gespieltes Russisches gibt es hier nicht immer. Im Musikverein gastiert das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons mit Dmitri Schostakowitsch' "Leningrader" Symphonie, einem Werk, in das man viel Falsches und Halbrichtiges hineingeheimnissen kann, in einer Interpretation, die in ihrer emotional aufgeladenen und bis in letzte Details durchdachten Akkuratesse Zeugnis davon gibt, wie lange sich der lettische Dirigent mit diesem Werk schon beschäftigt, das vielleicht mehr noch als andere Schostakowitsch-Symphonien Zeitgeschichte in Noten fasst...[weiter]

Menschenzugewandtheit

Wilfried Hiller Foto: Jan Adamiak/Orff-Zentrum

Mit einem Uraufführungskonzert feiert das Münchner Orff-Zentrum Wilfried Hillers 75. Geburtstag
Von Robert Jungwirth

(München, 15. März 2016) Was hätte es für einen besseren Ort für das Geburtstagsständchen zu Wilfried Hillers 75. Geburtstag geben können als das Orff-Zentrum in München? Schließlich war Hiller einst Meisterschüler von Carl Orff gewesen und leitet seit einigen Jahren auch die Stiftung, die Orffs Namen trägt. Auch wenn Wilfried Hiller als Komponist ganz unverdächtig ist, wie Orff zu klingen, war und ist er doch immer ein wunderbar authentischer und humorvoller Werber und Fürsprecher für Werk und Person Carl Orffs. Und in Hillers Musik – diese Parallele sei zumindest angemerkt – klingt wie in Orffs Musik immer eine Menschenzugewandtheit an. [weiter]

Kontrollierte Emotionen

Truls Mork Foto: Johs Boe

Truls Mork begeistert mit Elgars Cello-Konzert beim Gürzenich-Orchester unter der nicht minder beeindruckenden Leitung von James Gaffigan
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 13. März 2016) Wie beim aktuellen Gürzenich-Konzert (Dirigent: James Gaffigan) gerechterweise anfangen? Vielleicht mit der Tsunami-Wirkung des zweiten, Richard Strauss gewidmeten Teils. Und hier, trotz des von Gaffigan klangorgiastisch auf die Spitze getriebenen Tanzes aus “Salome“ mit der sinfonischen Fantasie aus der Oper „Die Frau ohne Schatten“, vom Komponisten nach dem Krieg selber zusammengestellt. [Konzertkritik lesen]

Frech ironisch

Teresa Iervolino (Rosina) Foto: Yasuko Kageyama/Opera di Roma

Aus Anlass des 200. Geburtstags der Uraufführung von Rossinis „Barbier“ brachte die Oper Rom eine eigenwillige Neuproduktion des Opernklassikers heraus
Von Thomas Migge

(Rom, Ende Februar 2016) Zunächst war Gioacchino Rossinis Oper „Il Barbiere di Siviglia" kein Erfolg beschieden. Das änderte sich dann aber sehr schnell. Und so wurde die am 20. Februar 1816, also vor 200 Jahren, in Rom uraufgeführte Oper eine der meistgespielten und beliebtesten der gesamten Musikgeschichte. Ein Dauerbrenner. Wie setzt man so eine populäre Oper im Jubiläumsjahr in Rom in Szene? Historisch oder zeitgenössisch? [Opernkritik lesen]

Totgespielte klingen länger

Isabelle Faust Foto: Detlev Schneider

Die Geigerin Isabelle Faust und das Orchestre des Champs-Élysées unter Philippe Herreweghe demonstrierten in der Münchner Philharmonie, wie frisch Beethovens Violinkonzert und seine 5. Sinfonie noch immer klingen können
Von Laszlo Molnar

(München, 7. März 2016) Aufführungen von Violinkonzerten der Klassik und Romantik in historischer Aufführungspraxis sind immer noch selten. Das liegt daran, dass es zu wenige wirklich talentierte Geiger gibt, die sich auch mit historischer Aufführungspraxis beschäftigen. Die Talente der historischen Aufführungspraxis hingegen, vom Rang einer Amandine Beyer etwa, konzentrieren sich meist ganz auf das Repertoire des Barock, spätestens bis Mozart. [Konzertkritik lesen]

Vulkan vor dem Ausbruch

Andris Nelsons Foto: Marco Borggreve

Das WDR Sinfonieorchester unter Andris Nelsons mit Mahlers siebter Sinfonie in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 4. März 2016) Kein Zweifel: Der einst so umstrittene und vielfach abgelehnte Gustav Mahler hat sich in der Publikumsgunst etabliert. Oder doch nicht ganz? Es gibt immer noch divergierende Urteile,  Bevorzugungen. Allerdings betrifft dieses Faktum Mahler nicht alleine. Bei Haydn und selbst Mozart, dann bei Schubert, Mendelssohn, Tschaikowsky oder auch Bruckner vermag nur ein gewisser Teil des sinfonischen Oeuvres einen festen Repertoireplatz zu behaupten. [Konzertkritik lesen]

Verloren bei Escher

Foto: Anne Kirchbach

Ein Sängerfest, aber von Johannes Erath verrätselt und dank Zubin Mehta allzu üppig: Verdis „Ballo in Maschera“ an der Bayerischen Staatsoper
Von Klaus Kalchschmid

(München, 6. März 2016) Rätsel über Rätsel: Schon zu Beginn der Premiere von Verdis „Un ballo in maschera“ blicken wir durch Gaze, die tanzende Choristen antizipiert, auf ein Bühnenrund mit Doppelbett im Zentrum auf einem Fußboden aus verzerrtem Schachbrettmuster, surreal an der Decke gespiegelter großer geschwungener Treppe und einen Weg in den Keller: ein in sich verdrehter Raum ist das, der funktioniert wie eine optische Täuschung von M. C. Escher. [Premierenkritik lesen]

Nikolaus Harnoncourt gestorben

Die gerade erschienene letzte Aufnahme von Nikolaus Harnoncourt mit dem von ihm 1953 gegründeten Concentus Musicus wird jetzt sein Vermächtnis

Im Alter von 86 Jahren ist am 5. März der große Dirigent Nikolaus Harnoncourt gestorben. Erst im Dezember hatte er sich von öffentlichen Auftritten zurückgezogen.

Sein Tod kam zwar nicht ganz unerwartet, aber er reißt doch eine große Lücke in unser Musikleben, das Nikolaus Harnoncourt wie kaum ein anderer Dirigent während der vergangenen 40 bis 50 Jahre maßgeblich geprägt hat. Seine Studien zur sog. historischen Aufführungspraxis setzten Maßstäbe und führten zur Durchsetzung dieser Art Barockmusik und Musik der Klassik aufzuführen.

Aus Seoul, wo er zurzeit eine Konzerttournee unternimmt, äußert sich Marc Minkowski, Künstlerischer Leiter der Mozartwoche, zu Harnoncourts Tod: „Wir haben einen Vater verloren – einen geistigen und einen leiblichen Vater. Nicht ein Vorbild, nicht einen Lehrer, sondern einen Meister – streitbar, bestreitbar. Einen einzigartigen Künstler, der sowohl mächtigstes Licht als erschreckendste Schatten auf die Musikwelt warf. Und der uns wie alle großen Meister lehrte, Verantwortung zu tragen.
Die Nachricht traf wie ein Keulenschlag nach einem Konzert in Seoul mit Werken von Rameau. Unermessliche Trauer erfüllt mich und das Gefühl, dass so kurz nach dem Ableben von Pierre Boulez, seinem „feindlichen Bruder“, das Kapitel 20. Jahrhundert definitiv zu Ende geschrieben wurde. Wir, Kinder dieses Jahrhunderts, sind heute verwaist.
Unserem steten Mentor für Treue und Freiheit können wir jetzt nur eines sagen, über die Stille hinaus, die uns von nun an trennt: Danke!“

Hier geht es zum Nachruf von KlassikInfo

Im nächsten Video-Fenster können Sie Nikolaus Harnoncourt sehen und hören, wie er 2014 in Salzburg über die drei letzten Mozart-Symphonien spricht.

Besprechung des Salzburger Konzerts mit den drei letzten Mozart-Symphonien auf KlassikInfo

Musik muss man nicht sehen

Nobuyuki Tsujii Foto: Agentur

Der blinde japanische Pianist Nobuyuki Tsujii und die Dresdner Philharmonie unter ihrem Chefdirigenten Michael Sanderling zu Gast in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 3. März 2016) Dies war das erste Solistenkonzert mit Orchester in der Kölner Philharmonie seit dem ominösen 28. Februar, als das Publikum (mit dominierendem Senioren-Anteil) gegen den Cembalisten Maham Esfahani und die von ihm gebotene Steve-Reich-Komposition „Piano Phase“ opponierte. Jetzt, beim Gastspiel der Dresdner Philharmonie unter Michael Sanderling und mit dem blinden Pianisten Nobuyuki Tsujii, war die philharmonische Welt in Ordnung. [Konzertkritik lesen]

Sehnsucht und Leiden im Cowboyland

Mark Omvlee und Florian Plock Foto: Anna-Maria Löffelberger

Das Salzburger Landestheater zeigt die Oper „Brokeback Mountain“ von Annie Proulx und Charles Wourinen in einer bezwingenden Aufführung der Kammerfassung
Von Laszlo Molnar

(Salzburg, 27. Februar 2016) Kaum zu glauben, was aus einer Erzählung von gerade mal fünfzig Seiten herauszuholen ist. So kurz ist „Brokeback Mountain“ der amerikanischen Autorin Annie Proulx. Die Geschichte über die homosexuelle Liebe zweier Cowboys, die über sie ebenso heftig wie folgeschwer hereinbricht, hat gereicht für einen vieldiskutierten und preisgekrönten Film des Regisseurs Ang Lee im Jahr 2004 und eine 2014 in Madrid uraufgeführte abendfüllende Oper des amerikanischen Komponisten Charles Wourinen. [Premierenkritik lesen]

Eine Dirigentin tanzt Mozart

Myrto Papatanasiu und Patricia Petibon Foto: Gilles Abegg Opera de Dijon

Emmanuele Haïm brilliert mit Mozarts früher Seria-Oper "Mitridate" an der Oper Dijon
Von Robert Jungwirth

(Dijon, 26. Februar 2016) Emmanuele Haïm beim Dirigieren zuzusehen, ist nicht nur für Musiker inspirierend. Auch für die Zuhörer gewinnt die Musik - so scheint es - zusätzlich an Expression und Überzeugungskraft, wenn sie den elegant-präzisen Bewegungen des Oberkörpers und des Kopfes der Dirigentin folgen. [Premierenkritik lesen]

Partiell nüchtern

Juliane Banse Foto: Stefan Nimmesgern

Sopranistin Juliane Banse singt, begleitet von Martin Helmchen, Hindemiths Liederzyklus „Marienleben“ in der Kölner Philharmonie
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 25. Februar 2016) Es ist natürlich reiner Zufall, dass Kölner Musikfreunde die Sopranistin Juliane Banse jüngst mit gleich zwei Heiligenfiguren erleben konnten. An der Oper übernahm die Künstlerin in mehreren Vorstellungen für eine kurzfristig ausgefallene Kollegin die „Jeanne d’Arc“ von Walter Braunfels (s. Rezension 14.2.), jetzt sang sie in der Philharmonie von Leben, Leiden und Tod der Sancta Maria, wie von Rainer Maria Rilke gedichtet und von Paul Hindemith zu einem Liederzyklus gestaltet - „Das Marienleben“. [Konzertkritik lesen]

Tanz den Jago

Nino Machaidze (Desdemona), John Osborn (Otello) Foto: Werner Kmetitsch/Theater an der Wien

Nicht nur der handfeste Rassismus der venezianischen Oberschicht macht dem erfolgreichen arabischen Händler-Unternehmer Otello und seiner Desdemona in Michielettos Inszenierung der gleichnamigen Oper von Gioacchino Rossini am Theater an der Wien das Leben schwer
Von Derek Weber

(Wien, 23. Februar 2016) Was passiert, ist zuerst einmal eine Hetzjagd auf das Liebespaar. Gleich in der Ouvertüren-Bebilderung werden die grundlegenden Konstellationen des Werks pantomimisch vorgeführt: Jago tanzt teuflisch-verführerisch um Otello herum. Auch die Figur seiner Frau Emilia als seiner Komplizin wird von Anfang ins rechte Licht gerückt. [Opernkritik lesen]

Pianist mit drei Händen

Mark Viner spielt Opernparaphrasen von Sigismond Thalberg
Von Robert Jungwirth

Auch wenn Sigismond Thalberg es als Komponist selbstverständlich nicht mit seinen beiden Konkurrenten aufnehmen konnte, so waren seine Opernparaphrasen nicht nur beim Pariser Publikum lange Zeit im 19. Jahrhundert überaus beliebt. In ihnen zeigt sich Thalbergs staunenswerte Erfindung der sogenannten „dritten Hand“. [CD-Besprechung lesen]

Vom sich dahin schleppenden Leben

Evelyn Herlitzius Foto: Bern Ulig

Donald Runnicles und David Hermann führen mit „Die Sache Makropulos“ den Janáček-Schwerpunkt an der Deutschen Oper Berlin fort
Von Antje Rößler

(Berlin, 19. Februar 2016) Die „Sache Makropulos“ ist ein Rezept für ein Elixier, welches das Leben verlängert. Und dieser Zaubertrank wurde von Emilia Marty ausgiebig genutzt. Die mit ihren 337 Jahren immer noch wunderschöne Operndiva lebt ohne zu altern unter wechselnden Namen, jedoch immer mit Initialen E. M. – als Elina Makropulos, als Elian MacGregor usw. Doch schließlich erkennt sie: Die Unsterblichkeit bringt keine Erfüllung; erst die Endlichkeit des Lebens macht es wertvoll. [Premierenkritik lesen]

Grundmusikalisch

Joseph Bastian Foto: Andrea Lesjak & Andreas Knapp

Der Posaunist des Symphonieorchesters des BR Joseph Bastian sprang bei seinen Kollegen kurzfristig für den erkrankten Robin Ticciati als Dirigent ein – und überzeugte
Von Klaus Kalchschmid     

(München, 18. Februar 2016) Vielleicht ist dies der Anfang einer großen Karriere, vielleicht aber auch nur der Beweis, dass da ein umfassend gebildeter Musiker am Pult steht, der eben nicht nur virtuos Posaune spielen kann. Denn man kennt den 34-jährigen Franzosen Joseph Bastian als (Bass-)Posaunisten zwischen Barock (mit den fabelhaften „Les Cornets Noirs“) und musica viva, sowie als Leiter des Abaco-Orchesters der Münchner Universität. [Konzertkritik lesen]

Mit Stand- und Spielbein

Krzystof Urbański Foto: Maria Maslanka

Krzystof Urbański dirigiert Kilar, Lutosławski und Smetana bei den Münchner Philharmonikern
Von Klaus Kalchschmid

(München, 14. Februar 2016) Eigentlich kennt man Stand- und Spielbein nur aus dem Museum von antiken Jünglingsstatuen in Marmor. Dass man das einmal in Bewegung erleben konnte, war ein besonderes Schmankerl bei der Sonntags-Matinée der Münchner Philharmoniker unter Krzystof Urbański in der Philharmonie. Denn der 33-jährige Pole mit der wild aufgegelten Frisur dirigierte nicht nur mit extravagant sprechender Eleganz, sondern drehte und hob manchmal Ferse oder gar den ganzen Fuß seines linken Beins zur Seite, als wollten selbige mitdirigieren. [Konzertkritik lesen]

Liebe und Hass im UNO-Quartier

Nicole Cabell und Monica Bacelli Foto: Magali Dougados

Mit Händels Alcina weiht das Grand Théâtre de Genève seine provisorische Spielstätte ein: die Opéra des Nations
Von Oliver Schneider

(Genf, 15. Februar 2016) Statt Richtung Rhône fährt man seit Montag vom Bahnhof für etwas mehr als zwei Jahre in Genfs internationales Quartier, um in die Oper zu gehen. Schräg gegenüber dem Hauptsitz des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge wurde inmitten eines zur Universität gehörigen Parks ein – recyclebares – Holztheater errichtet, in dem das Grand Théâtre die Renovationsphase seines Stammhauses verbringt. [Premierenkritik lesen]

Zerstörte Zivilisationslandschaft

Foto: Paul Leclaire

Tatjana Gürbaca inszeniert und Lothar Zagrosek dirigiert eine intensive "Jeanne d’Arc" von Walter Braunfels an der Kölner Oper
Von Christoph Zimmermann

 (Köln, 14.Februar 2016) Die Kölner Premiere von Walter Braunfels‘ Oper „Jeanne d’Arc“ hing am seidenen Faden. Zunächst fiel die ursprünglich vorgesehene Titelrollensängerin Claudia Rohrbach krankheitsbedingt aus, die rechtzeitig als alternative Besetzung verpflichtete Natalie Karl hatte auf der Generalprobe einen Unfall und musste ins Krankenhaus. In wirklich letzter Minute wurde man der Sopranistin Juliane Banse habhaft, die schon 2001 bei der konzertanten Uraufführung in Stockholm und bei den Salzburger Festspielen 2013 die Johanna verkörpert hatte. [Premierenkritik lesen]

Repertoiresucher

Gidon Kremer Foto: Kristijonas Kucinskas / DG

Gidon Kremer, Giedre Dirvanauskaite und Daniil Trifonov mit einem Kammermusikprogramm zu Gast in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 10. Februar 2016) Für den Auftritt von Gidon Kremer, Giedre Dirvanauskaite und Daniil Trifonov hätte der für Köln immer wieder angedachte und angemahnte Kammermusiksaal von der Platzkapazität sicher nicht ausgereicht. Bis in die letzten Sitzreihen hinein war die Philharmonie ausgesprochen dicht gefüllt. [Konzertkritik lesen]

Mit heiligem Ernst

Kent Nagano Foto: Felix Broede

Kent Nagano dirigiert Bach und Messiaen beim Symphonieorchester des BR in München
Von Robert Jungwirth

(München, 5. Februar 2016) Der heilige Ernst, mit dem Kent Nagano an diesem Abend zu Werke ging, wich auch beim Schlussapplaus nicht aus seinem gestrengen Gesicht. Nagano wirkte wie ein Zeremonienmeister bei einer heiligen Handlung, was vor allem den spirituell-religiösen Stücken dieses Abends geschuldet war. Wie sollte man sich Bachs letzter, vom Tod unterbrochener Komposition auch anders widmen als in Ehrfurcht erschauernd. [Konzertkritik lesen]

Ein Fest des Lebens

Foto: Julian Röder

Calixto Bieitos Inszenierung von Henry Purcells „The Fairy Queen“ am Stuttgarter Schauspielhaus ist eine phantastische Revue der Bühnenkünste
Von Laszlo Molnar

(Stuttgart, 5. Februar 2016)  „One charming night gives more delight than a hundred lucky days.“ So heißt es in Henry Purcells Semiopera „The Fairy Queen“. Wie wahr, und wie allgemein gültig. Denn dieser Satz – eine bezaubernde Nacht schenkt mehr Lust als hundert glückliche Tage - gilt nicht nur als Motto der auf Shakespeares „A Midsummernight’s Dream“ fußenden Handlung der 1692 in London uraufgeführten Halboper; er prangt auch deutlich sichtbar während der gesamten drei Stunden, die die Aufführung der Inszenierung von Calixto Bieito im Schauspielhaus der Staatstheater Stuttgart einnimmt, auf der Bühne. [Opernkritik lesen]

Recht auf Freiheit

Juraj Valčuha Foto: Agentur

Juraj Valčuha lässt bei den Münchner Philharmonikern böhmische Musik farbig glänzen
Von Klaus Kalchschmid

(München, 4. Februar 2016) Was für ein akustisch wie optisch aufreizender Moment, den man so nur live im Konzert wahrnimmt: Neun Trompeter und vier Posaunisten erheben bei Leoš Janáčeks „Sinfonietta“ hinter dem Orchester – samt seinen sowieso schon 12 Blechbläsern – die Instrumente und spielen ihre Fanfaren mit einer Brillanz, die dieses ebenso kurze wie prägnante und opulent besetzte Werk mit herrlichem Glanz rahmt. [Konzertkritik lesen]

Spiderwoman

Foto: Oper Rom

Die Oper Rom zeigt “La Cenerentola“ von Giachino Rossini in einer Inszenierung von Emma Dante
Von Thomas Migge

(Rom, Anfang Februar 2016) Um eine „Cenerentola“ zu bieten, die nicht in das altbekannte Interpretationsschema passt, lud Roms Staatsoper die Regisseurin Emma Dante für diese Oper ein. Emma Dante ist in Italien ein Theaterstar. Die Sizilianerin wurde vor allem durch ihre kryptischen Installationsstücke berühmt, in denen immer wieder vor allem Frauengestalten als Opfer einer ungerechten Gesellschaft/Familie/Situation thematisiert werden. [Opernkritik lesen]

Eine Verdi-Entdeckung

Foto: Thilo Beu

Will Humburg entreißt Verdis wenig bekannte Oper „Jerusalem“ an der Bonner Oper spektakulär dem Vergessen
Von Christoph Zimmermann

(Bonn, 31. Januar 2016) Will Humburg entführt mit dem Beethoven Orchester in die Mailänder Scala. Realiter dirigiert er Verdis "Jerusalem" freilich an der Bonner Oper. Seit letzter Spielzeit GMD in Darmstadt, ist Humburg häufiger Gast an diesem Haus wie auch im benachbarten Köln. Dort wird er demnächst mit Parsifal (WA) zeigen, dass sein Repertoire über die italienische Oper entschieden hinaus geht, für die er allerdings ein besonderes Händchen besitzt, wie immer wieder erlebt. [Opernkritik lesen]

Die unendliche Münchner Konzertsaalposse mit neuer Lachnummer

War der erste Standort doch der beste? Der Münchner Marstall. Foto: KlassikInfo

Die Debatte um Münchens neuen Konzertsaal läuft seit einigen Tagen Gefahr, endgültig der Lächerlichkeit preisgegeben zu werden. Vorstufen dazu gab es bereits zahlreiche. Von absurden Standortvorschlägen angefangen bis hin zur vollkommen verfehlten "Zwillingslösung", die auch gleich noch das gesamte Münchner (klassische) Musikleben demontiert hätte.
Das Maß an Dilettantismus und Ignoranz, das maßgebliche Politiker jeglicher Couleur hier dem staunenden Publikum über Jahre darboten, ist schon beachtlich. Die Krone setzt der schier unendlichen Posse nun ausgerechnet ein Politiker auf, der gar nicht mehr im Amt ist: Wolfgang Heubisch, seinerzeit Kunstminister von der FDP, der erste und womöglich letzte seiner Art in Bayern. [weiter]

Das Original bleibt Sieger

Les Musiciens Du Louvre Grenoble - ©Elisabeth Carecchio

Marc Minkowski, künstlerischer Leiter der Mozartwoche Salzburg, dirigierte Händels grandiose Kurzoper „Acis und Galatea“ im Original und in der Bearbeitung von Mendelssohn
Von Laszlo Molnar

(Salzburg, 29. Januar 2016)  Bevor das Konzert am letzten Wochenende des Festivals 2016 im Haus für Mozart – bereits um 18.30 Uhr – begann, wandte sich Marc Minkowski mit einer kleinen Ansprache ans Publikum, in der er über die Fassungen von Händels Pastorale „Acis and Galatea“ sprach. Zum Ende erwähnte er, das dies das erste Stück gewesen sei, mit dem er 18-jährig erstmals als Dirigent aufgetreten sei. [Konzertkritik lesen]

Uraufführungskritik: South Pole

Klangräume der Verlorenheit

Rolanndo Villazon und Thomas Hampson Foto: Anne Kirchbach

Kirill Petrenko dirigiert die Uraufführung von Miroslav Srnkas Oper „South Pole“ über die Südpolexpedition von Scott und Amundsen mit Rolando Villazon und Thomas Hampson an der Bayerischen Staatsoper. Die Inszenierung stammt von Hans Neuenfels.
Von Robert Jungwirth

(München, 31. Januar 2016) Thomas Hampson singt Morsezeichen. „Erlaube mir mitzuteilen, Kurs auf Antarktis“. So beginnt die Oper „South Pole“ von Miroslav Srnka und so begann im Herbst 1910 das Wettrennen um die Eroberung des Südpols. Der britische Forscher Robert Falcon Scott hatte sich schon auf den Weg gemacht, als ihm der Norweger Roals Amundsen mit dem gleichen Ziel folgte und ihm diese Botschaft als Funkspruch übermittelte. [Opernkritik lesen]

Salome - ein Puppenheim

Jeanne-Michèle Charbonnet (Herodias) und Catherine Naglestad (Salome) Foto: Monika Rittershaus

Claus Guth inszeniert „Salome“ an der Deutschen Oper Berlin als Parabel eines Kindesmissbrauchs
Von Antje Rößler

(Berlin, 29. Januar 2016) Die arrogante, laszive Jungfrau, die zur Mörderin wird und den abgeschlagenen Kopf ihres Opfers fordert – diese Frau existiert bei Claus Guth nicht. Der Regisseur hat „Salome“, seine erste Inszenierung an der Deutschen Oper Berlin, kräftig gegen den Strich gebürstet: Er liest Richard Strauss’ Oper als familiäres Drama eines Kindesmissbrauchs. [Opernkritik lesen]

Fast ein Mendelssohn-Festival

Matthias Schulz und Marc Minkowski Foto: Matthias Baus

Eindrücke von einer begeisternden Salzburger Mozartwoche 2016
Von Derek Weber

(Salzburg, Ende Januar 2016) Alle Jahre wieder eine Salzburger Mozartwoche: Ist das nicht fad, nicht Hören auf geplättetenn Pfaden? Mitnichten. Dafür sorgt allein schon der Kitzbühel-reife Ausfallmodus: Harnoncourt hat aus Altersgründen abgesagt, das Hagen- und das Ebene-Quartett können jeweils wegen der Verletzung eines ihrer Mitglieder nicht spielen. Auch der betagte Menahem Pressler kommt nicht. [Festivalbericht lesen]

Musikalischer Urknall

Foto: Zlatko Micic

Die Basel Sinfonietta spielt Adès und Lindberg in einer Messehalle - unter ihrem zukünftigen Chefdirigenten Baldur Brönnimann
Von Robert Jungwirth

(Basel, 24. Januar 2016) Für dieses Konzert hätte sich die Basel Sinfonietta eigentlich einen anderen Namen zulegen müssen. Denn statt eines kleinen Orchesters, was der Name Sinfonietta suggeriert, hat sich auf der Bühne der Basler Messehalle 3 ein ausgewachsenes Symphonieorchester mit überdimensionalem Schlagwerkapparat aufgebaut, das beinahe die ganze Breite der Halle einnimmt. Ungewöhnliche Werke erfordern ungewöhnliche Maßnahmen – auch räumliche. [Konzertbesprechung lesen]

Höllenfahrt einer verlorenen Seele

Ausrine Stundyte in der Titelrolle (Mitte) Foto: Oper de Lyon

Dmitri Tcherniakov bringt in Lyon Schostakowitschs "Lady Macbeth von Mzensk" heraus
Von Robert Jungwirth

(Lyon, 23. Januar 2016) Russische Polizisten können sehr beunruhigend wirken. Der aus Moskau stammende Regisseur Dmitri Tcherniakov weiß das. Und so lässt er den Männerchor der Oper Lyon als unberechenbar-gefährliche Meute auf die Bühne stolpern – in einer gespenstischen Mischung aus lächerlich und brutal. [Premierenkritik lesen]

Energiespritzen

Eine bemerkenswerte Einspielung der h-Moll-Messe von Bach mit der Gächinger Kantorei Stuttgart und dem Freiburger Barockorchester unter Hans-Christoph Rademann

Dass sich Hans-Christoph Rademann als Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart für seine Debüt-CD Bachs h-Moll-Messe heraussuchte, ist keine Überraschung. Das klangliche Ergebnis allerdings schon. Mit der verschlankten Gächinger Kantorei, dem Freiburger Barockorchester und einem ganz homogenen Solistenensemble gelingt ihm eine so leichtfüßige wie tiefsinnige Interpretation, die Referenzcharakter hat. [CD-Kritik lesen]

Jaja, die Mütter

David Zimmer und Christa Fedder Foto: Theater Coburg

Der Intendant des Theaters Coburg Bodo Busse inszeniert Hans Zenders "Winterreise" nach Schubert als Familienaufstellung
Von Robert Jungwirth

(16. Januar 2016) Endlich eine „Winterreise“ im Schnee, nicht wie sonst meist bei sommerlichen Temperaturen. Und kurz vor Beginn fegte passenderweise auch noch ein veritabler Schneesturm über Coburg hinweg und wehte die Zuschauer förmlich ins Theater hinein. [Premierenkritik lesen]

Toxische Verwechslung

Die Münchner Symphoniker mit Schuberts Schauspielmusik zu „Rosamunde“
Von Klaus Kalchschmid

(München, 17. Januar 2016) Wolf Euba hat sich daran versucht, auch erfolgreich Elke Heidenreich – in einer Aufführung beim Akademiekonzert des Bayerischen Staatsorchesters unter Kent Nagano. Nun also der Regisseur und Schauspieler Dominik Wilgenbus, bekannt für seine witzig gewürzten und knackig gereimten deutschen Bearbeitungen italienischer Opern für die Münchner Kammeroper. [Konzertkritik lesen]

Nicken genügt

Rudolf Buchbinder Foto: Marco Borggreve

Rudolf Buchbinder und die Dresdner Staatskapelle mit Mozart-Konzerten in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 13. Januar 2016) In diesem Jahr feiert der österreichische Pianist Rudolf Buchbinder seinen 70. Geburtstag feiert. Buchbinders mehrfache Marathon-Präsentation von dessen 32 Sonaten, sein Buch „Mein Beethoven“ – das zeigt den Kenner und Könner wahrhaft nachdrücklich. [Konzertkritik lesen]

Wille zur Monumentalität

Andris Nelsons Foto: Marco Borggreve

Andris Nelsons überzeugt bei seinem Auftritt mit den Wiener Philharmonikern nur teilweise
Von Christian Gohlke

(Wien, 10. Januar 2016) Dass bei einer Matinee im prachtvollen, traditionssatten Goldenen Saal des Wiener Musikvereins eine Uraufführung vom Publikum beinahe heftiger akklamiert wird als die Sinfonien von Haydn und Beethoven, kommt nicht alle Tage vor. [Konzertkritik lesen]

Schrecken des Lebens in bedrängter Zeit

Hartmut Haenchen Foto: Elisabeth Heinemann

Hartmut Haenchen beeindruckt mit Schostakowitschs Achter beim Gürzenich-Orchester
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 10. Januar 2016) Innerhalb kürzester Zeit bekam man in der Kölner Philharmonie Franz Schuberts 5. Sinfonie (B-Dur, D 485) gleich zweimal zu hören- Das Concerto con moto Leipzig unter dem Aufsteiger Lorenzo Viotti (Sohn Marcello Viottis) spielte in seiner relativ kleinen Besetzung das Werk naturgemäß schlank in Klang. In normaler Größe trat drei Tage später das von Hartmut Haenchen geleitete Gürzenich-Orchester an. Da entstand ganz automatisch mehr Volumen, eine stärkere sinfonische Breite. [Konzertkritik lesen]

Dirigenten sollen künstlerische Visionäre sein

Kristjan Järvi Foto: Peter Adamik

Kristjan Järvi leitet heute und morgen erstmals das Bayerische Staatsorchester in einem Konzert. Auf dem Programm stehen Werke von Bernstein, Milhaud, ter Veldhuis und Tschaikowsky. Als Solist ist der Jazz-Saxophonist Branford Marsalis zu hören.
Im Interview mit KlassikInfo erklärt Järvi, warum er nebem dem von ihm initiierten Baltic Sea Youth Orchestra nun noch ein weiteres Orchester, das Baltic Sea Philharmonic Orchestra, gegründet hat und welche Pläne er als Chef des MDR Sinfonieorchesters hat.[Interview lesen]

Pierre Boulez gestorben

Pierre Boulez Foto: DG

Pierre Boulez war als Komponist, Dirigent und Initiator zahlloser Musikprojekte eine Jahrhundertfigur. Jetzt ist er im Alter von 90 Jahren an seinem Wohnort in Baden-Baden gestorben

(6. Januar 2016) Wer Pierre Boulez noch vor wenigen Jahren als Dirigent erlebt hat, etwa in Wien, in Luzern, in Berlin oder in den USA, konnte kaum glauben, dass dieser voller Spannung und Vitalität steckende Musiker weit über 80 Jahre alt war. Trotz seines stolzen Alters war Pierre Boulez bis vor wenigen Jahren noch immer weltweit als Konzertdirigent im Einsatz und er produzierte auch noch fleißig CD-Aufnahmen. [Nachruf lesen]

Neue Klänge für eine ungewöhnliche Besetzung

Trio Catch Foto: Trio Catch

Das junge Hamburger Trio Catch setzt sich sehr erfolgreich für zeitgenössische Musik ein. Von den wichtigsten europäischen Konzerthäusern wurde es jetzt zu „Rising Stars“ gewählt. Vor kurzem war es bei den Badenweiler Musiktagen zu Gast
Von Georg Rudiger

(Januar 2016) Tonrepetitionen im Klavier werden von heftigen Eruptionen der Klarinette begleitet. Das Cello  verstärkt mit atemlosen Trillern die Unruhe und Nervosität der Musik. Das Trio von Georges Aperghis aus dem Jahr 1996, das die Debüt-CD des Hamburger „Trio Catch“ eröffnet, ist keine leichte Kost. Auch die acht weiteren Stücke von Beat Furrer bis Mark Andre tragen experimentellen Charakter. Die drei Musikerinnen entlocken ihren Instrumenten nie gehörte Töne. [Porträt lesen]

Geigenglühen

Tianwa Yang Foto: Friedrun Reinhold

Die chinesische Geigerin Tianwa Yang spielte spielte für den erkrankten Erik Schumann mit dem WDR Sinfonieorchester unter Christoph Eschenbach Saint-Saens' Violinkonzert - dazu gab es Bruckners Sechste in der Kölner Philharmonie
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 18. Dezember 2015) Natürlich wäre es – schon vom Aspekt des Lokalstolzes her – schön gewesen, wenn der gebürtige Kölner Erik Schumann mit dem WDR Sinfonieorchester das dritte Violinkonzert von Camille Saint-Saens aufgeführt hätte. Eine Erkrankung machte diesen Plan aber zunichte. So ist auf einen anderen Auftritt baldmöglichst zu hoffen, vielleicht auch als Primarius des 2007 gegründeten Schumann-Quartetts, in dem – wie bei den Hagens – zwei Geschwister mitwirken. [Konzertkritik lesen]

Von der Dringlichkeit des Musizierens

SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg unter François-Xavier Roth Foto: SWR

Ein halbes Jahr vor der Fusion präsentiert sich das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg unter seinem Chefdirigenten François-Xavier Roth in Bestform
Von Georg Rudiger

(Freiburg, 20. Dezember 2015) Geradezu manisch schraubt sich die Solovioline am Ende des Kopfsatzes von Jean Sibelius‘ Violinkonzert in die Höhe. „Con tutta forza“ – mit aller Kraft – steht in der Partitur. Christian Tetzlaff arbeitet sich ab an diesen Tonleiterketten und Doppelgriffen. Der Bogen kratzt, die Spitzentöne sind grell. Das SWR Sinfonieorchester bettet den Solisten nicht weich, sondern sorgt mit scharfem Blech und wuchtigen Streichern für einen massiven, kantigen Sound, gegen den sich der Solist behaupten muss. [Konzertkritik lesen]

Zwischen Teddybär und Raubkatze - Variationen zum Thema Männlichkeit

Léonard Engel Foto: W. Hösl

Das Bayerische Staatsballett präsentiert bei seiner ersten Premiere in dieser Saison zwei Wiederaufnahmen von Balanchine und Robbins und eine Uraufführung von Aszure Barton
Von Christian Gohlke

(München, 20.12.2015) Es ist ein unterhaltsamer Abend, den das Bayerische Staatsballett als erste Premiere in dieser Saison aus drei ganz verschiedenen Einzelstücken zusammengestellt hat. Dabei handelt es sich um zwei Wiederaufnahmen und um eine Uraufführung. Zwar ergeben die Choreographien von Balanchine, Robbins und Barton nicht unbedingt ein großes, wohlkomponiertes Ganzes. Aber das macht nichts. Jedes dieser Ballette ist sehenswert, wenn natürlich auch aus jeweils ganz anderen Gründen. [Premierenkritik lesen]

Er hat sich eingemischt

Kurt Masur Foto: Phonoakademie

Zum Tod von Kurt Masur
Von Robert Jungwirth

(20. Dezember 2015) Kurt Masur hat sich nie davor gescheut, Stellung zu beziehen, in musikalischen Fragen ebenso wenig wie in gesellschaftlichen, auch wenn er dabei auf Widerstände stieß. Gerade Widerstände reizten ihn. Schon zu Beginn seiner Karriere hatte Masur seine Hartnäckigkeit unter Beweis gestellt, als der junge Dirigent in musikalischen Grundsatzfragen selbst gegenüber seinem weltberühmten Chef, dem Leiter der komischen Oper Walter Felsenstein, unnachgiebig blieb. Schließlich führten die Auseinandersetzungen sogar zur Demission Masurs. [Nachruf lesen]

Jauchzet, frohlocket

Das Weihnachtsoratorium mit dem Windsbacher Knabenchor auf CD und live in München
Von Klaus Kalchschmid

(München, 15. Dezember 2015) Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium ist vor allem mit seinen ersten drei Kantaten enorm populär. Dass die Nummern vier bis sechs, gewidmet dem Fest der Beschneidung, dem Sonntag nach Neujahr und Epiphanias (Heilig Drei König) nicht minder schöne, farbige Musik enthalten, wissen Konzertbesucher, die in den Genuss einer – immer noch seltenen -Gesamtaufführung kommen, weil sie den Rahmen eines normalen Konzerts sprengt, oder eine der zahlreichen CD-Einspielungen im Dezember aus dem Regal holen. [Besprechung lesen]

Die beste aller (Musical-)Welten

Das Münchner Gärtnerplatztheater zeigt Leonard Bernsteins kurisoses Musical "Candide" nach Voltaire in der Reithalle als wunderbar groteske Revue
Von Klaus Kalchschmid

(München, 17. Dezember 2015) – Leonard Bernsteins durchgeknallte, satirische Operette nach „Candide oder Der Glaube an die beste aller Welten“ von Voltaire aus dem Jahr 1956 spielte das Gärtnerplatztheater jahrelang höchst erfolgreich konzertant mit den ironischen Zwischentexten von Loriot. Jetzt wagt das Haus eine szenische Aufführung der Scottish Opera Version von 1988 mit den Gesangsnummern auf Englisch und den gesprochenen Texten auf Deutsch, die dem Affen richtig Zucker gibt und sicher wieder Kult wird, auch wenn sie leider ohne den herrlich trockenen Humor von Vicco von Bülow auskommen muss. [Premierenkritik lesen]

Belcanto-Lieder

Rolando Villazón: Treasures of Bel Canto, Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino (Leitung: Marco Armiliato), DG.
Von Georg Rudiger


Für sein neues Belcanto-Album hat Rolando Villazón wenig bekannte Lieder ausgegraben und mit Orchesterarrangements versehen lassen. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Giuseppe Verdis expressive Lieder, die nah an der Oper sind und über Belcanto weit hinausgehen, vertragen die dramatische Verstärkung. In „Il poveretto“ (Der arme Mann) sind Trompetenfanfaren zu hören, wenn vom Soldatenleben die Rede ist. „Deh, pietoso, o Addolorata“ (Ach neige, du Schmerzensreich) erinnert mit seiner Rezitativ-Passage und der Cabaletta an eine Opernarie. [CD-Kritik lesen]

Keine tönende Schizophrenie

Piotr Anderszewski Foto: Warner Classics / Ari Rossner

Der Pianist Piotr Anderszewski mit Werken von Bach, Schumann und Szymanowski zu Gast in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 8. Dezember 2015) Das Publikum, das dem polnischen Pianisten Piotr Anderszewski lauschte, war zahlenmäßig überschaubar, jedoch ausnehmend begeistert. Dabei gab es erst einmal eine nicht näher begründete Programmänderung hinzunehmen. Die Bach-Partiten BWV 830 und 825 wurden zwar gespielt, aber die angekündigten Werke von Leos Janacek und Béla Bartók wichen Kompositionen von Robert Schumann und Karol Szymanowski. Bei einem Künstler, der seinen Auftritt bei einem maßgeblichen Klavierwettbewerb (Leeds 1990) von sich aus abbrach, weil er mit sich nicht zufrieden war, muss notwendigerweise als skrupulös gelten. [Konzertkritik lesen]

In Tastengewittern

Daniil Trifonov Foto: Dario Acosta / DG

Daniil Trifonov und Valery Gergiev führten mit den Münchner Philharmonikern Rachmaninows drittes Klavierkonzert auf, dazu gab es noch Wagner und Skrjabin
Von Robert Jungwirth

(München, 14. Dezember 2015) Er hüpfte auf die Bühne wie weiland Ilja Richter. Nein, nicht Valery Gergiev, sondern Andreas Korn, den die Münchner Philharmoniker neu als Moderator für ihre Jugendkonzerte engagiert haben. Der schlaksige Moderator verbreitete tatsächlich ein wenig die Atmosphäre einer TV-Show – nur noch das berühmte „Licht aus – Spot an“ fehlte. Korn versuchte eine möglichst lockere Vermittlung und Einführung in die Stücke des Abends für sein junges Publikum zu bieten. Das gelang (noch) nicht immer gleichermaßen überzeugend, aber die Münchner Philharmoniker gehen immerhin neue Wege in der so wichtigen Heranführung eines jungen Publikums an klassische Musik. [Konzertkritik lesen]

Verführung

Joseph Kaiser und Gieorgij Puchalski Foto: Monika Rittershaus

Christof Loy inszeniert einen intensiven „Peter Grimes“ im Theater an der Wien mit einem großartigen Joseph Kaiser in der Titelpartie
Von Klaus Kalchschmid

(Wien, 12. Dezember 2015) Peter Grimes, seine Jungs und eine verschworene, misstrauische und übelgesinnte Dorfgemeinschaft am Meer, in der es nicht nur den einen, offensichtlichen Außenseiter gibt: davon handelt Benjamin Brittens erste Oper, uraufgeführt 1945 – und zugleich seine populärste und meistgespielte. Christof Loy erzählt in seiner Inszenierung am Theater an der Wien deutlicher als Britten und sein Textdichter Montagu Slater die Geschichte eines Homosexuellen, der keinen Knaben, sondern einen schon erwachsenen, mindestens 18-jährigen Lehrling namens John beschäftigt. [Premierenkritik lesen]

Jahrhundertstimme

Alle Recitals zu Elisabeth Schwarzkopfs 100. Geburtstag auf 31 CDs bei Warner Classics
Von Klaus Kalchschmid

(Dezember 2015) Elisabeth Schwarzkopf war nicht zuletzt dank ihres Gatten, des legendären EMI-Produzenten Walter Legge, ein schillerndes, omnipräsentes Geschöpf der LP-Ära in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie sonst nur noch Maria Callas – ebenfalls bei der EMI. Deshalb gibt es mit der Schwarzkopf zahlreiche, auch technisch exzellente Studio-Gesamtaufnahmen von Opern und vor allem Operetten, aber auch eine Reihe verschiedenster Recitals. [weiter]

Oper in Zeiten des Krieges

Anna Netrebko als Giovanna d'Arco in Kitschkostüm vor Kitschkulisse Foto: Brescia-Amisano / Teatro alla Scala

Terrorwarnung draußen, Befreiungskrieg drinnen - Giuseppe Verdis „Giovanna d’Arco" zur Saisoneröffnung der Mailänder Scala. Riccardo Chailly dirigierte, Anna Netrebko sang die Titelpartie
Von Derek Weber

(Mailand, 7. Dezember 2015) „Giovanna d´Arco" – nie gehört? Kein Wunder, das ist eine eher wenig bekannte frühe Verdi-Oper, 1845 – also nach „Nabucco" und „Ernani"-, an der Mailänder Scala uraufgeführt und danach dort nur mehr in zwei Aufführungsserien 1857 und 1865 gezeigt. Kaum auch anderswo. Die diesjährige Scala-Eröffnung war also ein 170- und ein 150-Jahr-Jubiläum, das allein schon die Wiederaufführung rechtfertigen könnte. [Premierenkritik lesen]

Finnlands musikalischer Bote

CD-Editionen und eine DVD-Box zu Jean Sibelius‘ 150. Geburtstag
Von Klaus Kalchschmid

(8. Dezember 2015) Jean Sibelius ist trotz seiner Bekanntheit und Beliebtheit mit nur wenigen Werken im Repertoire vertreten: Vor allem mit dem Violinkonzert, der heimlichen Nationalhymne Finlandia, der Karelia-Suite, einigen wenigen seiner Symphonien, etwa der Fünften, allenfalls noch dem Streichquartett Voces intimae. Aber wer kennt schon die ebenso sperrige wie faszinierend moderne, nicht nur von Wolfgang Rihm hochgeschätzte Vierte, die übrige Kammer- und Klaviermusik, die Lieder, die großartige frühe, gewaltige Kullervo-Symphonie-Kantate, die zahlreichen (Männer-)Chöre oder seine umfangreiche Bühnenmusik zu Shakespeares Sturm oder Maeterlincks Pelléas et Melisande und anderen Dramen. [weiter]

Das Europaparlament im Sanatorium

Nahuel di Pierro, Rosa Feola, Marc Bodnar, Raphael Clamer Foto: Monika Rittershaus

Christoph Marthaler inszeniert Rossinis „Il Viaggio a Reims“ in Zürich als groteske Farce auf das europäische Polittheater namens EU
Von Robert Jungwirth

(Zürich, 6. Dezember 2015) Europas Eliten aus Politik und Gesellschaft sind ein Club grotesker geltungsüchtiger Damen und vor allem Herren in grässlichen Kostümen und noch grässlicheren Anzügen, unmöglichen Frisuren und schlecht sitzenden Toupets. So jedenfalls stellen sie sich in Christoph Marthalers Inszenierung von „Il Viaggio a Reims“ an der Züricher Oper dar. Doch das ist weiter nicht schlimm, denn auch Rossini hat selbiges Personal annähernd 200 Jahre zuvor bereits ähnlich vernichtend gezeichnet. Sein Dramma giocoso von 1825 ist eine umwerfende Parodie auf den damals tonangebenden europäischen Adel in all seiner aufgeblasenen und sinnleeren Geckenhaftigkeit. [Premierenkritik lesen]

Enttäuschender Bach, furioser Mozart

Hélène Grimaud Foto: www.helenegrimaud.com

Hélène Grimaud und die Camerata München spielten in Köln unter Radoslaw Szulc Werke von Bach, Mozart und Haydn
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 3. Dezember 2015) Attraktiver Mittelpunkt beim jüngsten „Meisterkonzert“ der Westdeutschen Konzertdirektion war die französische Pianistin Hélène Grimaud. Sie erfreute nicht nur mit manueller und gestalterischer Musikalität, man empfindet Sympathie auch wegen ihrer außermusikalischen Aktivitäten. Die „Wolfsfrau“ ist beispielsweise eine erklärte Naturschützerin. Aber auch auf ureigenem künstlerischen Terrain geht Hélène Grimaud immer wieder neue, unorthodoxe Wege. [Konzertkritik lesen]

Der Dampfkessel ist explodiert

Douglas Bostock und Christian Weidmann Foto: Priska Ketterer

Im Jahr 2013 feierte das argovia philharmonic, das früher Aargauer Symphonie Orchester hieß, sein 50jähriges Bestehen. Unter seinem Chefdirigenten Douglas Bostock erspielte sich das Orchester mit vielfältigem Repertoire einen festen Platz in der Schweizer Orchesterlandschaft. Christian Weidmann, seit 2012 Geschäftsführer und seit kurzem auch Intendant des argovia philharmonic, spricht im Interview mit KlassikInfo über den neuen Namen, die Programmatik und das Publikum des Orchesters.

KlassikInfo: Seit der Saison 2013/14 heißt das Orchester argovia philharmonic. Was war der Grund für die Umbenennung? [Interview lesen]

Umfrage: Mehrheit für die Paketposthalle als Standort des neuen Münchner Konzertsaals

So könnte sie mal aussehen, die Paketposthalle mit dem Konzertsaal in ihr: ein kulturelles Wahrzeichen der Metropole München von europäischer Ausstrahlung. Simulation: Campo Projektentwicklungsgesellschaft

Ergebnis der KlassikInfo-Leserumfrage: Klare Mehrheit für die Paketposthalle in Laim

(München, 2. Dezember 2015) Eine klare Mehrheit der Leser von KlassikInfo hat sich in einer Online-Umfrage für die Paketposthalle in Laim als Standort für den neuen Münchner Konzertsaal ausgesprochen. Eine knappe Woche konnten die Leser ihr Votum für einen der beiden zur Debatte stehenden Orte, Paketposthalle oder sogenanntes Werksviertel am Ostbahnhof, abgeben. 67% votierten für den Standort im Westen Münchens, nur 32 % für den Ostbahnhof. [weiter]

Leidenschaftlicher Hamburger

Kent Nagano Foto: Felix Broede

Seit der Spielzeit 2015/2016 ist Kent Nagano Generalmusikdirektor der Staatsoper in Hamburg. Im Interview mit KlassikInfo spricht er über seine Projekte, Ziele und Träume für Hamburg.

KlassikInfo: Welche künstlerischen Wünsche und Ziele verfolgen Sie für die Hamburgische Staatsoper?

Nagano: In Hamburg geht es im Wesentlichen um drei Institutionen, die seit hunderten von Jahren zusammengehören: die eine ist die Staatsoper selbst, die zweite ist das Philharmonische Staatsorchester, und die dritte ist das Hamburger Staatsballett mit seinem Direktor John Neumeier.  Ich denke, seit vielen Jahren ist es das wichtigste Projekt, diese Institutionen noch näher zusammenzubringen. Dann wird es irgendwann eine Zusammenarbeit zwischen ihnen geben, die wir so noch nicht erlebt haben. [Interview lesen]

Rocky Horror Picture Show

Evgeny Nikitin mit Dämonen Foto: Anne Kirchbach

In einer furiosen Inszenierung von Barrie Kosky erlebt Sergej Prokofjews Oper „Der feurige Engel“ an der Bayerischen Staatsoper ihre späte Münchner Erstaufführung. Am Pult steht Vladimir Jurowski.
Von Robert Jungwirth

(München, 30. November 2015) Ein Hotelzimmer innerhalb einer Viertelstunde mit einer wildfremden Person zu verwüsten, dazu gehört schon was. Dabei wirkte dieser Ruprecht, als er das Zimmer betrat, sich erstmal einen Wodka eingoss und es sich auf dem Bett gemütlich machte, eigentlich ganz normal in seiner Gemütsverfassung. Doch dann tauchte diese Frau unter seinem Bett auf, die sich von Dämonen verfolgt fühlt und die in Ruprecht - ganz Mann - sofort eine Art Beschützerinstinkt und noch etwas mehr auslöste...Damit nahm das Verhängnis seinen Lauf und die Verwüstung der schönen Suite - die am Ende der Oper nur mehr eine verkokelte Ruine ist. [Premierenkritik lesen]

Wunder zu viert

Quatuor Ébène Foto: Julien Mignot

Das Quatuor Ébène spielte erstmals mit seinem neuen Bratscher in München - und begeisterte
Von Klaus Kalchschmid

(München, 24. November 2015) Was für ein ausnehmend seltener, geradezu magischer Moment am Ende des langsamen Satzes von Joseph Haydns frühem C-Dur-Streichquartett op. 20/2! Das rezitativische „Capriccio“, in dem sich Cello oder auch erste Geige in herzzerreißendem Sehnsuchtston ergehen – und das bereits 1772, 25 Jahre vor Franz Schuberts Geburt! – endet mit einem Halbschluss und geht beinahe nahtlos in das Menuetto über: So fein, zart und verzaubernd war das wohl noch nie zu hören, weshalb der vollbesetzte Herkulessaal die Luft anhielt. [Konzertkritik lesen]

Opernraritäten

Beim Label cpo sind drei überzeugende Operngesamtaufnahmen mit dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Ulf Schirmer erschienen: Franz Léhars “Paganini”, Carl Maria von Webers “Silvana” und Richard Strauss' “Feuersnot”
Von Christoph Zimmermann

Zu den Phonoadressen, wo man sich besonders um unbekanntes Repertoire kümmert, gehört der jpc-Vertrieb mit seinem Label cpo. Was Oper betrifft, so ist Produzent Burkhard Schmilgun häufig unterwegs, um sich Aufführungen anzusehen, bei denen ihm eine Veröffentlichung auf CD lohnend erscheint. Diese erfolgt dann oft in Koproduktion mit Rundfunkanstalten, speziell mit Deutschlandradio. Außer Bühnenaufführungen werden auch Konzertaufnahmen anvisiert, bei denen störende Nebengeräusche weitgehend wegfallen. [CD-Besprechungen lesen]

Passion mit Operntouch

Überzeugende Aufnahme von Johann Heinrichs Grauns Passionsoratorium "Der Tod Jesu" mit den Arcis-Vocalisten und L'Arpa Festante
Von Laszlo Molnar

Zur Passionszeit wieder Musik von Bach? Natürlich, von Bachs Musik kann man nie genug bekommen. Aber das war nicht immer so. Vom Tod Bachs 1750 bis 1829, dem Jahr der Wiederaufführung seiner Matthäuspassion durch Felix Mendelssohn in Berlin, stand zur Passionszeit keinesfalls mehr Bachs Musik im Zentrum. Sie war schlicht und einfach altmodisch geworden. Empfindsamere Komponisten waren angesagt und komponierten neue Passionsmusiken, darunter auch Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel.[CD-Besprechung lesen]

More most wanted Recitals

Unter dem Etikett „Most Wanted“ hat das Label Decca eine Fülle von Sängeraufnahmen neu veröffentlicht, darunter echte Raritäten, deren Existenz wohl nur eingefleischten Sammlern bekannt ist. Sie stammen zum größten Teil aus den fünfziger und sechziger Jahren. Die erste und größere Serie wurde an dieser Stelle im August des vergangenen Jahres vorgestellt. Hier nun die Fortsetzung.
Von Christoph Zimmermann

(Januar, 2015) Begonnen sei - „Ladies first“ - mit Inge Borkh. Die Wagner-Heroinen versagte sich die Sängerin in kluger Selbsteinschätzung, obwohl sie eine weltweit gefragte Salome und Elektra von Strauss war. [weiter]

New York, New York

Gordon Gross/pixelio.de

Laut, schmutzig und mit Gebäuden, vor denen man sich winzig fühlt. Jedes mal fasziniert und erschreckt einen New York. Mit immer neuen Skyscrapern, mit immer weniger Gebäuden aus der Zeit des Art Deco, den 1930er bis 50er Jahren.
Jenen Jahrzehnten, in denen, wie im Fall des Empire State Buildings, die schönsten Wolkenkratzer der Stadt am Hudson in die höhe gezogen wurden. Ruhig, relativ sauber, mit fast schon intimen Quartieren, schicken Boutiquen und kleinen Restaurants sind Williamsburg und Park Slope in Brooklyn.
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Man muss von einem Werk sprechen


(Salzburg, 22. Juli 2014) In Salzburg, wo Nikolaus Harnoncourt gerade die letzten drei Mozart-Symphonien mit dem Concentus Musicus aufgeführt hat (siehe Besprechung unten), stellte er auch die soeben erschienene CD mit den drei Werken vor
. Dabei sprach der Dirigent über die Verbindungen zwischen den drei Symphonien, die für ihn letztlich ein zusammenhängendes Werk bilden. Außerdem über die Vorzüge des von ihm vor 60 Jahren gegründeten Originalklangensembles. [Weiteres Video ansehen]

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