CD der Woche

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Online ReiseJournal

Meldungen

65. Internationaler Musikwettbewerb der ARD in den Fächern Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett

Vom 29. August bis zum 16. September 2016 treffen sich Nachwuchsmusiker aus allen Teilen der Welt in München zum 65. Internationalen Musikwettbewerb der ARD. In diesem Jahr wird der Wettbewerb in den Fächern Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett ausgetragen. Insgesamt gab es 345 Bewerbungen...

Polizei äußert bei einigen Beschäftigten der Bayreuther Festspiele Sicherheitsbedenken

Bei der Überprüfung des Personals der Bayreuther Festspiele hat die Polizei bei einigen Mitarbeitern Sicherheitsbedenken angemeldet. Die etwa 35 Personen sollen nicht mehr in sicherheitsrelevanten Bereichen, also im Festspielhaus eingesetzt werden, heißt es. Die polizeilichen Bedenken beziehen sich...

Der Preis ist nicht heiß: fragwürdiger Echo-Klassik 2016 vergeben

Anna Netrebko, Philippe Jaroussky, Sol Gabetta, Pinchas Zukerman, Holger Falk, Asya Fateyeva, Grigory Sokolov, Christiane Karg und Andrea Bocelli – sie alle und noch viele viele Musikerinnen und Musiker mehr, 48 um genau zu sein, gehören zu den Preisträgern des Echo-Klassik 2016; frei nach dem...

BR-Klassik-Festspielzeit bietet Festival-Highlights des Jahres 2016

An rund 70 Abenden vom 26. Juni bis 10. September bietet BR-Klassik die großen musikalischen Ereignisse dieses Sommers in Mitschnitten und Liveübertragungen. Den Auftakt machte die Eröffnung der Münchner Opernfestspiele am 26.6. mit der Neuinszenierung von Jacques Fromental Halévys Oper „La Juive“....

Münchner Philharmoniker starten eigenes Label

Am 30. September 2016 veröffentlichen die Münchner Philharmoniker und ihr Chefdirigent Valery Gergiev die ersten beiden Live-Konzertaufzeichnugen des orchestereigenen Labels MPHIL: Mahlers Symphonie Nr. 2 (Antrittskonzert) und Bruckners Symphonie Nr. 4. Die Aufnahmen erscheinen ein Jahr nach...

Bayreuther Parsifal-Premiere live auf BR-Klassik und am 30. Juli in 3sat

Die Richard-Wagner-Festspiele auf dem Grünen Hügel von Bayreuth werden in diesem Jahr mit der Premiere der „Parsifal"-Neuproduktion eröffnet. BR-Klassik überträgt am Montag, 25. Juli, ab 15.57 Uhr live aus dem Bayreuther Festspielhaus im Hörfunk und im Videostream auf br-klassik.de/concert. Am...

Facebook erhält Verschlossene Auster

Das amerikanische soziale Netzwerk Facebook erhält in diesem Jahr die "Verschlossene Auster", den traditionellen Preis für den Informationsblockierer des Jahres, den die Journalistenorganisation Netzwerk Recherche vergibt. Sie kritisiert damit den intransparenten Umgang von Facebook mit...

Harte Zeiten für Bayreuth-Besucher

Das Bayreuther Festspielhaus verfügt über die vermutlich unbequemsten Opernsitze der Welt. Fünf Stunden Wagner werden hier schnell zu einer Herausforderung für Rücken und Beine, selbst für ausgesprochene Fans des Meisters. Und jetzt dürfen die Besucher nicht mal mehr Sitzkissen mit ins Auditorium...

Musikpreis des VDKD geht an Alexej Gerassimez

Der mit 10.000 Euro dotierte Musikpreis des Verbandes der Deutschen Konzertdirektionen e.V. (VDKD) geht in diesem Jahr an den Percussionisten Alexej Gerassimez. Die Auszeichnung wird jährlich wechselnd an förderungswürdige junge Musiker oder Ensembles, beziehungsweise Bands, aus den Bereichen der...

Hartmut Haenchen springt für Andris Nelsons in Bayreuth ein

Hartmut Haenchen wird den Bayreuther "Parsifal" in diesem Jahr dirigieren. Nelsons hatte die Proben kurzfristig verlassen, weil es zu "atmosphärischen Störungen" gekommen war - was immer das im Detail bedeutet. Die Festspielleitung freue sich, dass es nun gelungen sei, mit...

Revolution im Münchner Nationaltheater: Dallmayr übernimmt Catering von Käfer

Es ist eine gastronomische Revolution, die sich in Münchens Musentempel, dem Nationaltheater, ereignet hat: Nach über 50 Jahren ununterbrochener Tätigkeit als Caterer für die Opernbesucher wird die Firma Käfer diesen Service nun an den Konkurrenten Dallmayr abtreten müssen. Bei einer Ausschreibung...

Nelsons steigt aus Bayreuther Parsifal aus

Der Dirigent Andris Nelsons hat seinen Rückzug von der Bayreuther Neuproduktion des "Parsifal" in diesem Sommer angekündigt. Die Festspielleitung hat bestätigt, dass Nelsons um die Auflösung seines Vertrags gebeten habe. Die Umstände bei den diesjährigen Festspielen hätten nicht die...

Opernpartituren von Spontini in Belgien gefunden

Handschriftliche Partituren von vier verloren geglaubten Opern Gaspare Spontinis sind in der Bibliothek des Schlosses Ursel in Hingene in Belgien sind entdeckt worden. Es handelt sich um die frühen Opern «Il quadro parlante» (1800), «Il geloso e l’audace» (1801), «Le metamorfosi di Pasquale ossia...

427.000 Euro durch Benefizkonzert mit Lang Lang für Bamberger Klosterkirche St. Michael

Das Benefizkonzert zugunsten der Stiftung Weltkulturerbe Stadt Bamberg für die Renovierung der Klosterkirche St. Michael mit Lang Lang, Jonathan Nott und den Bamberger Symphonikern Ende März in der ausverkauften Brose Arena in Bamberg war ein voller Erfolg. Durch den Ticketverkauf und die großzügig...

Siemens Musikstiftung ließ Partituren von Luigi Nono digitalisieren

Über 1,5 Terabyte mit digitalisierten Originalpartituren, Notizen und Skizzen aus der Hand Luigi Nonos hat ein Projekt der Ernst von Siemens Musikstiftung erstellt, das jetzt kurz vor dem erfolgreichen Abschluss steht. Die Daten werden an die Paul Sacher Stiftung übergeben, das digitale Archiv soll...

15. UniCredit Festspiel-Nacht

Sängerinnen und Sänger der Bayerischen Staatsoper mitten in der Stadt – das bietet die UniCredit Festspiel-Nacht am Freitag, 24. Juni, ab 20 Uhr. Zum bereits 15. Mal präsentieren zum Auftakt der Münchner Opernfestspiele Künstler auf mehreren Bühnen und an verschiedenen Spielstätten Höhepunkte aus...

Interpretationen im Vergleich: "L'Orfeo" von Monteverdi

Die Sendung "Interpretationen im Vergleich" auf BR-Klassik widmet sich am 21. Juni, 20.03 Uhr, Claudio Monteverdis Oper "Orfeo".
Im Jahr 1607 komponierte Monteverdi seinen "Orfeo", der bis heute vielen als das erste vollgültige Beispiel der Gattung gilt. Der...

Gewinner des Robert-Schumann-Wettbewerbs stehen fest

Die Preisträger des 17. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbs für Klavier und Gesang stehen fest: Mit Goldmedaillen ausgezeichnet werden die 30-jährige Mezzosopranistin Henriette Gödde (Deutschland) und der 27-jährige Bariton André Baleiro (Portugal). In der Kategorie Klavier wurde kein...

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Wahnsinn, Gift und Dolch

Hamlet und der Geist Foto: Bregenzer Festspiele/Karl Forster

Wiederentdeckung einer effektsicheren italienischen „Hamlet“-Oper von Franco Faccio bei den Bregenzer Festspielen
Von Klaus Kalchschmid

(Bregenz, 20. Juli 2016) „Essere o non essere!“ So die ersten Worte von Hamlets berühmtem Monolog „Sein oder Nichtsein“ in der italienischen Version des gerade mal 20 Jahre alten, aber schon höchst versierten Textdichters Arrigo Boito. Franco Faccio komponierte ihn 1865 denn auch nicht als Arie, sondern als langsam sich steigernde Szene, in der die tastenden Worte des Beginns in einen veritablen Aufschrei münden, wie er erst Jahrzehnte später im Verismo Klang wird. [Premierenkritik lesen]

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Die Fusion ist immer noch ein Skandal

François-Xavier Roth Foto: Matthias Baus

Am vergangenen Wochenende gab das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg seine letzten beiden Konzerte überhaupt. Georg Rudiger hat im Freiburger Konzerthaus mit dem Chefdirigenten François-Xavier Roth gesprochen, der seit 2015 auch Generalmusikdirektor in Köln ist.

KlassikInfo: Als die Fusionspläne des Südwestrundfunks bekannt wurden, sagten Sie, Sie möchten nicht der Totengräber des Orchesters sein. Jetzt mussten Sie diese Rolle doch spielen. Wie ging es Ihnen damit?

Roth: So sehe ich meine Rolle nicht. Als wir gesehen haben, dass unser Protest keinen Erfolg hat und die Fusion endgültig beschlossen war, habe ich mich mit dem Orchester zusammengesetzt. Die Frage war: Wie gestalten wir das Ende? Und die Antwort lautete: Wir möchten bis zuletzt zeigen, wie lebendig und wichtig dieses Orchester ist. [Interview lesen]

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Bach-Assoziationen und piepsende Fledermäuse

Fester Stammgast in Lockenhaus: Alexander Lonquich Foto: Agentur

Eindrücke vom Musikfestival Lockenhaus, das einst unter Gidon Kremers Leitung Weltgeltung erlangt hat, sein Profil aber auch unter der Leitung des Cellisten Nicolas Altstaedt behaupten kann
Von Derek Weber

(Lockenhaus, Anfang Juli 2016) Jedes Festival braucht ein Motto, das breit genug gefasst ist, um vieles darunter subsumieren zu können. Lockenhaus hat dieses bunte Oszillieren schon immer zu bedienen gewusst. Man erinnert sich: 1981 hat alles unter der Schirmherrschaft des Lockenhausener Pfarrers und des so stillen wie beharrlichen Geigers Gidon Kremer begonnen. Seit die Festivalleitung vor fünf Jahren an den Cellisten Nicolas Altstaedt übergeben wurde, hat sich der Schwerpunkt der Teilnehmer und Programme ein wenig nach Westen hin verlagert. [Festivalbericht lesen]

Immer auf der Suche

Richard Tognetti und das Australian Chamber Orchestra Foto: Mick Bruzzese

(Juli 2016) Richard Tognetti ist seit 1989 Leiter des 1975 gegründeten, hoch gelobten Australian Chamber Orchestra, das in diesem Jahr beim Menuhin-Festival in Gstaad zu Gast sein wird. Im Interview mit KlassikInfo erzählt der Geiger, Komponist und Dirigent über sein Orchester, den Klang der Musik in Australien und seine Verbindung zur Schweizerischen Musikszene.

KlassikInfo: Sie haben unter anderem am Konservatorium in Bern studiert - was verbinden Sie persönlich mit der Schweiz und dem Menuhin-Festival in Gstaad?

Tognetti: Das war eine prägende Zeit in meinem Leben. Ich habe dort tiefe, lebenslange Freundschaften gefunden und viele außergewöhnliche musikalische Erfahrungen sammeln können. Eines meiner ersten Erlebnisse als Zuhörer war eine Probe, in der Heinz Holliger gespielt und Lutoslawski seine eigene Musik dirigiert hat. [Interview lesen]

Heifetz zu Ehren

Vladimir Spivakov, Renaud Capuçon Foto: Bernard Fruhinsholz

Eindrücke vom 28. Internationalen Musikfestival Colmar, das von Wladimir Spivakov geleitet wird und das in diesem Jahr dem Andenken an Jascha Heifetz gewidmet war
Von Georg Rudiger

(Colmar, Anfang Juli 2016) „Ich rate Ihnen dringend, jeden Abend, bevor Sie mit solch übermenschlicher Vollkommenheit spielen, ein paar falsche Töne zu spielen, statt zu beten. Kein Sterblicher sollte es wagen, so makellos zu spielen“, schrieb George Bernard Shaw an Jascha Heifetz. Der große Geiger Fritz Kreisler wollte gar seine „Fiedel nehmen und über den Knien zerbrechen“, nachdem er Heifetz 1913 in Leipzig gehört hatte. Das 28. internationale Musikfestival Colmar widmet sich in diesem Jahr dem 1900 in Vilnius/Litauen geborenen, 1987 in Los Angeles verstorbenen Wundergeiger. [Festivalbericht lesen]

Bund fördert Barenboim-Said Akademie als Beitrag zum Friedensprozess im Nahen Osten

Daniel Barenboim und Monika Grütters im Pierre-Boulez-Saal der Barenboim-Said Akademie Foto: Bundesregierung/Plambeck

Daniel Barenboim und Monika Grütters besichtigen die fast fertige Barenboim-Said Akademie in Berlin

(Berlin, 11. Juli 2016) Das Staatsministerium für Kultur und Medien fördert den Bau der Barenboim-Said Akademie in Berlin mit 20 Millionen Euro. Auch die Betriebskosten sollen künftig vom Bund aus dem Haushalt des Ministeriums finanziert werden. Im kommenden Haushalt 2017 stehen für die Akademie 5,5 Millionen Euro zur Verfügung. [weiter]

Slapstick und Tragik

Auftritt mit Beil: Gezim Myshketa (Sir Riccardo), Diana Haller (Enrichetta von Frankreich), Edgardo Rocha (Lord Arturo) Foto: A. T. Schaefer

An der Stuttgarter Staatsoper werden ungekürzte „Puritani“ zum szenisch-musikalischen Ereignis
Von Klaus Kalchschmid

(Stuttgart, 8. Juli 2016) Wenn am Schluss von Vincenzo Bellinis phantastisch-märchenhafter letzter Oper „I Puritani“ der in Kampfhandlungen zwischen den Engländern und den Stuarts erblindete Arturo auf seine ob dessen vermeintlicher Untreue wahnsinnig gewordene Geliebte Elvira trifft, dann sind beide im Innersten Versehrte und Traumatisierte. [Premierenkritik lesen]

Gegenkolonisation

Christian Miedl als Kolonisator mit obskurem Instrumentarium Foto: Wilfried Hösl

Mauricio Kagels Musiktheater „Mare Nostrum“ verharrt an der Bayerischen Staatsoper im Entwicklungsstadium
Von Robert Jungwirth

(München, 8. Juli 2016) „Weißen Säulen, verschönend hoch, immer anders kapott gebaut. Und viele unvollkommene Menschen drin, och kapott. Alt- und Neubeschädigt, im Kriech-spiel vergewundert, vergangen und halbheil davon gegangen.“ So blicken die Amazonier auf uns, die Bewohner Europas, als sie, die Amazonier, sich aufmachten, den Mittelmeeraum zu „erobern, zu befrieden und zu konvertieren“ – wie es in Maurico Kagels Kammeroper „Mare Nostrum“ heißt. [Kritik lesen]

Nelsons Bayreuth-Flucht ist ein schwerer Imageschaden für die Festspiele

Kommentar von Robert Jungwirth

(7. Juli 2016) Die kurzfristige Ankündigung des Dirigenten Andris Nelsons, die Festspielpremiere des „Parsifal“ in Bayreuth nicht zu dirigieren, ist ein Supergau für die Bayreuther Festspiele - auch wenn wenige Tage danach mit Hartmut Haenchen ein mehr als respektabler Ersatz verpflichtet werden konnte. Haenchens Einsatz ist in doppelter Hinsicht bewundernswert: erstens, weil es nur gut zwei Wochen bis zur Premiere sind, zweitens, weil die Voraussetzungen für den Abtritt Nelsons auch für jeden Nachfolger eine Bürde sind. [weiter]

Singen, nicht spielen

Alexandre Tharaud Foto: Marco Borggreve

Alexandre Tharaud mit Bachs Goldberg-Variationen in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 29. Juni 2016) „Dieses Werk führt hoch hinaus in Regionen, wo die Luft dünn wird und einem unerwartet der Atem stockt“, so wurde mal Johann Sebastian Bachs Aria mit 30 Veränderungen, BWV 988, Klavierübung Teil IV beschrieben. In  ihrer konstruktiven Vielgestaltigkeit, ihrer formalen Fantasie, aber auch in ihren emotionalen Versteckspielen gehören die Goldberg-Variationen neben (und vor) Ludwig van Beethovens Diabelli-Variationen zu den komplexesten Werken dieses Genres in der Klavierliteratur. [Konzertkritik lesen]

Religiöse Fanatiker

Aleksandra Kurzak, Roberto Alagna Foto: Anne Kirchbach

Die Opernfestspiele in München werden im Nationaltheater eindrucksvoll mit „La Juive“ in der Inszenierung von Calixto Bieito eröffnet
Von Klaus Kalchschmid

(München, 26. Juni 2016) Fromental Halévys Grand Opéra „La Juive“, uraufgeführt 1835 in Paris, wurde seit 1933 in München nicht mehr und auch andernorts sehr selten gespielt. Aber seit einigen Jahren erlebt das großartige Werk eine Renaissance. Nach Wien (1999) folgte unter anderem Stuttgart (2008), zuletzt Mannheim, Lyon und Nürnberg. Dank fulminanter, hochvirtuoser Sänger, eines großartigen Bayerischen Staatsorchesters unter Bertrand de Billy und einer ebenso strengen und klugen wie physisch intensiven Regie durch Calixto Bieito wurde die Münchner Neuinszenierung im Nationaltheater ein Triumpf. [Premierenkritik lesen]

Mauern aus Verblendung und Hass

Foto: Wilfried Hösl

Nachtkritik: Fromental Halévys Oper "La Juive" an der Bayerischen Staatsoper

(München, 26. Juni 2016) Mit einer bewegenden Aufführung von Fromental Halévys Oper "La Juive" ("Die Jüdin") wurden gestern die Münchner Opernfestspiele eröffnet. Seit dem Verbot des Werks zur Zeit des Nationalsozialismus war es nicht mehr auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper zu sehen gewesen. Regisseur Calixto Bieito gelingt ein in seiner Reduktion beklemmendes Endspiel über religiöse Verblendung und die Folgen von blindem Hass und Zorn. Im Zentrum der Bühne von Rebecca Ringst steht eine aus Stahlquadern errichtete Mauer: Klagemauer und (tödliche) Grenze zwischen den Glaubensfronten - faszinierend ausgeleuchtet von Michael Bauer. [weiter]

Erzengel Michael auf Drogentrip

Foto: Sandra Then

Das Theater Basel zeigt den ersten Teil „Donnerstag“ aus Karlheinz Stockhausens siebenteiligem Opernzyklus „Licht“
Von Georg Rudiger

(Basel, 25. Juni 2016) In der linken Hand ein Glas Whiskey, in der rechten eine Zigarette. Die Vorband im Foyer des Basler Theaters gibt sich betont relaxt, man trägt Schlaghosen und Langhaarperücke, bevor die sechsstündige Oper „Donnerstag“ von Karlheinz Stockhausen mit scharfen, gestanzten Akkorden im Blech beginnt. Seit der Londoner Aufführung im Jahr 1985 wurde der in den 1970-er Jahren komponierte (Uraufführung 1981 in Mailand) erste Teil des siebenteiligen Opernzyklus „Licht“ nicht mehr aufgeführt. Es geht ums ganz Große – die Menschwerdung durch Musik, den Kampf zwischen Gut und Böse, die Verbindung zwischen Gott und dem Menschen. Dafür hat Stockhausen eine sogenannte Superformel aus drei Tonreihen komponiert, die allen sieben Opern zugrunde liegt und die Protagonisten Michael, Eva und Luzifer charakterisiert. [Premierenkritik lesen]

Mehr groteske Pantomime als pathetisches Operndrama

Foto: Monika Rittershaus

Achim Freyer inszeniert am Theater an der Wien Beethovens „Fidelio“
Von Derek Weber

(Wien, 20. Juni 2016) Beethovens "Fidelio" kommt szenisch meist ein bisschen schwer und keuchend daher, selbst in den eigentlich "leichten" singspielhaften und -nahen Szenen. Die Dialoge lähmen. (Sänger pflegen selten gute Schauspieler oder Rezitatoren zu sein.) Das ist in der Regel das Grund-Manko von Aufführungen der Oper. Wenn aber ein solitärer Meister wie Achim Freyer am Regiepult steht, ist plötzlich alles anders. Da wird die spanische Erde leicht. Geschmeidig und schnell laufen die radikal zusammengekürzten Dialoge dahin. Die Oper gewinnt an Tempo. [Opernkritik lesen]

Musik als Lebenselixier

Menahem Pressler Foto: Körber-Stiftung/David Ausserhofer

Menahem Pressler war mehr als 50 Jahre Pianist des Beaux Art Trios, danach startete er eine Solokarriere. Holger Noltze gelingt mit seinem Gesprächsbuch "Dieses Verlangen nach Schönheit" ein wunderbares Porträt des Ausnahmemusikers
Von Robert Jungwirth

Was für ein anrührendes Bild: Der 90-jährige Menahem Pressler sitzt auf der Bühne und hört mit gespannter Aufmerksamkeit und nach vorne gebeugtem Oberkörper den vier Musikern des Ebène-Quartetts zu, wie sie für ihn ein Geburtstagskonzert spielen. „Es ist ein Bild des idealen Hörens. Pressler so hingerissen zuhören zu sehen, weckt den Wunsch, Musik auch einmal so zu erleben wie er“, schreibt Holger Noltze im Nachwort seines Gesprächsbuchs mit dem Jahrhundertmusiker Menahem Pressler. [weiter]

Husarenstück

Christoph Filler (Graf Ferry Hegedüs auf Doroszma), Susanne Seimel (O Lia San), Ensemble Foto: Christian POGO Zach

Dem Ensemble des Gärtnerplatztheaters gelingt im Prinzregententheater die Operette „Viktoria und ihr Husar“ mit Verve
Von Klaus Kalchschmid

(München, 16. Juni 2016) Endlich einmal wieder gibt es klassische Operette im traditionellen Gewand als Produktion des immer noch auf Wanderschaft befindlichen Gärtnerplatztheaters – im Prinzregententheater. Und die lustigste Szene des Abends trägt gleichermaßen den Stempel von Hausherr und Regisseur wie den des Choreographen Karl Alfred Schreiner: Josef Ellers „tanzt“ als junger, hübscher, gut gebauter Janczy in der Premiere von Paul Abrahams „Viktor und ihr Husar“, uraufgeführt 1930, mit seinem einzigen Kleidungsstück, einem weißen Handtuch, das auch noch immer kleiner wird, nachdem ihn Katja Reichert als seine angebetete Riquette gebadet und gebürstet hat, mit einer derart lässig-eleganten Gewandtheit, dass das Publikum immer gerade so viel zu sehen bekommt, wie noch schicklich ist. [Premierenkritik lesen]

Ein Strauß voll Strauss

Anne Schwanewilms Foto: Javier del Real

Anne Schwanewilms singt begleitet von Malcolm Martineau einen hinreißenden Liederabend beim Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen
Von Klaus Kalchschmid

(Garmisch, 15. Juni 2016) Eine konzertante „Elektra“, das Melodram „Enoch Arden“ mit der Festivalleiterin Brigitte Fassbaender als Sprecherin, einer der raren Meisterkurse mit Edita Gruberova, Lesung, Klavierduo, „Musik im Gespräch“ und drei Orchesterkonzerte – unter anderem mit der Symphonie d-moll (16. Juni) sowie - zum Abschluss - einer Orchestersuite aus dem Ballett „Schlagobers“ und „Don Quixote“ (17. Juni): Das diesjährige Richard-Strauss-Festival bot und bietet einmal mehr einen breiten Querschnitt durch das Schaffen seines Namensgebers, den ein wunderbarer Liederabend mit Anne Schwanewilms aufs Schönste ergänzte. [Besprechung lesen]

Selbstbewusste Partner

Julia Fischer/Igor Levit Foto: Veranstalter

Igor Levit und Julia Fischer beenden ihren Zyklus mit den zehn Beethoven-Sonaten im Münchner Prinzregenentheater
Von Klaus Kalchschmid

(München, 12. Juni 2016) Das war sie nun, die dritte und (leider) letzte Matinee mit allen zehn Sonaten für Klavier und Violine von Ludwig van Beethoven, gespielt von Igor Levit und Julia Fischer. Denn wenn sich zwei eigenständige, eminent selbstbewusste und im Temperament durchaus unterschiedliche Meister ihres Instruments chronologisch dem Kosmos eines Komponisten in einer Gattung widmen, dann ist das Ergebnis in jeder Hinsicht spannend und überraschend. [Konzertkritik lesen]

Durchs finstere 20. Jahrhundert

Eindrücke vom Musikprogramm bei den Wiener Festwochen
Von Derek Weber

(Wien, 4. und 5. Juni 2016)  Ja, man kann schon Angst bekommen beim Betrachten der Welt, wie sie sich uns gerade präsentiert und wie sie sich anschickt, von den Trumps, Hofers, Le Pens und Putins dominiert zu werden. Böse Erinnerungen sollen nicht übertrieben werden, aber zum Fürchten war ja auch das 20. Jahrhundert von Beginn an, spätestens seit dem mörderischen Ersten Weltkrieg, der die "Welt von gestern", von der Stefan Zweig erzählte, zum Verschwinden brachte, als hätte es sie nie gegeben. Schlimmer noch: Alle aufkeimende Hoffnung  auf Besseres, das es geben mochte, wurde sehr rasch im Keim erstickt. [weiter]

Jubiläum mit Staraufgebot

Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik feiern in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen - unter anderem mit Cimarosas "Heimlicher Ehe" mit Vesselina Kasarova und einem Auftritt des früheren Festivalleiters René Jacobs mit Glucks "Alceste"

„Tragicommedia“ machen die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2016 zu ihrem Motto. Zum 40-jährigen Jubiläum des Festivals sollen alle Saiten der Musik aus Renaissance, Barock und Klassik zum Klingen gebracht werden, entsprechend der barocken künstlerischen Ausdrucksform des „Chiaroscuro“. So wie vom 16. bis ins 18. Jahrhundert in der Bildenden Kunst durch spezielle Wirkungen von Licht und Schatten und in der Musik durch ein dynamisches Wechselspiel Hell-Dunkel-Kontraste als Spiegelbild des Lebens betont wurden, erklingt bei den Festwochen Musik verschiedenster Komponisten mit festlichen bis besinnlichen Tönen zwischen Hell und Dunkel, Freud und Leid, Triumph und Trauer, Dur und Moll. [weiter]

Musikkulturen aller Länder vereinigt euch!

Anoushka Shankar Foto: MDR/Maurice Demant

Die indische Sitar-Virtuosin Anoushka Shankar spielte mit dem MDR-Sinfonieorchester beim Festival of Lights in Leipzig das Konzert für Sitar und Orchester ihres Vaters Ravi Shankar
Von Stefan Pieper

(Leipzig, 4. Juni 2016) Berührungen zwischen indischer und westlicher musikalischer Hochkultur finden nach wie vor eher punktuell statt. Brückenschläge scheinen überfälliger denn je. Und wirken, wenn sie - wie beim Leipziger „Festival of Lights“ - dann mal stattfinden, um so unverbrauchter! [Kritik lesen]

Kino im Kopf

Foto: Gaëlle Astier-Perret

Große Oper, große Überraschungen: Das vierte „Festival Palazzetto Bru Zane“ mit französischer Musik der Romantik in Paris
Von Laszlo Molnar

(Paris, 3. und 4. Juni 2016) Was macht man üblicherweise an einem (verlängerten) Wochenende in Paris? Sehenswürdigkeiten abklappern, in den berühmten Museen abtauchen, in Cafés abhängen, am Abend in die Oper. Das ist bewährt, da macht man nichts falsch. Aber für den Musikliebhaber geht es auch anders, zumindest einmal im Jahr. Da veranstaltet die Stiftung „Palazzetto Bru Zane“ ein Festival der romantischen französischen Musik. [weiter]

Dada in Davos

Reto Bieri Foto: Priska Ketterer

Der Schweizer Klarinettist und Intendant Reto Bieri leitet seit September 2013 das Davos Festival, das in diesem Jahr (6.-20. August) unter dem Motto "Familienzone" steht. Im Interview mit KlassikInfo spricht er über die diesjährigen Festival-Highlights und wie er den berühmten Berg-Ort durch Musik verwandeln möchte.

KlassikInfo: Das Motto des Davos Festivals in diesem Jahr ist "Familienzone" - wie kamen Sie darauf, wo ist die Verbindung zur Musik?

Bieri: Familie heißt für uns alle Ursprung, Ausgangspunkt, erste Heimat, erstes Zuhause. Man kann durchaus sagen: Die Familie bildet so etwas wie den Grundton, den Grundakkord, die Tonika unseres Lebens. „Verwandtschaft ist Teilhaben an gemeinsamer Substanz“ sagt zum Beispiel der Musiktheoretiker Gustav Güldenstein in seiner Modulationslehre. Er bezieht sich damit ganz und gar auf das innermusikalische Geschehen. [Interview lesen]

Glück ohne Reue

Anna Netrebko (Elsa von Brabant), Piotr Beczala (Lohengrin) Foto: Daniel Koch

Christian Thielemann dirigiert in Dresden Wagners „Lohengrin“ in exzellenter Besetzung mit Anna Netrebko als Elsa und Piotr Beczala als Lohengrin
Von Christian Gohlke

(Dresden, 29. Mai 2016) Vier Repertoirevorstellungen einer alten, von Christine Mielitz erarbeiteten Inszenierung von Richard Wagners „Lohengrin“, die 1983 Premiere hatte noch ehe die Semperoper wiederaufgebaut war, wurden in Dresden zur Sensation dieser Opernsaison. Einen so gewaltigen Jubel wie nach der letzten Aufführung der Serie in dieser exquisiten Besetzung – erlebt man nicht alle Operntage. [Opernkritik lesen]

Das Blut spritzt fontänenhaft

Judith beim Männermorden (Johanni van Oostrum) Foto: Thilo Beu

Die Oper Bonn versucht eine Revitalisierung von Rezniceks Oper "Holofernes", die zumindest musikalisch gelingt
Von Christoph Zimmermann

(Bonn, 29. Mail 2016) Mit weit über hundert Seiten ist das aktuelle Programmheft der Oper Bonn üppiger als alle vorherigen. Nun kam mit Emil Nikolaus von Rezniceks „Holofernes“ aber auch ein Werk zur Aufführung, das nach seiner Premiere 1923 an der Städtischen Opern Berlin (und einigen Wiederaufnahmen in der Folgezeit –Titelrolle: Michael Bohnen) nie mehr gespielt wurde. In seiner Chemnitzer Intendantenzeit hatte Bernhard Helmich mit Rezniceks „Benzin“, einem „heiter-fantastischen Spiel mit Musik“, sogar eine posthume Uraufführung geboten (2010). [Premierenkritrik lesen]

Musiktheater forscht

Sieht so neues Musiktheater aus? "Hundun" von Judith Egger und Neele Hülcker Foto: Franz Kimmel

Halbzeit bei der Münchner Biennale für neues Musiktheater. Unter neuer Leitung gehen die Uraufführungen in diesem Jahr auf Entdeckungstour durch ungewöhnliche Räume und Sounds.
Von Klaus Kalchschmid

(München, Anfang Juni 2016) Eine musiktheatrale Paraphrase auf das Arbeitstagebuch Werner Herzogs zu seinem „Fitzcarraldo“-Film, die Übersetzung einer Kurzgeschichte von Foster Wallace ins Müller’sche Volksbad, Stimm-Akrobatik zu Werbetexten als One-Woman-Show und Arno Camenischs prall-sinnliche Lesung seiner rätoromanischen Texte über das skurrile Leben auf einer Alm, dazu Installationen und Performances wohin man schaut, aber allzu wenig Musik gab es bisher bei der ersten Musiktheater-Biennale unter der Leitung von Daniel Ott und Manos Tsangaris zu erleben. [Kritik lesen]

Lodernd

Teodor Currentzis Foto: Anton-Zavyalov

Patricia Kopatchinskaja und Teodor Currentzis mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg zu Gast in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 30. Mai 2016) Niccolò Paganini bezeichnete man einst als Teufelsgeiger. Teodor Currentzis könnte man – ohne den Vergleich zu weit treiben zu wollen - als Teufelsdirigenten empfinden, wobei das hier beschriebene Kölner Konzert ein durchaus typisches gewesen sein dürfte. Gertenschlank (durch einen eng geschnittenen Anzug unterstrichen) stand Currentzis vor dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und machte Dampf. Es wirkte tatsächlich so, als ob sich auf Knopfdruck (Einleitungsakkord von Beethovens Leonore III) Schleusen öffnen und Körpersäfte zum Sieden gebracht werden. [Konzertkritik lesen]

Lost in Traviata

Foto: Oper Rom

Valentinos "La Traviata" mit ein bisschen Regie von Sofia Coppola ist an der Staatsoper Rom mehr ein Ereignis vor als auf der Bühne
Thomas Migge

(Rom, Ende Mai 2016) Gleich zwei roteTeppiche stellten die ankommenden Gäste der römischen Staatsoper vor ein Problem. Über welchen sollte man nun zum Haupteingang schreiten? Bodyguards teilten die VIP-Ankömmlinge in zwei Gruppen. VIP-Gruppe 1 mußte rechts gehen, dazu gehörten die meisten der Promis. VIP-Gruppe 2 mußte links gehen und vor einer Stellwand mit der Aufschrift „Valentinos La Traviata“ vor dutzenden Paparazzi posieren. Darunter bekannte Schauspielerinnen wie etwa Monica Bellucci. [Opernkritik lesen]

Hinter einer Nebelschicht

Foto: Bärbl Hohmann

Bei den Schwetzinger Festspielen wurde Georg Friedrich Haas‘ Oper „Koma“ erfolgreich uraufgeführt
Von Georg Rudiger

(Schwetzingen, 27. Mai 2016) In Thomas Bernhards „Der Theatermacher“ scheitert der Protagonist Bruscon noch daran, das Ende seiner Komödie in der totalen Finsternis spielen zu lassen. Der Feuerwehrhauptmann von Utzbach besteht nämlich darauf, dass die Notbeleuchtung angeschaltet bleibt. Bei der Uraufführung von Georg Friedrich Haas‘ Oper „Koma“ nach einem Text von Händel Klaus im Rokokotheater des Schwetzinger Schlosses hingegen herrscht über weite Strecken völlige Dunkelheit. [Uraufführungskritik lesen]

Zwischen Aolus und Prometheus

Alexandre Bloch Foto: www.alexandrebloch.com

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und Xavier de Maistre unter Alexandre Bloch mit Werken von Mendelssohn, Hosokawa, Debussy und Webern
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 21. Mai 2016) Felix Mendelssohns „Sommernachtstraum“-Ouvertüre gehört zu den bekanntesten und fraglos auch beliebtesten Werken der Musikliteratur. Dennoch ruft dieser Geniewurf aus der Feder eines Siebzehnjährigen stets neues Erstaunen über so viel Frühreife hervor. Die sich immer wieder bewährende Qualität der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen erstaunt hingegen nicht, ist auch in Köln eine bestens vertraute. Mit inzwischen weit über hundert Auftritten ist der Klangkörper seit der Eröffnung der Philharmonie (1986) in diesem Haus regelmäßig präsent, oft mit seinem künstlerischen Leiter Paavo Järvi. [Konzertkritik lesen]

Auf der Suche nach dem perfekten Klang

Barokkanerne Foto: www.tagealtermusik-regensburg.de

Bei den Tagen Alter Musik in Regensburg gab es beim Originalklang in diesem Jahr auffallend viel Perfektion zu hören
Von Laszlo Molnar

(Regensburg, Pfingsten 2016) 2016, zu Pfingsten, gab es in Regensburg die Tage Alter Musik zum 32. Mal. Immer noch gibt es in ganz Deutschland kein Festival der Alten Musik von vergleichbarer Vielfalt, Dichte und Unberechenbarkeit. Nach wie vor halten die Gründerväter Ludwig Hartmann und Stephan Schmid die Fäden in der Hand und programmieren das Festival nach ihrem Geschmack. Da gibt es keine Prinzipien, keine Artists in Residence oder Programmschwerpunkte. Das einzige Prinzip ist die Suche nach dem Interessanten, nach neuen Namen und nach besonderen Programmen. [Festivalbericht lesen]

Furios

Lorenzo Viotti Foto: Stephan Doleschal

Der Wiener Concert-Verein, Alison Balsom und Kit Armstrong überzeugten in Köln unter der Leitung von Lorenzo Viotti mit Werken von Schostakowitsch und Haydn
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 17. Mai 2016) Der Auftritt des aus Mitgliedern der Symphoniker bestehenden Wiener Concert-Vereins, welcher den Weg nun auch einmal in die Kölner Philharmonie gefunden hat, war hinsichtlich Solisten und Dirigent auf Jugend ausgerichtet. Lorenzo Viotti, Mitte 20, hat die Karriereleiter eines Kapellmeisters mit enormer Schnelligkeit aufwärts genommen. Sein Vater war Marcello Viotti (1954-2005), was in biografischen Notizen seltsamerweise immer verschwiegen wird. Sein Sohn Lorenzo ist u.a. ausgebildeter Schlagzeuger und war als solcher auch bei den Wiener Philharmonikern tätig. [Konzertkritik lesen]

Pfingstliche Festspiele ohne Makel

Foto: Salzburger Festspiele / Silvia Lelli

Viermal Romeo und Julia bei den Salzburger Pfingstfestspielen
Von Derek Weber

(Salzburg, Pfingsten 2016) Wann bekommt man schon drei Romeos und vier Julias an einem verlängerten Wochenende zusammen geboten? Das Salzburger Pfingstfestival macht‘s möglich. Das Shakespear‘sche Original wird gelesen, Leonard Bernsteins „West Side Story“ kommt (mit einem Wirbelwinddirigenten wie Gustavo Dudamel am Pult seines lateinamerikanischen Orchesters) hurtig herbeigeeilt und die Intendantin höchstpersönlich singt die Julia-Maria...[Besprechung lesen]

Beckmesser beim Eurovision Song Contest

Markus Eiche (Sixtus Beckmesser), Wolfgang Koch (Hans Sachs) Foto: W. Hösl

Kirill Petrenko dirigiert Münchens neue „Meistersinger“ und David Bösch inszeniert sie irgendwo zwischen Bautzen und Bonn
Von Robert Jungwirth

(München, 16. Mai 2016) Was ist in Zeiten von Pegida und AfD davon zu halten, wenn auf der Opernbühne von der „heiligen deutschen Kunst“ und von „welschem Tand“ schwadroniert wird, den man „uns ins deutsche Land pflanzt“? Muss man das als Regisseur konterkarieren, korrigieren, kritisieren? David Bösch sagt zurecht, dass er die gut vier Stunden „Meistersinger“ nicht allein von den letzten drei Minuten aus inszenieren kann und will. Und so sind bei ihm denn auch keine Pegidaaufmärsche zu sehen und keine Deutschlandfahnen – auch wenn das gewiss verlockend wäre. [Premierenkritik lesen]

Vom Bewegen der Luft

Kah Chun Wong und Barbara Hannigan beim Finale Foto: Michael Trippel

Beobachtungen beim 5. Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb der Bamberger Symphoniker
Von Robert Jungwirth

(Bamberg, 11.-13. Mai 2016) Musik, das ist nur bewegte Luft, sagt der Komponist, Klarinettist und Dirigent Jörg Widmann ebenso lapidar wie wahr. Und man darf ergänzen, dass man nur zu wissen braucht, wie man die Luft richtig bewegt, um gute Musik zu erzeugen. Ganz einfach also. Der Luftbeweger par excellence unter den Musikern ist natürlich der Dirigent. Er hat kein Instrument, erzeugt keinen unmittelbaren Ton, sondern bewegt nur die Arme durch die Luft. [weiter]

Kah Chun Wong gewinnt Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb

Kah Chun Wong Foto: Michael Trippel

Der 29-jährige Kah Chun Wong aus Singapur hat den diesjährigen Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb der Bamberger Symphoniker gewonnen.

(Bamberg, 12. Mai 2016) Von 381 Bewerbern waren 14 nach Bamberg eingeladen worden, davon haben fünf das Semifinale erreicht. Beim Finale am 12. Mai traten neben Wong die beiden Russen Sergej Neller und Valentin Uryupin an. Sie erhielten einen zweiten und dritten Preis. Wong überzeugte die hochkarätig besetzte Jury mit seiner Probenarbeit an Henri Dutilleux' "Correspondence" für Sopran und Orchester, dem eigens für den Wettbewerb komponierten Werk "Zugabe" von Georg Friedrich Haas und Gustav Mahlers dritter Symphonie. Der erste Preis ist mit 20.000, der zweite mit 10.000 und der dritte mit 5.000 Euro dotiert. [weiter]

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Folklore

Foto: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Gustavo Dudamel dirigiert die Neuinszenierung der Turandot an der Wiener Staatsoper
Von Derek Weber   

(Wien, 1. Mai 2016) Kaum ein Komponist hat sich so mühsam ans Ende einer Oper herangearbeitet wie Giacomo Puccini an seine "Turandot". Schließlich ist er bekanntlich über ihr gestorben. Ein unvollendetes Meisterwerk, zu Ende gebracht von einem Musiker, den man nicht einmal seinen "Schüler" nennen kann. Arturo Toscanini, der die Uraufführung des Werkes aus der Taufe hob, hat Franco Alfano die schwere Aufgabe der Fertigstellung übertragen, ohne dass man sagen könnte, er habe sich dabei von durchdachten dramaturgischen Überlegungen leiten lassen. [Opernkritik lesen]

Musikjournalismus in der Krise

Ein Akademieprojekt des Festivals Heidelberger Frühling widmet sich dem Musikjournalismus in schwieriger Zeit
Von Georg Rudiger

(Heidelberg, April 2016) Die Notebooks sind aufgeklappt. Die Kaffeekanne wandert von Tisch zu Tisch. In vier Stunden ist deadline für das erste Festivaljournal des „Heidelberger Frühlings“. „Nun ist es vorbei mit der Plauderei der letzten Tage“, sagt Eleonore Büning und lässt im Robert-Schumann-Zimmer der Stadthalle gleich eine Nachtkritik auf die Leinwand projizieren. Die zehntägige Akademie Musikjournalismus unter der Leitung der FAZ-Musikredakteurin findet in diesem Jahr erst zum zweiten Mal statt. [Artikel lesen]

Alles fließt

Barbara Hannig Foto: Musacchio and Ianiellos

Barbara Hannigan dirigiert die Münchner Philharmoniker und singt dazu auch noch
Von Robert Jungwirth

(München, 29. April 2016) Zehn Zentimeter hohe High Heels mit Bleistiftabsätzen sind nicht unbedingt die geeignetsten Arbeitsschuhe für Dirigentinnen, möchte man meinen. Barbara Hannigan fechten solche Vorurteile nicht an. Sie stakst über die Bühne zum DirigentInnenpodest wie andere Damen zur Cocktailparty. Dem Publikum gefällt das vermutlich ebenso wie ihr, denn es bekommt im beinahe zu Tode ritualisierten Konzertbetrieb mal etwas anderes zu sehen. Auch das feine schwarze Abendkleid ist ein Hingucker, von der Frau darin gar nicht zu reden. [Konzertkritik lesen]

Amor zum Gärtner gemacht

Foto: Thomas M. Jauk

René Jacobs gräbt Agostino Steffanis Barockoper „Amor vien dal destino“ aus. An der Berliner Staatsoper steuert Ingo Kerkhof eine kurzweilige Inszenierung bei.
Antje Rößler

(Berlin, 27. April 2016) Kaum jemand kannte vor ein paar Jahren Agostino Steffani (1654-1728). Dann sorgte Cecilia Bartoli für ein kleines Revival des Barockkomponisten, als sie für ihr Album „Mission“ einige Steffani-Arien ausgrub. Diese Einspielung wiederum inspirierte Donna Leon zu ihrem Krimi „Himmlische Juwelen“, in dem es um das geheimnisvolle Leben des Komponisten geht. [Opernkritik lesen]

Farbflächen und Klangflächen

Via Nova Chor München Foto: Orff-Zentrum

Das Münchner Orff-Zentrum präsentierte in seiner Reihe mit Werken von Morton Feldman Vokalkompositionen
Von Robert Jungwirth

(München, 27. April 2016) Das Münchner Orff-Zentrum ist auch eine Pflegestätte für das Werk des amerikanischen Komponisten Morton Feldman. Bereits fünf Konzerte hat man diesem berühmt-berüchtigten Exegeten der Langsamkeit und Reduktion hier jetzt gewidmet. Einen Anknüpfungspunkt an das Schaffen Carl Orffs gibt es zwar nicht wirklich, aber es ist umso erfreulicher, dass man bei der Programmgestaltung gern und oft über den Orffschen Tellerrand hinausblickt. Vor allem, wenn man sieht, dass sonst eigentlich niemand Feldman in München aufführt. [Konzertbesprechung lesen]

Cybersex und Ehevollzug

Rebecca von Lipinski, Shigeo Ishino Foto: A.T. Schaefer

An der Stuttgarter Staat hatte Philippe Boesmans Opernversion von Schnitzlers Reigen Premiere
Von Georg Rudiger

(Stuttgart, 24. April 2016) Ein Skandalstück ist Arthur Schnitzlers 1920 in Berlin uraufgeführtes Drama „Reigen", das zehn sexuelle Begegnungen von Mann und Frau beschreibt, schon lange nicht mehr. Sex außerhalb der Ehe ist in Deutschland kein Aufreger mehr, sondern gesellschaftliche Normalität. Dennoch hat Schnitzlers ernüchternde Sicht auf die Liebe in Zeiten des Online-Datings nichts an Aktualität verloren. [Premierenkritik lesen]

Muezzin und Brahms

Royal Opera House Muscat Foto: KlassikInfo

Die Bamberger Symphoniker spielen ein Konzert mit Werken von Brahms und Beethoven  unter der Leitung von Christoph Eschenbach im Oman
Von Robert Jungwirth

(Oman, 22. April 2015) Draussen vor dem Opernhaus ruft der Muezzin, drinnen proben die Bamberger Symphoniker die dritte Symphonie von Johannes Brahms. Ein größerer musikalischer Kontrast lässt sich kaum denken. Und doch geht beides hier in Muscat, der Hauptstadt des Oman, wie selbstverständlich zusammen. Seit der Eröffnung vor fünf Jahren hat sich das erste Opernhaus der arabischen Halbinsel zur wichtigsten Kultureinrichtung des Oman entwickelt. [Artikel lesen]

Der Gärtnerplatz rockt Barock

Marco Comin Foto: Christian POGO Zach

„Le Concert des Nation" – Ein fulminantes Barock-Konzert mit dem Orchester des Gärtnerplatztheaters im Max-Joseph-Saal der Residenz in München

Von Laszlo Molnar

(München, 24. April 2016) Man könnte sagen: Die Barockmusik ist angekommen in der Mitte unserer (Musik-)Gesellschaft. Wenn ein Berufs-Theater-Orchester wie das Orchester des Münchner Gärtnerplatztheaters sich – wortwörtlich! – hinstellt und unter der Leitung seines Chefdirigenten Marco Comin Barockmusik spielt, als hieße es mit anderem Namen „Il Giardino Armonico", dann ist das für die Münchner Musikszene eine bedeutsame Nachricht. [Konzertkritik lesen]

Polizisten schmücken Christ-Baum

Kent Nagano dirigierte in Hamburg eine Musiktheater-Doppelpremiere: Romeo Castelluccis fragwürdige Bebilderung der Matthäus-Passion von Bach und einen unfreiwillig konzertanten „Tristan“
Von Klaus Kalchschmid

(Hamburg, 21., 22. April 2016) Verkehrte Welt: ausgerechnet die Wiederaufnahme des großartigen, legendären „Tristan“ von Ruth Berghaus aus dem Jahr 1988 trifft der Bannstrahl der Gewerkschaft V.e.r.di mit einem Warnstreik der Bühnenarbeiter, weshalb die Vorstellung konzertant stattfinden muss; die fast durchweg beliebigen, von der Musik sträflich ablenkenden Aktionen aus Anlass der Matthäus-Passion von Bach, erfunden und inszeniert von Romeo Castellucci  unter dem Titel „La Passione“ aber finden wie geplant in einer der Deichtorhallen statt. [Premierenkritik lesen]

Festivalbericht: Transsibirisches Kunstfestival Nowosibirsk

Schmachtfetzen, Schlager, Klingeltöne

Cellistin Danielle Akta Foto: (c)Trans-Siberian Art Festival/Alexander Ivanov

Zu Besuch bei Vadim Repins Transsibirischem Kunstfestival in Nowosibirsk
Von Antje Rößler

(Nowosibirsk, April 2016) Nowosibirsk ist der geografische Mittelpunkt Russlands. Ein Kirchlein, das auf einer verkehrsumtosten Straßeninsel steht, zeigt an: Von hier aus geht es je viertausend Kilometer nach Ost und nach West. Als Durchgangsstation ist die drittgrößte Stadt des Landes auch entstanden: 1893 wurde hier eine Brücke der Transsibirischen Eisenbahn über den Fluss Ob gebaut. [Festivalbericht lesen]

Ohrenöffner

Quatour Hermes Foto: François Sechet

Das Kammermusikfestival „Ickinger Frühling“ in der Nähe von München präsentierte wieder Ensembles von atemberaubendem Niveau und Musik zum Neu-Entdecken
Von Laszlo Molnar

(Icking, 17. April 2016) Es gab ihn auch heuer wieder, den Ickinger Frühling. An die Jahreszeit erinnerte eher das Programm des Kammermusikfestivals in der Nähe von München als das reale Wetter, das, regnerisch und kalt, zum Verweilen im Inneren anregte. Dort, im Konzertsaal des Ickinger Rilke-Gymnasiums, traten am Samstag und Sonntag vier Streichquartette nebst einigen zusätzlichen Solisten auf und kredenzten ihren Zuhörern ein üppiges Kammermusikprogramm. [Festivalkritik lesen]

Zwischen Wagner und Impressionismus

The Delius Collection (Heritage HTGCD 700)
Von Christoph Zimmermann

Eine 2012 zum 150. Geburtstag von Frederick Delius erstveröffentlichte, nun wiederaufgelegte Werkanthologie erinnert an einen Komponisten, welcher hierzulande nie richtig Fuß fassen konnte. Dabei entstammte er einen deutschen Kaufmannsfamilie aus Bielefeld, studierte am Leipziger Konservatorium. Delius, der sich sein Musikstudium gegen den Willen des Vaters erkämpfen musste, kam wie auch andere Komponisten an Wagner zunächst nicht vorbei, wurde dann aber wesentlich stärker durch freundschaftlichen Beziehungen zu Edvard Grieg geprägt. [CD-Besprechung lesen]

Gedichte zwischen Leben und Tod

Pierre-Dominique Ponnelle Foto: Agentur

Das Orff-Zentrum München stellte den Komponisten und Dirigenten Pierre-Dominique Ponnelle ins Zentrum eines spannenden Porträtkonzerts mit zwei Uraufführungen
Von Robert Jungwirth

(München, den 12. April 2015) Als Sohn französischer Eltern in München geboren und aufgewachsen, Musikstudium in München, dann in Osteuropa beruflich sozialisiert, das ist in dürren Worten der Lebensweg des Komponisten und Dirigenten Pierre-Dominique Ponnelle, Sohns des berühmten Opernregisseurs Jean-Pierre Ponnelle. Das Münchner Orff-Zentrum widmete dem in Deutschland nicht übermäßig bekannten Komponisten jetzt ein Porträtkonzert mit zwei(!) Uraufführungen und sorgte damit für eine Entdeckung. [Konzertbesprechung lesen]

Aus dem Bauch heraus

Anna Vinnitskaya Foto: Gela Megrelidze

Die Pianistin Anna Vinnitskaya mit Werken von Bach, Schostakowitsch und Prokojew in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 5. April 2016) Die Hinwendung zur Musik war bei Anna Vinnitskaya im Grunde erwartbar: beide Eltern Pianisten, der Großvater Dirigent, ein Onkel Geiger. Die erste Ausbildung am Klavier erfolgte zwar bequem en famille, aber Wünsche und Vorstellungen von Mutter und Tochter waren manchmal nicht leicht vereinbar. Zudem wollte ihr der Vater auch noch das Jazz-Improvisieren schmackhaft machen. [Konzertkritik lesen]

Unernst-ernst

Ernst Theis Foto: Agentur

Das Münchner Rundfunkorchester unter Ernst Theis präsentierte mit der Sopranistin Natalie Karl und dem Tenor Matthias Klink frühe Tonfilmschlager der 30er und 40er Jahre
Von Robert Jungwirth

(München, 6. April 2016) Schwer ist leicht was, sagt ein bekanntes bayerisches Schwergewicht gern, und man darf ergänzen, dass gerade das Leichte oft am schwersten ist. So ist es auch mit musikalischen Ohrenschmeichlern wie „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ oder „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“, ihres Zeichens unvergängliche Preziosen aus der frühen Tonfilmzeit von den Komponisten Ralph Erwin und Werner Richard Heymann. [Artikel lesen]

Wahrhaftigkeit in der Musik, Wahrhaftigkeit im Leben

Nikolaus Harnoncourt Foto: Werner Kmetitsch

Eindrücke und Gedanken zu Nikolaus Harnoncourt
Von Laszlo Molnar

Wie begegnet man dem Tod eines Verwandten oder eines Freundes? Am besten, indem man sich in Gedanken darauf vorbereitet hat, sich mit dem Tag beschäftigt hat, an dem einen die unwiderrufliche Nachricht ereilen würde. So ging es mir mit Nikolaus Harnoncourt. Nikolaus Harnoncourt ist in der Nacht vom 5. auf dem 6. März in seinem Haus in St. Georgen in Attergau gestorben, im 87. Lebensjahr. Wieso trifft mich nun der Tod Harnoncourts so hart, und bei aller Erwartbarkeit unerwartet? Nikolaus Harnoncourt war einer meiner musikalischen Lehrmeister und Wegbegleiter. [Artikel lesen]

Musik als Rettungsanker

James Rhodes ist vor allem in Großbritannien ein sehr erfolgreicher Konzertpianist. Seine Auftritte, die er in Jeans und Turnschuhen absolviert und auch selbst moderiert, sprechen besonders ein junges Publikum an. Aber der Weg, der hinter ihm liegt, war ein Horrortrip. Als Kind wurde er missbraucht und konnte jahrzehntelang nicht darüber sprechen. James Rhodes rettete sich in die Musik, lernte Klavierspielen. In seinem Buch der Klang der Wut erzählt er davon.
Von Robert Jungwirth

Wenn James Rhodes über Bachs „Goldberg-Variationen“ sagt, dass diese Stücke mit ihm Dinge anstellen, „die sonst nur die stärksten Psychopharmaka zustande bringen“, weiß er wovon er spricht. Der englische Pianist, der 1975 in London geboren wurde, kennt sich mit klassischer Musik ebenso gut aus wie mit Psychopharmaka. [Buchbesprechung lesen]

Klangliche Mysterien

Concerto Italiano Foto: Misteria Paschalia/Wojciech Wandzel

Eindrücke vom wunderbaren Alte-Musik-Festival Misteria Paschalia in Krakau
Von Robert Jungwirth

(Krakau, 22.-24. März 2016) Im Jahr 2000 war Krakau Kulturhauptstadt Europas. Doch auch ohne diesen Titel ist die zweitgrößte Stadt Polens und frühere Hauptstadt des Landes eine Kulturhauptstadt. Denn die Kultur spielt hier eine große Rolle. Die Zahl der Festivals, die übers Jahr verteilt in Krakau stattfinden, ist rekordverdächtig. An die 100 Festivals für Literatur, Film und Musik widmen sich den unterschiedlichsten Genres. [Festivalbericht lesen]

Orpheus trifft auf Don Quijote

Klarinettist David Orlowsky und Wolfgang Katschner an der Laute Foto: david baltzer / bildbuehne.de

Das Aequinox-Festival im brandenburgischen Neuruppin verbindet Alte Musik mit neuen Ideen
Von Antje Rößler

(Neuruppin, März 2016) Neuruppin, 60 Kilometer nördlich von Berlin gelegen, ist bekannt als Geburtsort von Theodor Fontane. Die einstige Garnisonsstadt, die sich an das Ufer des Ruppiner Sees schmiegt, beherbergt seit sieben Jahren ein Festival für Alte Musik. Es findet während Aequinox statt, der astronomischen Konstellation der Tag- und Nachtgleiche, die den Frühlingsanfang markiert. [Festivalbericht lesen]

Erotisierte Schafe und bärtige Damen

Foto: Opéra Toulouse

Venezianischer Karneval auf französisch: William Christie dirigiert „Les Fetes Vénitiennes" von André Campra an der Oper Toulouse in einer Inszenierung von Robert Carsen
Von Thomas Migge

(Toulouse, März 2016) André Campras Oper „Les Fetes Vénitiennes", 1710 im Pariser Theatre du Palais Royal uraufgeführt, war ein Riesenerfolg. Das Theatre du Capitole in Toulouse hat jetzt dieses Werk in einer Neuinszenierung, pünktlich zum städtischen Karneval, auf die Bühne gebracht. Eine Neuinszenierung, die witziger und ideenreicher nicht sein konnte. [Opernkritik lesen]

Die Musik rettet den Abend

Eva-Maria Westbroek und Stuart Skelton Foto: Monika Rittershaus

Simon Rattle eröffnet mit einem fantastischen "Tristan"-Dirigat  die Osterfestspiele Baden-Baden. Die Inszenierung des Polen Mariusz Trelinski ist vor allem eines: einschläfernd.
Von Georg Rudiger

(Baden-Baden, 19. März 2016) Es ist dunkel im Festspielhaus Baden-Baden. Mariusz Trelinski hat nicht nur den zweiten Aufzug von „Tristan und Isolde“ in der Nacht angesiedelt, sondern Richard Wagners gesamte Oper. Die ewige Nacht als Schauplatz authentischer Gefühle – ein gut gemeinter Gedanke, der aber szenisch kaum Wirkung entfaltet, sondern auf die Dauer einfach nur einschläfert. [Premierenkritik lesen]

Jüdische Schicksale

Jean-Noël Briend und Sava Lolov als Walter Benjamin Foto: Stofleth

Fantastische Doppelpremiere beim "Festival der Humanität" an der Oper Lyon: Uraufführung von „Benjamin, dernière nuit“ von Michel Tabachnik und eine musikalisch wie szenisch sensationelle Neuproduktion von Halévys „La Juive“
Von Klaus Kalchschmid

(Lyon, 15., 16. März 2016) Welches Opernhaus wagt schon an zwei aufeinanderfolgenden Tagen eine szenisch aufwendige Uraufführung und eine selten gespielte Grand Opéra wie „La Juive“ als Neuproduktion – beides unter prominenter Beteiligung eines exzellenten Chors. Man muss in eine mittlere französische Stadt mit kaum einer halben Million Einwohnern fahren, um nach einem originellen zeitgenössischen Musik-Theater über die letzten Stunden Walter Benjamins eine beglückend stimmige, musikalisch sensationelle Aufführung einer geschickt und nur moderat gekürzten „La Juive“ von Jacques Fromental Halévy zu erleben. [Opernkritik lesen]

Bella Martha

Martha Argerich Foto: Sonja Werner/EMI

Martha Argerich begeistert im Duo mit Mischa Maisky in München
Von Robert Jungwirth

(München, 16. März 2016) Jedesmal wenn er mit Martha Argerich auftrete, verliebe er sich aufs Neue in sie, meint Mischa Maisky. Da geht es dem Cellisten wohl nicht anders als dem Publikum, das die Grande Dame des Klaviers auch bei einem Duo-Auftritt mit stürmischer Bewunderung und Leidenschaft feiert – wie jetzt beim Münchner Auftritt der beiden zusammen alt gewordenen Stars im Herkulessaal. [Konzertkritik lesen]

Wenn die Zeit auf der Stelle tritt

Ilseyar Khayrullova (Olga), Margarita Gritskova (Mascha), Aida Garifullina (Irina) Foto: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Péter Eötvös' "Tri Sestri" in einer Neuproduktion an der Wiener Staatsoper
Von Derek Weber

(13. März 2016) Kennte man Wien nicht besser, man möchte glatt an solide dramaturgische Verknüpfungen glauben: So viel wenig gespieltes Russisches gibt es hier nicht immer. Im Musikverein gastiert das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons mit Dmitri Schostakowitsch' "Leningrader" Symphonie, einem Werk, in das man viel Falsches und Halbrichtiges hineingeheimnissen kann, in einer Interpretation, die in ihrer emotional aufgeladenen und bis in letzte Details durchdachten Akkuratesse Zeugnis davon gibt, wie lange sich der lettische Dirigent mit diesem Werk schon beschäftigt, das vielleicht mehr noch als andere Schostakowitsch-Symphonien Zeitgeschichte in Noten fasst...[weiter]

Menschenzugewandtheit

Wilfried Hiller Foto: Jan Adamiak/Orff-Zentrum

Mit einem Uraufführungskonzert feiert das Münchner Orff-Zentrum Wilfried Hillers 75. Geburtstag
Von Robert Jungwirth

(München, 15. März 2016) Was hätte es für einen besseren Ort für das Geburtstagsständchen zu Wilfried Hillers 75. Geburtstag geben können als das Orff-Zentrum in München? Schließlich war Hiller einst Meisterschüler von Carl Orff gewesen und leitet seit einigen Jahren auch die Stiftung, die Orffs Namen trägt. Auch wenn Wilfried Hiller als Komponist ganz unverdächtig ist, wie Orff zu klingen, war und ist er doch immer ein wunderbar authentischer und humorvoller Werber und Fürsprecher für Werk und Person Carl Orffs. Und in Hillers Musik – diese Parallele sei zumindest angemerkt – klingt wie in Orffs Musik immer eine Menschenzugewandtheit an. [weiter]

Kontrollierte Emotionen

Truls Mork Foto: Johs Boe

Truls Mork begeistert mit Elgars Cello-Konzert beim Gürzenich-Orchester unter der nicht minder beeindruckenden Leitung von James Gaffigan
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 13. März 2016) Wie beim aktuellen Gürzenich-Konzert (Dirigent: James Gaffigan) gerechterweise anfangen? Vielleicht mit der Tsunami-Wirkung des zweiten, Richard Strauss gewidmeten Teils. Und hier, trotz des von Gaffigan klangorgiastisch auf die Spitze getriebenen Tanzes aus “Salome“ mit der sinfonischen Fantasie aus der Oper „Die Frau ohne Schatten“, vom Komponisten nach dem Krieg selber zusammengestellt. [Konzertkritik lesen]

Frech ironisch

Teresa Iervolino (Rosina) Foto: Yasuko Kageyama/Opera di Roma

Aus Anlass des 200. Geburtstags der Uraufführung von Rossinis „Barbier“ brachte die Oper Rom eine eigenwillige Neuproduktion des Opernklassikers heraus
Von Thomas Migge

(Rom, Ende Februar 2016) Zunächst war Gioacchino Rossinis Oper „Il Barbiere di Siviglia" kein Erfolg beschieden. Das änderte sich dann aber sehr schnell. Und so wurde die am 20. Februar 1816, also vor 200 Jahren, in Rom uraufgeführte Oper eine der meistgespielten und beliebtesten der gesamten Musikgeschichte. Ein Dauerbrenner. Wie setzt man so eine populäre Oper im Jubiläumsjahr in Rom in Szene? Historisch oder zeitgenössisch? [Opernkritik lesen]

Totgespielte klingen länger

Isabelle Faust Foto: Detlev Schneider

Die Geigerin Isabelle Faust und das Orchestre des Champs-Élysées unter Philippe Herreweghe demonstrierten in der Münchner Philharmonie, wie frisch Beethovens Violinkonzert und seine 5. Sinfonie noch immer klingen können
Von Laszlo Molnar

(München, 7. März 2016) Aufführungen von Violinkonzerten der Klassik und Romantik in historischer Aufführungspraxis sind immer noch selten. Das liegt daran, dass es zu wenige wirklich talentierte Geiger gibt, die sich auch mit historischer Aufführungspraxis beschäftigen. Die Talente der historischen Aufführungspraxis hingegen, vom Rang einer Amandine Beyer etwa, konzentrieren sich meist ganz auf das Repertoire des Barock, spätestens bis Mozart. [Konzertkritik lesen]

Vulkan vor dem Ausbruch

Andris Nelsons Foto: Marco Borggreve

Das WDR Sinfonieorchester unter Andris Nelsons mit Mahlers siebter Sinfonie in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 4. März 2016) Kein Zweifel: Der einst so umstrittene und vielfach abgelehnte Gustav Mahler hat sich in der Publikumsgunst etabliert. Oder doch nicht ganz? Es gibt immer noch divergierende Urteile,  Bevorzugungen. Allerdings betrifft dieses Faktum Mahler nicht alleine. Bei Haydn und selbst Mozart, dann bei Schubert, Mendelssohn, Tschaikowsky oder auch Bruckner vermag nur ein gewisser Teil des sinfonischen Oeuvres einen festen Repertoireplatz zu behaupten. [Konzertkritik lesen]

Verloren bei Escher

Foto: Anne Kirchbach

Ein Sängerfest, aber von Johannes Erath verrätselt und dank Zubin Mehta allzu üppig: Verdis „Ballo in Maschera“ an der Bayerischen Staatsoper
Von Klaus Kalchschmid

(München, 6. März 2016) Rätsel über Rätsel: Schon zu Beginn der Premiere von Verdis „Un ballo in maschera“ blicken wir durch Gaze, die tanzende Choristen antizipiert, auf ein Bühnenrund mit Doppelbett im Zentrum auf einem Fußboden aus verzerrtem Schachbrettmuster, surreal an der Decke gespiegelter großer geschwungener Treppe und einen Weg in den Keller: ein in sich verdrehter Raum ist das, der funktioniert wie eine optische Täuschung von M. C. Escher. [Premierenkritik lesen]

Nikolaus Harnoncourt gestorben

Die gerade erschienene letzte Aufnahme von Nikolaus Harnoncourt mit dem von ihm 1953 gegründeten Concentus Musicus wird jetzt sein Vermächtnis

Im Alter von 86 Jahren ist am 5. März der große Dirigent Nikolaus Harnoncourt gestorben. Erst im Dezember hatte er sich von öffentlichen Auftritten zurückgezogen.

Sein Tod kam zwar nicht ganz unerwartet, aber er reißt doch eine große Lücke in unser Musikleben, das Nikolaus Harnoncourt wie kaum ein anderer Dirigent während der vergangenen 40 bis 50 Jahre maßgeblich geprägt hat. Seine Studien zur sog. historischen Aufführungspraxis setzten Maßstäbe und führten zur Durchsetzung dieser Art Barockmusik und Musik der Klassik aufzuführen.

Aus Seoul, wo er zurzeit eine Konzerttournee unternimmt, äußert sich Marc Minkowski, Künstlerischer Leiter der Mozartwoche, zu Harnoncourts Tod: „Wir haben einen Vater verloren – einen geistigen und einen leiblichen Vater. Nicht ein Vorbild, nicht einen Lehrer, sondern einen Meister – streitbar, bestreitbar. Einen einzigartigen Künstler, der sowohl mächtigstes Licht als erschreckendste Schatten auf die Musikwelt warf. Und der uns wie alle großen Meister lehrte, Verantwortung zu tragen.
Die Nachricht traf wie ein Keulenschlag nach einem Konzert in Seoul mit Werken von Rameau. Unermessliche Trauer erfüllt mich und das Gefühl, dass so kurz nach dem Ableben von Pierre Boulez, seinem „feindlichen Bruder“, das Kapitel 20. Jahrhundert definitiv zu Ende geschrieben wurde. Wir, Kinder dieses Jahrhunderts, sind heute verwaist.
Unserem steten Mentor für Treue und Freiheit können wir jetzt nur eines sagen, über die Stille hinaus, die uns von nun an trennt: Danke!“

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Im nächsten Video-Fenster können Sie Nikolaus Harnoncourt sehen und hören, wie er 2014 in Salzburg über die drei letzten Mozart-Symphonien spricht.

Besprechung des Salzburger Konzerts mit den drei letzten Mozart-Symphonien auf KlassikInfo

Die unendliche Münchner Konzertsaalposse mit neuer Lachnummer

War der erste Standort doch der beste? Der Münchner Marstall. Foto: KlassikInfo

Die Debatte um Münchens neuen Konzertsaal läuft seit einigen Tagen Gefahr, endgültig der Lächerlichkeit preisgegeben zu werden. Vorstufen dazu gab es bereits zahlreiche. Von absurden Standortvorschlägen angefangen bis hin zur vollkommen verfehlten "Zwillingslösung", die auch gleich noch das gesamte Münchner (klassische) Musikleben demontiert hätte.
Das Maß an Dilettantismus und Ignoranz, das maßgebliche Politiker jeglicher Couleur hier dem staunenden Publikum über Jahre darboten, ist schon beachtlich. Die Krone setzt der schier unendlichen Posse nun ausgerechnet ein Politiker auf, der gar nicht mehr im Amt ist: Wolfgang Heubisch, seinerzeit Kunstminister von der FDP, der erste und womöglich letzte seiner Art in Bayern. [weiter]

Energiespritzen

Eine bemerkenswerte Einspielung der h-Moll-Messe von Bach mit der Gächinger Kantorei Stuttgart und dem Freiburger Barockorchester unter Hans-Christoph Rademann

Dass sich Hans-Christoph Rademann als Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart für seine Debüt-CD Bachs h-Moll-Messe heraussuchte, ist keine Überraschung. Das klangliche Ergebnis allerdings schon. Mit der verschlankten Gächinger Kantorei, dem Freiburger Barockorchester und einem ganz homogenen Solistenensemble gelingt ihm eine so leichtfüßige wie tiefsinnige Interpretation, die Referenzcharakter hat. [CD-Kritik lesen]

Umfrage: Mehrheit für die Paketposthalle als Standort des neuen Münchner Konzertsaals

So könnte sie mal aussehen, die Paketposthalle mit dem Konzertsaal in ihr: ein kulturelles Wahrzeichen der Metropole München von europäischer Ausstrahlung. Simulation: Campo Projektentwicklungsgesellschaft

Ergebnis der KlassikInfo-Leserumfrage: Klare Mehrheit für die Paketposthalle in Laim

(München, 2. Dezember 2015) Eine klare Mehrheit der Leser von KlassikInfo hat sich in einer Online-Umfrage für die Paketposthalle in Laim als Standort für den neuen Münchner Konzertsaal ausgesprochen. Eine knappe Woche konnten die Leser ihr Votum für einen der beiden zur Debatte stehenden Orte, Paketposthalle oder sogenanntes Werksviertel am Ostbahnhof, abgeben. 67% votierten für den Standort im Westen Münchens, nur 32 % für den Ostbahnhof. [weiter]

New York, New York

Gordon Gross/pixelio.de

Laut, schmutzig und mit Gebäuden, vor denen man sich winzig fühlt. Jedes mal fasziniert und erschreckt einen New York. Mit immer neuen Skyscrapern, mit immer weniger Gebäuden aus der Zeit des Art Deco, den 1930er bis 50er Jahren.
Jenen Jahrzehnten, in denen, wie im Fall des Empire State Buildings, die schönsten Wolkenkratzer der Stadt am Hudson in die höhe gezogen wurden. Ruhig, relativ sauber, mit fast schon intimen Quartieren, schicken Boutiquen und kleinen Restaurants sind Williamsburg und Park Slope in Brooklyn.
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Man muss von einem Werk sprechen


(Salzburg, 22. Juli 2014) In Salzburg, wo Nikolaus Harnoncourt gerade die letzten drei Mozart-Symphonien mit dem Concentus Musicus aufgeführt hat (siehe Besprechung unten), stellte er auch die soeben erschienene CD mit den drei Werken vor
. Dabei sprach der Dirigent über die Verbindungen zwischen den drei Symphonien, die für ihn letztlich ein zusammenhängendes Werk bilden. Außerdem über die Vorzüge des von ihm vor 60 Jahren gegründeten Originalklangensembles. [Weiteres Video ansehen]

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