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Meldungen

Australischer Bariton gewinnt Cesti-Gesangswettbewerb in Innsbruck

Morgan Pearse aus Sydney gewann vor der Grazerin Sophie Rennert den 7. Cesti-Gesangswettbewerb in Innsbruck. Den dritten Platz holte sich der Amerikaner Eric Jurenas. Die Jury des 7. Internationalen Gesangswettbewerbs für Barockoper Pietro Antonio Cesti kürte den 28-jährigen australischen Bariton...

Salzburger Festspiele als Wirtschaftsfaktor: 183 Mill. € Wertschöpfung und 2.800 Arbeitsplätze

Die Salzburger Festspiele schaffen direkt und indirekt eine Wertschöpfung in Salzburg von 183 Mill. € und in Österreich von 215 Mill. €. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Wirtschaftskammer Salzburg. Die Festspiele sichern damit in Salzburg eine Beschäftigung (inklusive der...

Salzburger Festspiele 2017: Aida mit Muti und Netrebko

Offiziell ist noch nichts, aber es kursieren bereits etliche Informationen über das Programm der Salzburger Festspiele 2017, die ersten Festspiele unter der Leitung des neuen Intendanten Markus Hinterhäuser. Demnach wird Riccardo Muti Verdis "Aida" dirigieren mit Anna Netrebko in der...

Lionel Bringuier tritt nach nur vier Jahren als Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters ab

Das war dann doch eine Überraschung. Der 29-jährige französische Dirigent Lionel Bringuier wird seinen bis zum Sommer 2018 laufenden Vertrag als Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich nicht verlängern. Das teilte das Orchester mit. Man habe sich einvernehmlich darauf verständigt, den Vertrag...

Peter Baumgardt verlässt Europäische Wochen Passau

Der Intendant der Europäische Wochen Passau, Peter Baumgardt, wird das Festival verlassen. Darauf hätten sich Baumgart und der Vorstand des Festivals geeinigt, heißt es in Pressemeldungen. Über die Modalitäten werde derzeit noch verhandelt. Über die Hintergründe des Rückzugs des seit 2012...

Vesselina Kasarova wird Opfer eines Handtaschenraubs in Innsbruck und sagt Oper ab

Mit Bedauern hat Vesselina Kasarova kurzfristig ihre Auftritte in der Produktion der Chimarosa-Oper „Il matrimonio segreto" bei den Innsbrucker Festwochen abgesagt. Die Mezzosopranistin war für die Rolle der Fidalma besetzt. Grund für die Absage ist eine Verletzung, die sich die Sängerin...

Traviata knapp vor der Zauberflöte in der Aufführungsstatistik 2014/15

Eine neue Struktur innerhalb der Werkstatistik führt dazu, dass der Dauerbrenner "Die Zauberflöte" von Wolfgang-Amadeus Mozart seine Spitzenpositionen als meistaufgeführte Oper in der Saison 2014/2015 zum ersten Mal abgeben muss. Der Grund dafür ist, dass...

Kündigung von Serge Dorny war nicht rechtens

Die Kündigung des designierten Intendanten der Dresdner Semperoper, Serge Dorny im Jahr 2014, ist ungültig. Das hat das Oberlandesgericht Dresden jetzt in zweiter Instanz entschieden. 2013 war der Dorny, der die Oper Lyon leitet, zum Intendanten der Semperoper bestimmt worden. Doch noch vor seinen...

Bayerische Staatsoper verschiebt "Oper für alle" wegen Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufs

Die Bayerische Staatsoper sagt die Veranstaltung "Oper für alle" am kommenden Sonntag, 31. Juli 2016, aufgrund des parallel stattfindenden Gedenkgottesdienstes und des Trauerakts für die Opfer des Münchner Amoklaufs vorläufig ab. "Die Staatsoper und alle ihre Mitarbeiter, Sänger und...

Gewinner des Internationalen Mut-Autorenwettbewerbs 2016 stehen fest

Am Samstag, den 23. Juni, präsentierte das Münchner Gärtnerplatztheater im Akademietheater das Finale »Frei zur Uraufführung!« des Internationalen Mut-Autorenwettbewerbs für musikalisches Unterhaltungstheater. Mit insgesamt 40 eingereichten Stückkonzepten hatten sich Komponisten, Liedtexter und...

65. Internationaler Musikwettbewerb der ARD in den Fächern Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett

Vom 29. August bis zum 16. September 2016 treffen sich Nachwuchsmusiker aus allen Teilen der Welt in München zum 65. Internationalen Musikwettbewerb der ARD. In diesem Jahr wird der Wettbewerb in den Fächern Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett ausgetragen. Insgesamt gab es 345 Bewerbungen...

Polizei äußert bei einigen Beschäftigten der Bayreuther Festspiele Sicherheitsbedenken

Bei der Überprüfung des Personals der Bayreuther Festspiele hat die Polizei bei einigen Mitarbeitern Sicherheitsbedenken angemeldet. Die etwa 35 Personen sollen nicht mehr in sicherheitsrelevanten Bereichen, also im Festspielhaus eingesetzt werden, heißt es. Die polizeilichen Bedenken beziehen sich...

Der Preis ist nicht heiß: fragwürdiger Echo-Klassik 2016 vergeben

Anna Netrebko, Philippe Jaroussky, Sol Gabetta, Pinchas Zukerman, Holger Falk, Asya Fateyeva, Grigory Sokolov, Christiane Karg und Andrea Bocelli – sie alle und noch viele viele Musikerinnen und Musiker mehr, 48 um genau zu sein, gehören zu den Preisträgern des Echo-Klassik 2016; frei nach dem...

BR-Klassik-Festspielzeit bietet Festival-Highlights des Jahres 2016

An rund 70 Abenden vom 26. Juni bis 10. September bietet BR-Klassik die großen musikalischen Ereignisse dieses Sommers in Mitschnitten und Liveübertragungen. Den Auftakt machte die Eröffnung der Münchner Opernfestspiele am 26.6. mit der Neuinszenierung von Jacques Fromental Halévys Oper „La Juive“....

Münchner Philharmoniker starten eigenes Label

Am 30. September 2016 veröffentlichen die Münchner Philharmoniker und ihr Chefdirigent Valery Gergiev die ersten beiden Live-Konzertaufzeichnugen des orchestereigenen Labels MPHIL: Mahlers Symphonie Nr. 2 (Antrittskonzert) und Bruckners Symphonie Nr. 4. Die Aufnahmen erscheinen ein Jahr nach...

Bayreuther Parsifal-Premiere live auf BR-Klassik und am 30. Juli in 3sat

Die Richard-Wagner-Festspiele auf dem Grünen Hügel von Bayreuth werden in diesem Jahr mit der Premiere der „Parsifal"-Neuproduktion eröffnet. BR-Klassik überträgt am Montag, 25. Juli, ab 15.57 Uhr live aus dem Bayreuther Festspielhaus im Hörfunk und im Videostream auf br-klassik.de/concert. Am...

Facebook erhält Verschlossene Auster

Das amerikanische soziale Netzwerk Facebook erhält in diesem Jahr die "Verschlossene Auster", den traditionellen Preis für den Informationsblockierer des Jahres, den die Journalistenorganisation Netzwerk Recherche vergibt. Sie kritisiert damit den intransparenten Umgang von Facebook mit...

Harte Zeiten für Bayreuth-Besucher

Das Bayreuther Festspielhaus verfügt über die vermutlich unbequemsten Opernsitze der Welt. Fünf Stunden Wagner werden hier schnell zu einer Herausforderung für Rücken und Beine, selbst für ausgesprochene Fans des Meisters. Und jetzt dürfen die Besucher nicht mal mehr Sitzkissen mit ins Auditorium...

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Dramatisch beschwingt

Foto: Elias Kern

Christoph Willibald Glucks " Alceste" als konzertante Aufführung unter René Jacobs bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik
Von Derek Weber

(Innsbruck, 23. August 2017) Christoph Willibald Gluck, der musikalisch so gnadenlos Unterschätzte, kam zu einem kurzen Besuch nach Innsbruck. Im Saal Tirol des Congress-Zentrums führte die durch eine Serie von szenischen Aufführungen bei der Ruhrtriennale zusammengeschweißte Operntruppe unter der musikalischen Leitung von René Jacobs konzertant jene Oper auf, die man als die Reformoper schlechthin bezeichnen kann: "Alceste". [Opernkritik lesen]

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Italianità – was sonst

Riccardo Chailly Foto: Salzburger Festspiele / Marco Borrelli

Die Filarmonica della Scala unter Riccardo Chailly zu Gast bei den Salzburger Festspielen
Von Derek Weber

(Salzburg, 22. August 2017) Die Filarmonica della Scala ist eine unter Claudio Abbados Schirmherrschaft ins Leben gerufene Institution, quasi die symphonische Abteilung des Mailänder Opernhauses. Abbado gründete das Orchester wie es in bescheidener Zurückhaltung heißt "zusammen mit Musikern des Scala-Orchesters" 1982. Der erste öffentliche Auftritt fand – unter seiner Leitung - am 28. Januar des Gründungsjahres statt. Gespielt wurde – fast ist man geneigt zu sagen natürlich - eine Mahler-Symphonie: die Dritte. [Konzertkritik lesen]

Keine Gegenrede

Foto: Salzburger Festspiele / Marco Borrelli

Mozart und Bruckners Sechste mit den Wiener Philharmonikern unter Mariss Jansons und Emanuel Ax in Salzburg
Von Derek Weber

(Salzburg, 21. August 2017) Nicht nur das Lucerne Festival hat dank Riccardo Chailly und Bernard Haitink auch nach dem Tod Claudio Abbados ein symphonisches Standing, das Maßstäbe setzt. Auch die Salzburger Festspiele verfügen mit den Wiener Philharmonikern über so etwas wie ein Heimorchester. Bevor mit der Filarmonica della Scala der Reigen der Gastkonzerte eröffnet wird, traten noch einmal die Philharmoniker aus Wien aufs Podium und spielten mit Mariss Jansons ein Programm, das ihre Stärken – sprich ihre Mozart- und Bruckner-Kompetenz demonstrieren sollte. [Konzertbesprechung lesen]

Hinterfragung der Parade

Maurizio Pollini Foto: Ketterer/Lucerne Festival

Maurizio Pollini beeindruckt mit Schönberg, Chopin und Debussy beim Lucerne Festival
Von Derek Weber

(Luzern, 17. August 2016) Was wären die großen Musikfestivals ohne  Maurizio Pollini! Luzern hat er eben absolviert. Nach Salzburg kommt er in der nächsten Woche. Natürlich nicht mit dem selben Programm. Der 74-jährige italienische Pianist ist ein unermüdlicher Arbeiter, Denker und Kombinierer, wenn es um das Zusammenstellen seiner Konzertprogramme geht. [Konzertkritik lesen]

Luzern bleibt auch nach der Eröffnung ein Festival vom Feinsten

Foto: Hürlimann/Lucerne Festival

Daniel Barenboim ist mit seinem East-Western Divan Orchestra zu Gast und Bernard Haitink am Pult des Chamber Ochestra of Europe. Beide Dirigenten feiern ihr 50jähriges Luzern-Debüt.
Von Derek Weber

(Luzern, 14. bis 16. August 2016) Dass das Lucerne Festival mit qualitätsvollen musikalischen Reizen geizt, kann man wahrlich nicht behaupten. Auf die – und hier ist dieses Attribut angebracht - festspielwürdige Eröffnung mit Gustav Mahlers achter Symphonie durch das Luzerner Festspielorchester (wir berichteten) folgten zwei mehr als nur achtbare Konzerte mit dem West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim, der das Ensemble 1999 als politisches Statement angesichts des Nahostkonflikts gegründet hat. [weiter]

Wunde Seelen

Miroslav Srnkas Kammeroper „Make no noise“ beeindruckt mit Mesha Brueggergosmann und Holger Falk bei den Bregenzer Festspielen
Von Klaus Kalchschmid

(Bregenz 16. August 2016) Es ist eine Ölplattform im buchstäblichen Sinne auf der nach allen Seiten offenen Bregenzer Werkstattbühne, die nur mit Bett, Tisch und Stuhl möbliert ist: knöcheltiefe, bräunlich schleimige Substanz hält die beiden Protagonisten von Miroslav Srnkas Kammeroper nach dem Film „Das geheime Leben der  Worte“ von Isabel Coixet am Boden und umfasst: Den bei einem Unfall auf einer Bohrinsel im Feuer verletzten und zeitweise blinden Joseph und die ihn pflegende Krankenschwester Hanna. Nach anfänglicher Abneigung, vor allem der fast nur schweigenden Frau, öffnen sich die beiden Traumatisierten – sie ein Vergewaltigungsopfer – füreinander und finden sogar in einem gemeinsamen Leben zueinander. [Premierenkritik lesen]

In Schönheit und Andacht schwelgend

Foto: Salzburger Festspiele / Marco Borrelli

Riccardo Muti und die Wiener Philharmoniker zelebrieren Strauss und Bruckner in Salzburg
Von Christian Gohlke

(Salzburg, 15. August 2016) Seit seinem Debüt 1971 – Herbert von Karajan persönlich lud ihn ein, Mozarts „Cosi fan tutte“ zu dirigieren – ist Riccardo Muti regelmäßig bei den Salzburger Festspielen zu Gast. In den letzten Jahren hat er  fast ausschließlich Konzerte dirigiert. Aus seinem skeptischen Verhältnis zum sogenannten Regietheater macht der Maestro kein Geheimnis. Heuer waren es wieder drei Matineen, bei denen Muti die Wiener Philharmoniker geleitet hat. Das Konzert am 13. August war sein 250. Auftritt bei den Salzburger Festspielen. [Konzertkritik lesen]

Geisterhafte Pianissimi

Foto: Peter Fischli/Lucerne Festival

Glanzvolles Eröffnungskonzert des Lucerne Festivals: Riccardo Chailly dirigiert Gustav Mahlers achte Symphonie, die "Symphonie der Tausend" als Hommage an Claudio Abbado
Von Derek Weber

(Luzern, 13. August 2016) Wer am Luzerner Bahnhof ankommt, wird den Willkommensgruß an den neuen Chefdirigenten des Lucerne Festival Orchestra - eine Funktion, die seit dem Tod Claudio Abbados umgeben von viel Namens-Rätselraten vakant gewesen ist – nicht übersehen können: Seit dem letzten Wochenende ist Riccardo Chailly als Nachfolger Abbados in tätige Funktion gesetzt. Er tut das mit dem Paukenschlag, den man von ihm erwarten durfte. [Konzertkritik lesen]

Der Hauch der Musik-Geschichte

Il Giardino Armonico in der Innsbrucker Hofburg Foto: Flatz

Il Giardino Armonico mit einem sensationellen Konzert bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik
Von Robert Jungwirth

(Innsbruck, 13. August 2016) Wie soll man den Klang eines Ensembles rühmen, wenn es nicht ein Klang ist, sondern mindestens ein halbes Dutzend. Das italienische Originalklangensemble Il Giardino Armonico hat sich nach seiner Gründung 1985 binnen kürzester Zeit mit funkensprühender Virtuosität einen geradezu sensationellen Ruf erspielt. Und wenn man es heute hört, stellt man fest, dass von dem Feuergeist in all den Jahren nichts verloren gegangen ist. [Konzertkritik lesen]

Appetitanreger

Foto: Georg Rudiger

Eindrücke vom Davos Festival zum Thema „Famlienzone"
Von Georg Rudiger

(Davos, 6.-8. August 2016) Die Noten werden mit Wäscheklammern befestigt. Auf dem Büffet-Tisch warten Bircher Müsli, Kipfeli und Schweizer Käsevariationen auf die Konzertbesucher. „Landpartie –Familienbrunch am See", heißt das zweite Konzert des Davos Festivals. Das Open-Air-Konzert am Schwarzsee ist eine Premiere. Wieder einmal hat Intendant Reto Bieri einen neuen Konzertort entdeckt, der vertraute Musik in eine spezielle Umgebung setzt. Ein Sonntagsausflug in Freizeitkleidung mit Musik, netter Gesellschaft und leckerem Essen – eine Kombination, die an diesem Morgen bei strahlendem Sonnenschein perfekt funktioniert. [Festivalbericht lesen]

Wenn dem Brautvater der Kamm schwillt

Foto: Rupert Larl

Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik feiern 40-jähriges Jubiläum mit Cimarosas Oper "Die Heimliche Ehe",  die hier in einem Hühnerstall spielt - Alessandro de Marchi dirigiert seine Adademia Montis Regalis
Von Robert Jungwirth

(Innsbruck, 12. August 2016) Die Wahrheit kommt in Domenico Cimarosas „Heimlicher Ehe“ erst ganz zum Schluss heraus – wie das eben so ist in Komödien. Sonst gäbe es davor ja keine so ausführlich ausgekostete Verwirrung der Gefühle, falschen Verdächtigungen und Konfusionen, aus denen sich humoristisches Kapital schlagen läßt. Die Handlung dieser „Heimlichen Ehe“ ist wie in Rossinis „Barbier“ erstaunlich simpel: Ein alter Geizhals will seine älteste Tochter in höhere Kreise verheiraten. Der adlige Bräutigam verguckt sich aber in ihre jüngere Schwester...[Premierenkritik lesen]

Faust unter Clowns

Beam me up, Mephisto: Piotr Beczala, Ildar Abdrazakov Foto: Anne Kirchbach

Reinhard von der Thannen bebildert, stattet aus und inszeniert Gounods „Faust“ mit Piotr Beczala in der Titelrolle bei den Salzburger Festspielen
Von Klaus Kalchschmid

(Salzburg, 10.August 2016) RIEN steht in großer Leuchtschrift über dem nicht weniger gewaltigen schwarzen Ohrensessel, in dem Faust zu Beginn der gleichnamigen Oper Gounods, die bei den Festspielen erstmals zu sehen ist, inmitten von Unmengen weißen Papiers grübelnd fast versinkt – und er singt es auch als erstes: „Rien - Nichts! Vergeblich befragte ich die Natur und den Schöpfer!“ Dieses nihilistische RIEN senkt sich auch am Ende vom Schnürboden herab. [Premierenkritik lesen]

Der Schlagzeuger, sein Vater, die Frau des Schlagzeugers und ihre Schwester

Foto: Salzburger Festspiele / Marco Borrelli

Zwei Konzerte bei den Salzburger Festspielen: Der Gewinner des Salzburger Dirigierwettbewerbs Lorenzo Viotti überzeugt auf großer Bühne in der Felsenreitschule, Martin Grubinger and family geben ein Heimspiel im Haus für Mozart
Von Robert Jungwirth

(Salzburg, 6. und 7. August 2016) Gute Zeiten für junge Dirigenten. Gerade wurde der 41-jährige Yannick Nezet-Seguin zum neuen Chefdirigenten der New Yorker Metropolitan Opera ernannt, der 37-jährige Andris Nelsons übernimmt nebem dem Boston Philharmonic auch noch das Leipziger Gewandhausorchester und die erst 30-jährige Mirga Grazynte-Tyla wird Chefin in Birmingham, dem früheren Orchester Simon Rattles. Davor hat sie auf sich aufmerksam gemacht durch den Gewinn des Young Conductors Award der Salzburger Festspiele 2012, danach wurde sie Chefdirigentin am Salzburger Landestheater. [Konzertbesprechungen lesen]

Bei kühlerer Temperatur

Das Trio Image im Saal der Burg Lockenhaus
Foto: L. Molnar

Besuch beim Kammermusikfest Lockenhaus nach zehn Jahren Absenz – unter Nicolas Altstaedt wird virtuos musiziert und weniger improvisiert
Von Laszlo Molnar

(Lockenhaus, 13.-16. Juli 2016) Während KIassikInfo-Autor Derek Weber ein regelmäßiger Besucher des Kammermusikfestes in Lockenhaus auch seit Beginn der Leitung durch Nicolas Altstaedt ist, bin ich dieses Jahr erst neu dazu gekommen. Nicht zu Lockenhaus, nein. Da fühle ich mich schon als Veteran. Altstaedt-Lockenhaus ist es, das ich noch nicht kannte. Dem Ur-Lockenhaus mit Gidon Kremer und Pfarrer Josef Herowitsch begegnete ich erstmals 1988. Es war in jeder Hinsicht hinreißend, mitreißend. [Festivalbericht lesen]

Die Abgründe der Bourgeoisie

Foto: Salzburger Festspiele / Monika Rittershaus

Thomas Adès dirigiert die Uraufführung seiner Oper „The Exterminating Angel“ zur Eröffnung des Hauptprogramms bei den Salzburger Festspielen und kann doch mit seinem Werk nach einem Film von Bunuel nicht ganz überzeugen
Von Georg Rudiger

(Salzburg, 28. Juli 2016) Eine elegante Gesellschaft trifft sich nach einer Opernpremiere zum Dinner in der Villa von Edmundo und Lucía de Nobile. Man plaudert und scherzt, flirtet und küsst. Obwohl die Türen offen stehen, kann niemand das Haus verlassen. Eine magische Kraft hält sie zurück – und sorgt dafür, dass der entspannte Abend zu einem Horrortrip wird. Die Fassade fällt. Der unerbittliche Kampf ums Überleben lässt alles Kultivierte vergessen. [Premierenkritik lesen]

Orff in Spanien

José Peris Foto: Heraldo de Aragon

Porträtkonzert José Peris im Münchner Orff-Zentrum
Von Robert Jungwirth

(München, 27. Juli 2016) Madrid, Paris, München. Diese drei Orte waren prägend für den spanischen Komponisten José Peris. In Paris ging er bei Nadia Boulanger und Darius Milhaud in die Lehre, in München bei Carl Orff, dessen Meisterklasse Peris von 1955-1960 besuchte. [weiter]

Parsifal im Harem (II)

Sieht in seinem Kostüm zwar bescheuert aus, singt aber wunderbar: Georg Zeppenfeld Foto: Bayreuther Festspiele/Jörg Schulze

Der neue Bayreuther „Parsifal“ tönt vor allem aus dem Graben festspielwürdig, szenisch ist er enttäuschend bis peinlich
Von Klaus Kalchschmid

(Bayreuth, 25. Juli 2016) Wer ist bloß der Mann, den man von hinten auf einem Stuhl sitzend den ganzen Abend hinter Gittern unter der Kuppel betrachten durfte? Der sitzt nun immer noch – nach wie vor als Puppe – da, obwohl es schon ganz hell geworden ist im riesigen Zuschauerraum. Denn Uwe Eric Laufenberg fiel die beste, schönste und sinnfälligste Szene für das Ende seines „Parsifal“ ein, mit dem die Bayreuther Festspiele unter massivem Polizeischutz eröffnet wurden: Wenn da der neue Gralskönig singt: „Öffnet den Schrein!“ fahren alle Bühnenbildteile eines altchristlichen Kuppelbaus irgendwo in einer zerbombten Stadt im Zweistromland zur Seite und nach oben, das  Personal verwindet im Nebel der Hinterbühne, allmählich aber beginnt das Saallicht bis zur größten Helligkeit immer mehr zu leuchten. [Premierenkritik lesen]

Parsifal im Harem (I)

Foto: Bayreuther Festspiele/Jörg Schulze

Mit der Neuinszenierung des „Parsifal“ von Uwe Eric Laufenberg eröffnen die diesjährigen Bayreuther Festspiele vieldeutig unbestimmt – eine Nachtkritik

(Bayreuth, 25. Juli 2016) "Parsifal" als Geschichte einer gefährdeten christlichen Enklave irgendwo im Zweistromland. Das Kirchenambiente des ersten Akts wandelt sich im zweiten zu einem Hamam mit Harem und beim Karfreitagszauber vergnügen sich nackte Mädchen im üppigen Plastik-Sukkulenten-Wald unter Regenschauern, bevor am Ende zu "öffnet den Schrein" das ganze Bühnenbild verschwindet und das Saallicht im Festspielhaus angeht: Dieses Finale ist die beste Szene des Abends, der Rest mag interessant gedacht sein, aber reicht in der Ausführung als Deutung für Wagners Bühnenweihfestspiel nicht. Dafür leuchtet es plastisch aus dem Graben unter Hartmut Haenchen, dessen flüssige Tempi wunderbar funktionieren. Unter den Sängern ragt vor allem Georg Zeppenfeld als sensationell wortverständlicher Gurnemanz mit hervorragender Diktion heraus, Elena Pankratova ist eine gute, stimmgewaltig höhensichere Kundry, Klaus Florian Vogt immer dann gut, wenn er den tumben Toren singen oder das glückliche Ende herbeiführen darf.
Klaus Kalchschmid

Von der Bildung und Verbildung des Menschengeschlechts

Ana Quintans, Cyril Auvity, Anna Prohaska, Tareq Nazmi, Tänzer der Compagnie Eastman Foto: Wilfried Hösl

"Les Indes galantes" von Rameau als Schule der Menschlichkeit bei den Münchner Opernfestspielen in angespannten Zeiten
Von Robert Jungwirth

(München, 25. Juli 2016) Ein Wochenende im Zeichen von Gewalt und Tod und dazwischen eine Opernpremiere – gibt es einen größeren Gegensatz? Zumal die Opernpremiere auch noch in München stattfand, dem Ort des Amoklaufs mit neun toten Menschen. Die Bayerische Staatsoper hat ihre Premiere nicht abgesagt. Sie hätte dies tun können im Gedenken an die Opfer. Sie konnte aber auch spielen – auch im Gedenken an die Opfer und damit das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen in dieser tief verunsicherten Stadt stärken. [Premierenkritik lesen]

Wahnsinn, Gift und Dolch

Hamlet und der Geist Foto: Bregenzer Festspiele/Karl Forster

Wiederentdeckung einer effektsicheren italienischen „Hamlet“-Oper von Franco Faccio bei den Bregenzer Festspielen
Von Klaus Kalchschmid

(Bregenz, 20. Juli 2016) „Essere o non essere!“ So die ersten Worte von Hamlets berühmtem Monolog „Sein oder Nichtsein“ in der italienischen Version des gerade mal 20 Jahre alten, aber schon höchst versierten Textdichters Arrigo Boito. Franco Faccio komponierte ihn 1865 denn auch nicht als Arie, sondern als langsam sich steigernde Szene, in der die tastenden Worte des Beginns in einen veritablen Aufschrei münden, wie er erst Jahrzehnte später im Verismo Klang wird. [Premierenkritik lesen]

Die Fusion ist immer noch ein Skandal

François-Xavier Roth Foto: Matthias Baus

Am vergangenen Wochenende gab das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg seine letzten beiden Konzerte überhaupt. Georg Rudiger hat im Freiburger Konzerthaus mit dem Chefdirigenten François-Xavier Roth gesprochen, der seit 2015 auch Generalmusikdirektor in Köln ist.

KlassikInfo: Als die Fusionspläne des Südwestrundfunks bekannt wurden, sagten Sie, Sie möchten nicht der Totengräber des Orchesters sein. Jetzt mussten Sie diese Rolle doch spielen. Wie ging es Ihnen damit?

Roth: So sehe ich meine Rolle nicht. Als wir gesehen haben, dass unser Protest keinen Erfolg hat und die Fusion endgültig beschlossen war, habe ich mich mit dem Orchester zusammengesetzt. Die Frage war: Wie gestalten wir das Ende? Und die Antwort lautete: Wir möchten bis zuletzt zeigen, wie lebendig und wichtig dieses Orchester ist. [Interview lesen]

Bach-Assoziationen und piepsende Fledermäuse

Fester Stammgast in Lockenhaus: Alexander Lonquich Foto: Agentur

Eindrücke vom Musikfestival Lockenhaus, das einst unter Gidon Kremers Leitung Weltgeltung erlangt hat, sein Profil aber auch unter der Leitung des Cellisten Nicolas Altstaedt behaupten kann
Von Derek Weber

(Lockenhaus, Anfang Juli 2016) Jedes Festival braucht ein Motto, das breit genug gefasst ist, um vieles darunter subsumieren zu können. Lockenhaus hat dieses bunte Oszillieren schon immer zu bedienen gewusst. Man erinnert sich: 1981 hat alles unter der Schirmherrschaft des Lockenhausener Pfarrers und des so stillen wie beharrlichen Geigers Gidon Kremer begonnen. Seit die Festivalleitung vor fünf Jahren an den Cellisten Nicolas Altstaedt übergeben wurde, hat sich der Schwerpunkt der Teilnehmer und Programme ein wenig nach Westen hin verlagert. [Festivalbericht lesen]

Immer auf der Suche

Richard Tognetti und das Australian Chamber Orchestra Foto: Mick Bruzzese

(Juli 2016) Richard Tognetti ist seit 1989 Leiter des 1975 gegründeten, hoch gelobten Australian Chamber Orchestra, das in diesem Jahr beim Menuhin-Festival in Gstaad zu Gast sein wird. Im Interview mit KlassikInfo erzählt der Geiger, Komponist und Dirigent über sein Orchester, den Klang der Musik in Australien und seine Verbindung zur Schweizerischen Musikszene.

KlassikInfo: Sie haben unter anderem am Konservatorium in Bern studiert - was verbinden Sie persönlich mit der Schweiz und dem Menuhin-Festival in Gstaad?

Tognetti: Das war eine prägende Zeit in meinem Leben. Ich habe dort tiefe, lebenslange Freundschaften gefunden und viele außergewöhnliche musikalische Erfahrungen sammeln können. Eines meiner ersten Erlebnisse als Zuhörer war eine Probe, in der Heinz Holliger gespielt und Lutoslawski seine eigene Musik dirigiert hat. [Interview lesen]

Heifetz zu Ehren

Vladimir Spivakov, Renaud Capuçon Foto: Bernard Fruhinsholz

Eindrücke vom 28. Internationalen Musikfestival Colmar, das von Wladimir Spivakov geleitet wird und das in diesem Jahr dem Andenken an Jascha Heifetz gewidmet war
Von Georg Rudiger

(Colmar, Anfang Juli 2016) „Ich rate Ihnen dringend, jeden Abend, bevor Sie mit solch übermenschlicher Vollkommenheit spielen, ein paar falsche Töne zu spielen, statt zu beten. Kein Sterblicher sollte es wagen, so makellos zu spielen“, schrieb George Bernard Shaw an Jascha Heifetz. Der große Geiger Fritz Kreisler wollte gar seine „Fiedel nehmen und über den Knien zerbrechen“, nachdem er Heifetz 1913 in Leipzig gehört hatte. Das 28. internationale Musikfestival Colmar widmet sich in diesem Jahr dem 1900 in Vilnius/Litauen geborenen, 1987 in Los Angeles verstorbenen Wundergeiger. [Festivalbericht lesen]

Bund fördert Barenboim-Said Akademie als Beitrag zum Friedensprozess im Nahen Osten

Daniel Barenboim und Monika Grütters im Pierre-Boulez-Saal der Barenboim-Said Akademie Foto: Bundesregierung/Plambeck

Daniel Barenboim und Monika Grütters besichtigen die fast fertige Barenboim-Said Akademie in Berlin

(Berlin, 11. Juli 2016) Das Staatsministerium für Kultur und Medien fördert den Bau der Barenboim-Said Akademie in Berlin mit 20 Millionen Euro. Auch die Betriebskosten sollen künftig vom Bund aus dem Haushalt des Ministeriums finanziert werden. Im kommenden Haushalt 2017 stehen für die Akademie 5,5 Millionen Euro zur Verfügung. [weiter]

Slapstick und Tragik

Auftritt mit Beil: Gezim Myshketa (Sir Riccardo), Diana Haller (Enrichetta von Frankreich), Edgardo Rocha (Lord Arturo) Foto: A. T. Schaefer

An der Stuttgarter Staatsoper werden ungekürzte „Puritani“ zum szenisch-musikalischen Ereignis
Von Klaus Kalchschmid

(Stuttgart, 8. Juli 2016) Wenn am Schluss von Vincenzo Bellinis phantastisch-märchenhafter letzter Oper „I Puritani“ der in Kampfhandlungen zwischen den Engländern und den Stuarts erblindete Arturo auf seine ob dessen vermeintlicher Untreue wahnsinnig gewordene Geliebte Elvira trifft, dann sind beide im Innersten Versehrte und Traumatisierte. [Premierenkritik lesen]

Gegenkolonisation

Christian Miedl als Kolonisator mit obskurem Instrumentarium Foto: Wilfried Hösl

Mauricio Kagels Musiktheater „Mare Nostrum“ verharrt an der Bayerischen Staatsoper im Entwicklungsstadium
Von Robert Jungwirth

(München, 8. Juli 2016) „Weißen Säulen, verschönend hoch, immer anders kapott gebaut. Und viele unvollkommene Menschen drin, och kapott. Alt- und Neubeschädigt, im Kriech-spiel vergewundert, vergangen und halbheil davon gegangen.“ So blicken die Amazonier auf uns, die Bewohner Europas, als sie, die Amazonier, sich aufmachen, den Mittelmeeraum zu „erobern, zu befrieden und zu konvertieren“ – wie es in Maurico Kagels Kammeroper „Mare Nostrum“ heißt. [Kritik lesen]

Nelsons Bayreuth-Flucht ist ein schwerer Imageschaden für die Festspiele

Kommentar von Robert Jungwirth

(7. Juli 2016) Die kurzfristige Ankündigung des Dirigenten Andris Nelsons, die Festspielpremiere des „Parsifal“ in Bayreuth nicht zu dirigieren, ist ein Supergau für die Bayreuther Festspiele - auch wenn wenige Tage danach mit Hartmut Haenchen ein mehr als respektabler Ersatz verpflichtet werden konnte. Haenchens Einsatz ist in doppelter Hinsicht bewundernswert: erstens, weil es nur gut zwei Wochen bis zur Premiere sind, zweitens, weil die Voraussetzungen für den Abtritt Nelsons auch für jeden Nachfolger eine Bürde darstellen. [weiter]

Singen, nicht spielen

Alexandre Tharaud Foto: Marco Borggreve

Alexandre Tharaud mit Bachs Goldberg-Variationen in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 29. Juni 2016) „Dieses Werk führt hoch hinaus in Regionen, wo die Luft dünn wird und einem unerwartet der Atem stockt“, so wurde mal Johann Sebastian Bachs Aria mit 30 Veränderungen, BWV 988, Klavierübung Teil IV beschrieben. In  ihrer konstruktiven Vielgestaltigkeit, ihrer formalen Fantasie, aber auch in ihren emotionalen Versteckspielen gehören die Goldberg-Variationen neben (und vor) Ludwig van Beethovens Diabelli-Variationen zu den komplexesten Werken dieses Genres in der Klavierliteratur. [Konzertkritik lesen]

Religiöse Fanatiker

Aleksandra Kurzak, Roberto Alagna Foto: Anne Kirchbach

Die Opernfestspiele in München werden im Nationaltheater eindrucksvoll mit „La Juive“ in der Inszenierung von Calixto Bieito eröffnet
Von Klaus Kalchschmid

(München, 26. Juni 2016) Fromental Halévys Grand Opéra „La Juive“, uraufgeführt 1835 in Paris, wurde seit 1933 in München nicht mehr und auch andernorts sehr selten gespielt. Aber seit einigen Jahren erlebt das großartige Werk eine Renaissance. Nach Wien (1999) folgte unter anderem Stuttgart (2008), zuletzt Mannheim, Lyon und Nürnberg. Dank fulminanter, hochvirtuoser Sänger, eines großartigen Bayerischen Staatsorchesters unter Bertrand de Billy und einer ebenso strengen und klugen wie physisch intensiven Regie durch Calixto Bieito wurde die Münchner Neuinszenierung im Nationaltheater ein Triumpf. [Premierenkritik lesen]

Mauern aus Verblendung und Hass

Foto: Wilfried Hösl

Nachtkritik: Fromental Halévys Oper "La Juive" an der Bayerischen Staatsoper

(München, 26. Juni 2016) Mit einer bewegenden Aufführung von Fromental Halévys Oper "La Juive" ("Die Jüdin") wurden gestern die Münchner Opernfestspiele eröffnet. Seit dem Verbot des Werks zur Zeit des Nationalsozialismus war es nicht mehr auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper zu sehen gewesen. Regisseur Calixto Bieito gelingt ein in seiner Reduktion beklemmendes Endspiel über religiöse Verblendung und die Folgen von blindem Hass und Zorn. Im Zentrum der Bühne von Rebecca Ringst steht eine aus Stahlquadern errichtete Mauer: Klagemauer und (tödliche) Grenze zwischen den Glaubensfronten - faszinierend ausgeleuchtet von Michael Bauer. [weiter]

Erzengel Michael auf Drogentrip

Foto: Sandra Then

Das Theater Basel zeigt den ersten Teil „Donnerstag“ aus Karlheinz Stockhausens siebenteiligem Opernzyklus „Licht“
Von Georg Rudiger

(Basel, 25. Juni 2016) In der linken Hand ein Glas Whiskey, in der rechten eine Zigarette. Die Vorband im Foyer des Basler Theaters gibt sich betont relaxt, man trägt Schlaghosen und Langhaarperücke, bevor die sechsstündige Oper „Donnerstag“ von Karlheinz Stockhausen mit scharfen, gestanzten Akkorden im Blech beginnt. Seit der Londoner Aufführung im Jahr 1985 wurde der in den 1970-er Jahren komponierte (Uraufführung 1981 in Mailand) erste Teil des siebenteiligen Opernzyklus „Licht“ nicht mehr aufgeführt. Es geht ums ganz Große – die Menschwerdung durch Musik, den Kampf zwischen Gut und Böse, die Verbindung zwischen Gott und dem Menschen. Dafür hat Stockhausen eine sogenannte Superformel aus drei Tonreihen komponiert, die allen sieben Opern zugrunde liegt und die Protagonisten Michael, Eva und Luzifer charakterisiert. [Premierenkritik lesen]

Mehr groteske Pantomime als pathetisches Operndrama

Foto: Monika Rittershaus

Achim Freyer inszeniert am Theater an der Wien Beethovens „Fidelio“
Von Derek Weber

(Wien, 20. Juni 2016) Beethovens "Fidelio" kommt szenisch meist ein bisschen schwer und keuchend daher, selbst in den eigentlich "leichten" singspielhaften und -nahen Szenen. Die Dialoge lähmen. (Sänger pflegen selten gute Schauspieler oder Rezitatoren zu sein.) Das ist in der Regel das Grund-Manko von Aufführungen der Oper. Wenn aber ein solitärer Meister wie Achim Freyer am Regiepult steht, ist plötzlich alles anders. Da wird die spanische Erde leicht. Geschmeidig und schnell laufen die radikal zusammengekürzten Dialoge dahin. Die Oper gewinnt an Tempo. [Opernkritik lesen]

Musik als Lebenselixier

Menahem Pressler Foto: Körber-Stiftung/David Ausserhofer

Menahem Pressler war mehr als 50 Jahre Pianist des Beaux Art Trios, danach startete er eine Solokarriere. Holger Noltze gelingt mit seinem Gesprächsbuch "Dieses Verlangen nach Schönheit" ein wunderbares Porträt des Ausnahmemusikers
Von Robert Jungwirth

Was für ein anrührendes Bild: Der 90-jährige Menahem Pressler sitzt auf der Bühne und hört mit gespannter Aufmerksamkeit und nach vorne gebeugtem Oberkörper den vier Musikern des Ebène-Quartetts zu, wie sie für ihn ein Geburtstagskonzert spielen. „Es ist ein Bild des idealen Hörens. Pressler so hingerissen zuhören zu sehen, weckt den Wunsch, Musik auch einmal so zu erleben wie er“, schreibt Holger Noltze im Nachwort seines Gesprächsbuchs mit dem Jahrhundertmusiker Menahem Pressler. [weiter]

Husarenstück

Christoph Filler (Graf Ferry Hegedüs auf Doroszma), Susanne Seimel (O Lia San), Ensemble Foto: Christian POGO Zach

Dem Ensemble des Gärtnerplatztheaters gelingt im Prinzregententheater die Operette „Viktoria und ihr Husar“ mit Verve
Von Klaus Kalchschmid

(München, 16. Juni 2016) Endlich einmal wieder gibt es klassische Operette im traditionellen Gewand als Produktion des immer noch auf Wanderschaft befindlichen Gärtnerplatztheaters – im Prinzregententheater. Und die lustigste Szene des Abends trägt gleichermaßen den Stempel von Hausherr und Regisseur wie den des Choreographen Karl Alfred Schreiner: Josef Ellers „tanzt“ als junger, hübscher, gut gebauter Janczy in der Premiere von Paul Abrahams „Viktor und ihr Husar“, uraufgeführt 1930, mit seinem einzigen Kleidungsstück, einem weißen Handtuch, das auch noch immer kleiner wird, nachdem ihn Katja Reichert als seine angebetete Riquette gebadet und gebürstet hat, mit einer derart lässig-eleganten Gewandtheit, dass das Publikum immer gerade so viel zu sehen bekommt, wie noch schicklich ist. [Premierenkritik lesen]

Ein Strauß voll Strauss

Anne Schwanewilms Foto: Javier del Real

Anne Schwanewilms singt begleitet von Malcolm Martineau einen hinreißenden Liederabend beim Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen
Von Klaus Kalchschmid

(Garmisch, 15. Juni 2016) Eine konzertante „Elektra“, das Melodram „Enoch Arden“ mit der Festivalleiterin Brigitte Fassbaender als Sprecherin, einer der raren Meisterkurse mit Edita Gruberova, Lesung, Klavierduo, „Musik im Gespräch“ und drei Orchesterkonzerte – unter anderem mit der Symphonie d-moll (16. Juni) sowie - zum Abschluss - einer Orchestersuite aus dem Ballett „Schlagobers“ und „Don Quixote“ (17. Juni): Das diesjährige Richard-Strauss-Festival bot und bietet einmal mehr einen breiten Querschnitt durch das Schaffen seines Namensgebers, den ein wunderbarer Liederabend mit Anne Schwanewilms aufs Schönste ergänzte. [Besprechung lesen]

Selbstbewusste Partner

Julia Fischer/Igor Levit Foto: Veranstalter

Igor Levit und Julia Fischer beenden ihren Zyklus mit den zehn Beethoven-Sonaten im Münchner Prinzregenentheater
Von Klaus Kalchschmid

(München, 12. Juni 2016) Das war sie nun, die dritte und (leider) letzte Matinee mit allen zehn Sonaten für Klavier und Violine von Ludwig van Beethoven, gespielt von Igor Levit und Julia Fischer. Denn wenn sich zwei eigenständige, eminent selbstbewusste und im Temperament durchaus unterschiedliche Meister ihres Instruments chronologisch dem Kosmos eines Komponisten in einer Gattung widmen, dann ist das Ergebnis in jeder Hinsicht spannend und überraschend. [Konzertkritik lesen]

Durchs finstere 20. Jahrhundert

Eindrücke vom Musikprogramm bei den Wiener Festwochen
Von Derek Weber

(Wien, 4. und 5. Juni 2016)  Ja, man kann schon Angst bekommen beim Betrachten der Welt, wie sie sich uns gerade präsentiert und wie sie sich anschickt, von den Trumps, Hofers, Le Pens und Putins dominiert zu werden. Böse Erinnerungen sollen nicht übertrieben werden, aber zum Fürchten war ja auch das 20. Jahrhundert von Beginn an, spätestens seit dem mörderischen Ersten Weltkrieg, der die "Welt von gestern", von der Stefan Zweig erzählte, zum Verschwinden brachte, als hätte es sie nie gegeben. Schlimmer noch: Alle aufkeimende Hoffnung  auf Besseres, das es geben mochte, wurde sehr rasch im Keim erstickt. [weiter]

Jubiläum mit Staraufgebot

Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik feiern in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen - unter anderem mit Cimarosas "Heimlicher Ehe" mit Vesselina Kasarova und einem Auftritt des früheren Festivalleiters René Jacobs mit Glucks "Alceste"

„Tragicommedia“ machen die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2016 zu ihrem Motto. Zum 40-jährigen Jubiläum des Festivals sollen alle Saiten der Musik aus Renaissance, Barock und Klassik zum Klingen gebracht werden, entsprechend der barocken künstlerischen Ausdrucksform des „Chiaroscuro“. So wie vom 16. bis ins 18. Jahrhundert in der Bildenden Kunst durch spezielle Wirkungen von Licht und Schatten und in der Musik durch ein dynamisches Wechselspiel Hell-Dunkel-Kontraste als Spiegelbild des Lebens betont wurden, erklingt bei den Festwochen Musik verschiedenster Komponisten mit festlichen bis besinnlichen Tönen zwischen Hell und Dunkel, Freud und Leid, Triumph und Trauer, Dur und Moll. [weiter]

Musikkulturen aller Länder vereinigt euch!

Anoushka Shankar Foto: MDR/Maurice Demant

Die indische Sitar-Virtuosin Anoushka Shankar spielte mit dem MDR-Sinfonieorchester beim Festival of Lights in Leipzig das Konzert für Sitar und Orchester ihres Vaters Ravi Shankar
Von Stefan Pieper

(Leipzig, 4. Juni 2016) Berührungen zwischen indischer und westlicher musikalischer Hochkultur finden nach wie vor eher punktuell statt. Brückenschläge scheinen überfälliger denn je. Und wirken, wenn sie - wie beim Leipziger „Festival of Lights“ - dann mal stattfinden, um so unverbrauchter! [Kritik lesen]

Kino im Kopf

Foto: Gaëlle Astier-Perret

Große Oper, große Überraschungen: Das vierte „Festival Palazzetto Bru Zane“ mit französischer Musik der Romantik in Paris
Von Laszlo Molnar

(Paris, 3. und 4. Juni 2016) Was macht man üblicherweise an einem (verlängerten) Wochenende in Paris? Sehenswürdigkeiten abklappern, in den berühmten Museen abtauchen, in Cafés abhängen, am Abend in die Oper. Das ist bewährt, da macht man nichts falsch. Aber für den Musikliebhaber geht es auch anders, zumindest einmal im Jahr. Da veranstaltet die Stiftung „Palazzetto Bru Zane“ ein Festival der romantischen französischen Musik. [weiter]

Dada in Davos

Reto Bieri Foto: Priska Ketterer

Der Schweizer Klarinettist und Intendant Reto Bieri leitet seit September 2013 das Davos Festival, das in diesem Jahr (6.-20. August) unter dem Motto "Familienzone" steht. Im Interview mit KlassikInfo spricht er über die diesjährigen Festival-Highlights und wie er den berühmten Berg-Ort durch Musik verwandeln möchte.

KlassikInfo: Das Motto des Davos Festivals in diesem Jahr ist "Familienzone" - wie kamen Sie darauf, wo ist die Verbindung zur Musik?

Bieri: Familie heißt für uns alle Ursprung, Ausgangspunkt, erste Heimat, erstes Zuhause. Man kann durchaus sagen: Die Familie bildet so etwas wie den Grundton, den Grundakkord, die Tonika unseres Lebens. „Verwandtschaft ist Teilhaben an gemeinsamer Substanz“ sagt zum Beispiel der Musiktheoretiker Gustav Güldenstein in seiner Modulationslehre. Er bezieht sich damit ganz und gar auf das innermusikalische Geschehen. [Interview lesen]

Glück ohne Reue

Anna Netrebko (Elsa von Brabant), Piotr Beczala (Lohengrin) Foto: Daniel Koch

Christian Thielemann dirigiert in Dresden Wagners „Lohengrin“ in exzellenter Besetzung mit Anna Netrebko als Elsa und Piotr Beczala als Lohengrin
Von Christian Gohlke

(Dresden, 29. Mai 2016) Vier Repertoirevorstellungen einer alten, von Christine Mielitz erarbeiteten Inszenierung von Richard Wagners „Lohengrin“, die 1983 Premiere hatte noch ehe die Semperoper wiederaufgebaut war, wurden in Dresden zur Sensation dieser Opernsaison. Einen so gewaltigen Jubel wie nach der letzten Aufführung der Serie in dieser exquisiten Besetzung – erlebt man nicht alle Operntage. [Opernkritik lesen]

Das Blut spritzt fontänenhaft

Judith beim Männermorden (Johanni van Oostrum) Foto: Thilo Beu

Die Oper Bonn versucht eine Revitalisierung von Rezniceks Oper "Holofernes", die zumindest musikalisch gelingt
Von Christoph Zimmermann

(Bonn, 29. Mail 2016) Mit weit über hundert Seiten ist das aktuelle Programmheft der Oper Bonn üppiger als alle vorherigen. Nun kam mit Emil Nikolaus von Rezniceks „Holofernes“ aber auch ein Werk zur Aufführung, das nach seiner Premiere 1923 an der Städtischen Opern Berlin (und einigen Wiederaufnahmen in der Folgezeit –Titelrolle: Michael Bohnen) nie mehr gespielt wurde. In seiner Chemnitzer Intendantenzeit hatte Bernhard Helmich mit Rezniceks „Benzin“, einem „heiter-fantastischen Spiel mit Musik“, sogar eine posthume Uraufführung geboten (2010). [Premierenkritrik lesen]

Musiktheater forscht

Sieht so neues Musiktheater aus? "Hundun" von Judith Egger und Neele Hülcker Foto: Franz Kimmel

Halbzeit bei der Münchner Biennale für neues Musiktheater. Unter neuer Leitung gehen die Uraufführungen in diesem Jahr auf Entdeckungstour durch ungewöhnliche Räume und Sounds.
Von Klaus Kalchschmid

(München, Anfang Juni 2016) Eine musiktheatrale Paraphrase auf das Arbeitstagebuch Werner Herzogs zu seinem „Fitzcarraldo“-Film, die Übersetzung einer Kurzgeschichte von Foster Wallace ins Müller’sche Volksbad, Stimm-Akrobatik zu Werbetexten als One-Woman-Show und Arno Camenischs prall-sinnliche Lesung seiner rätoromanischen Texte über das skurrile Leben auf einer Alm, dazu Installationen und Performances wohin man schaut, aber allzu wenig Musik gab es bisher bei der ersten Musiktheater-Biennale unter der Leitung von Daniel Ott und Manos Tsangaris zu erleben. [Kritik lesen]

Lodernd

Teodor Currentzis Foto: Anton-Zavyalov

Patricia Kopatchinskaja und Teodor Currentzis mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg zu Gast in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 30. Mai 2016) Niccolò Paganini bezeichnete man einst als Teufelsgeiger. Teodor Currentzis könnte man – ohne den Vergleich zu weit treiben zu wollen - als Teufelsdirigenten empfinden, wobei das hier beschriebene Kölner Konzert ein durchaus typisches gewesen sein dürfte. Gertenschlank (durch einen eng geschnittenen Anzug unterstrichen) stand Currentzis vor dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und machte Dampf. Es wirkte tatsächlich so, als ob sich auf Knopfdruck (Einleitungsakkord von Beethovens Leonore III) Schleusen öffnen und Körpersäfte zum Sieden gebracht werden. [Konzertkritik lesen]

Lost in Traviata

Foto: Oper Rom

Valentinos "La Traviata" mit ein bisschen Regie von Sofia Coppola ist an der Staatsoper Rom mehr ein Ereignis vor als auf der Bühne
Thomas Migge

(Rom, Ende Mai 2016) Gleich zwei roteTeppiche stellten die ankommenden Gäste der römischen Staatsoper vor ein Problem. Über welchen sollte man nun zum Haupteingang schreiten? Bodyguards teilten die VIP-Ankömmlinge in zwei Gruppen. VIP-Gruppe 1 mußte rechts gehen, dazu gehörten die meisten der Promis. VIP-Gruppe 2 mußte links gehen und vor einer Stellwand mit der Aufschrift „Valentinos La Traviata“ vor dutzenden Paparazzi posieren. Darunter bekannte Schauspielerinnen wie etwa Monica Bellucci. [Opernkritik lesen]

Hinter einer Nebelschicht

Foto: Bärbl Hohmann

Bei den Schwetzinger Festspielen wurde Georg Friedrich Haas‘ Oper „Koma“ erfolgreich uraufgeführt
Von Georg Rudiger

(Schwetzingen, 27. Mai 2016) In Thomas Bernhards „Der Theatermacher“ scheitert der Protagonist Bruscon noch daran, das Ende seiner Komödie in der totalen Finsternis spielen zu lassen. Der Feuerwehrhauptmann von Utzbach besteht nämlich darauf, dass die Notbeleuchtung angeschaltet bleibt. Bei der Uraufführung von Georg Friedrich Haas‘ Oper „Koma“ nach einem Text von Händel Klaus im Rokokotheater des Schwetzinger Schlosses hingegen herrscht über weite Strecken völlige Dunkelheit. [Uraufführungskritik lesen]

Zwischen Aolus und Prometheus

Alexandre Bloch Foto: www.alexandrebloch.com

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und Xavier de Maistre unter Alexandre Bloch mit Werken von Mendelssohn, Hosokawa, Debussy und Webern
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 21. Mai 2016) Felix Mendelssohns „Sommernachtstraum“-Ouvertüre gehört zu den bekanntesten und fraglos auch beliebtesten Werken der Musikliteratur. Dennoch ruft dieser Geniewurf aus der Feder eines Siebzehnjährigen stets neues Erstaunen über so viel Frühreife hervor. Die sich immer wieder bewährende Qualität der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen erstaunt hingegen nicht, ist auch in Köln eine bestens vertraute. Mit inzwischen weit über hundert Auftritten ist der Klangkörper seit der Eröffnung der Philharmonie (1986) in diesem Haus regelmäßig präsent, oft mit seinem künstlerischen Leiter Paavo Järvi. [Konzertkritik lesen]

Auf der Suche nach dem perfekten Klang

Barokkanerne Foto: www.tagealtermusik-regensburg.de

Bei den Tagen Alter Musik in Regensburg gab es beim Originalklang in diesem Jahr auffallend viel Perfektion zu hören
Von Laszlo Molnar

(Regensburg, Pfingsten 2016) 2016, zu Pfingsten, gab es in Regensburg die Tage Alter Musik zum 32. Mal. Immer noch gibt es in ganz Deutschland kein Festival der Alten Musik von vergleichbarer Vielfalt, Dichte und Unberechenbarkeit. Nach wie vor halten die Gründerväter Ludwig Hartmann und Stephan Schmid die Fäden in der Hand und programmieren das Festival nach ihrem Geschmack. Da gibt es keine Prinzipien, keine Artists in Residence oder Programmschwerpunkte. Das einzige Prinzip ist die Suche nach dem Interessanten, nach neuen Namen und nach besonderen Programmen. [Festivalbericht lesen]

Furios

Lorenzo Viotti Foto: Stephan Doleschal

Der Wiener Concert-Verein, Alison Balsom und Kit Armstrong überzeugten in Köln unter der Leitung von Lorenzo Viotti mit Werken von Schostakowitsch und Haydn
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 17. Mai 2016) Der Auftritt des aus Mitgliedern der Symphoniker bestehenden Wiener Concert-Vereins, welcher den Weg nun auch einmal in die Kölner Philharmonie gefunden hat, war hinsichtlich Solisten und Dirigent auf Jugend ausgerichtet. Lorenzo Viotti, Mitte 20, hat die Karriereleiter eines Kapellmeisters mit enormer Schnelligkeit aufwärts genommen. Sein Vater war Marcello Viotti (1954-2005), was in biografischen Notizen seltsamerweise immer verschwiegen wird. Sein Sohn Lorenzo ist u.a. ausgebildeter Schlagzeuger und war als solcher auch bei den Wiener Philharmonikern tätig. [Konzertkritik lesen]

Pfingstliche Festspiele ohne Makel

Foto: Salzburger Festspiele / Silvia Lelli

Viermal Romeo und Julia bei den Salzburger Pfingstfestspielen
Von Derek Weber

(Salzburg, Pfingsten 2016) Wann bekommt man schon drei Romeos und vier Julias an einem verlängerten Wochenende zusammen geboten? Das Salzburger Pfingstfestival macht‘s möglich. Das Shakespear‘sche Original wird gelesen, Leonard Bernsteins „West Side Story“ kommt (mit einem Wirbelwinddirigenten wie Gustavo Dudamel am Pult seines lateinamerikanischen Orchesters) hurtig herbeigeeilt und die Intendantin höchstpersönlich singt die Julia-Maria...[Besprechung lesen]

Beckmesser beim Eurovision Song Contest

Markus Eiche (Sixtus Beckmesser), Wolfgang Koch (Hans Sachs) Foto: W. Hösl

Kirill Petrenko dirigiert Münchens neue „Meistersinger“ und David Bösch inszeniert sie irgendwo zwischen Bautzen und Bonn
Von Robert Jungwirth

(München, 16. Mai 2016) Was ist in Zeiten von Pegida und AfD davon zu halten, wenn auf der Opernbühne von der „heiligen deutschen Kunst“ und von „welschem Tand“ schwadroniert wird, den man „uns ins deutsche Land pflanzt“? Muss man das als Regisseur konterkarieren, korrigieren, kritisieren? David Bösch sagt zurecht, dass er die gut vier Stunden „Meistersinger“ nicht allein von den letzten drei Minuten aus inszenieren kann und will. Und so sind bei ihm denn auch keine Pegidaaufmärsche zu sehen und keine Deutschlandfahnen – auch wenn das gewiss verlockend wäre. [Premierenkritik lesen]

Vom Bewegen der Luft

Kah Chun Wong und Barbara Hannigan beim Finale Foto: Michael Trippel

Beobachtungen beim 5. Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb der Bamberger Symphoniker
Von Robert Jungwirth

(Bamberg, 11.-13. Mai 2016) Musik, das ist nur bewegte Luft, sagt der Komponist, Klarinettist und Dirigent Jörg Widmann ebenso lapidar wie wahr. Und man darf ergänzen, dass man nur zu wissen braucht, wie man die Luft richtig bewegt, um gute Musik zu erzeugen. Ganz einfach also. Der Luftbeweger par excellence unter den Musikern ist natürlich der Dirigent. Er hat kein Instrument, erzeugt keinen unmittelbaren Ton, sondern bewegt nur die Arme durch die Luft. [weiter]

Kah Chun Wong gewinnt Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb

Kah Chun Wong Foto: Michael Trippel

Der 29-jährige Kah Chun Wong aus Singapur hat den diesjährigen Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb der Bamberger Symphoniker gewonnen.

(Bamberg, 12. Mai 2016) Von 381 Bewerbern waren 14 nach Bamberg eingeladen worden, davon haben fünf das Semifinale erreicht. Beim Finale am 12. Mai traten neben Wong die beiden Russen Sergej Neller und Valentin Uryupin an. Sie erhielten einen zweiten und dritten Preis. Wong überzeugte die hochkarätig besetzte Jury mit seiner Probenarbeit an Henri Dutilleux' "Correspondence" für Sopran und Orchester, dem eigens für den Wettbewerb komponierten Werk "Zugabe" von Georg Friedrich Haas und Gustav Mahlers dritter Symphonie. Der erste Preis ist mit 20.000, der zweite mit 10.000 und der dritte mit 5.000 Euro dotiert. [weiter]

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Folklore

Foto: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Gustavo Dudamel dirigiert die Neuinszenierung der Turandot an der Wiener Staatsoper
Von Derek Weber   

(Wien, 1. Mai 2016) Kaum ein Komponist hat sich so mühsam ans Ende einer Oper herangearbeitet wie Giacomo Puccini an seine "Turandot". Schließlich ist er bekanntlich über ihr gestorben. Ein unvollendetes Meisterwerk, zu Ende gebracht von einem Musiker, den man nicht einmal seinen "Schüler" nennen kann. Arturo Toscanini, der die Uraufführung des Werkes aus der Taufe hob, hat Franco Alfano die schwere Aufgabe der Fertigstellung übertragen, ohne dass man sagen könnte, er habe sich dabei von durchdachten dramaturgischen Überlegungen leiten lassen. [Opernkritik lesen]

Musikjournalismus in der Krise

Ein Akademieprojekt des Festivals Heidelberger Frühling widmet sich dem Musikjournalismus in schwieriger Zeit
Von Georg Rudiger

(Heidelberg, April 2016) Die Notebooks sind aufgeklappt. Die Kaffeekanne wandert von Tisch zu Tisch. In vier Stunden ist deadline für das erste Festivaljournal des „Heidelberger Frühlings“. „Nun ist es vorbei mit der Plauderei der letzten Tage“, sagt Eleonore Büning und lässt im Robert-Schumann-Zimmer der Stadthalle gleich eine Nachtkritik auf die Leinwand projizieren. Die zehntägige Akademie Musikjournalismus unter der Leitung der FAZ-Musikredakteurin findet in diesem Jahr erst zum zweiten Mal statt. [Artikel lesen]

Alles fließt

Barbara Hannig Foto: Musacchio and Ianiellos

Barbara Hannigan dirigiert die Münchner Philharmoniker und singt dazu auch noch
Von Robert Jungwirth

(München, 29. April 2016) Zehn Zentimeter hohe High Heels mit Bleistiftabsätzen sind nicht unbedingt die geeignetsten Arbeitsschuhe für Dirigentinnen, möchte man meinen. Barbara Hannigan fechten solche Vorurteile nicht an. Sie stakst über die Bühne zum DirigentInnenpodest wie andere Damen zur Cocktailparty. Dem Publikum gefällt das vermutlich ebenso wie ihr, denn es bekommt im beinahe zu Tode ritualisierten Konzertbetrieb mal etwas anderes zu sehen. Auch das feine schwarze Abendkleid ist ein Hingucker, von der Frau darin gar nicht zu reden. [Konzertkritik lesen]

Amor zum Gärtner gemacht

Foto: Thomas M. Jauk

René Jacobs gräbt Agostino Steffanis Barockoper „Amor vien dal destino“ aus. An der Berliner Staatsoper steuert Ingo Kerkhof eine kurzweilige Inszenierung bei.
Antje Rößler

(Berlin, 27. April 2016) Kaum jemand kannte vor ein paar Jahren Agostino Steffani (1654-1728). Dann sorgte Cecilia Bartoli für ein kleines Revival des Barockkomponisten, als sie für ihr Album „Mission“ einige Steffani-Arien ausgrub. Diese Einspielung wiederum inspirierte Donna Leon zu ihrem Krimi „Himmlische Juwelen“, in dem es um das geheimnisvolle Leben des Komponisten geht. [Opernkritik lesen]

Farbflächen und Klangflächen

Via Nova Chor München Foto: Orff-Zentrum

Das Münchner Orff-Zentrum präsentierte in seiner Reihe mit Werken von Morton Feldman Vokalkompositionen
Von Robert Jungwirth

(München, 27. April 2016) Das Münchner Orff-Zentrum ist auch eine Pflegestätte für das Werk des amerikanischen Komponisten Morton Feldman. Bereits fünf Konzerte hat man diesem berühmt-berüchtigten Exegeten der Langsamkeit und Reduktion hier jetzt gewidmet. Einen Anknüpfungspunkt an das Schaffen Carl Orffs gibt es zwar nicht wirklich, aber es ist umso erfreulicher, dass man bei der Programmgestaltung gern und oft über den Orffschen Tellerrand hinausblickt. Vor allem, wenn man sieht, dass sonst eigentlich niemand Feldman in München aufführt. [Konzertbesprechung lesen]

Cybersex und Ehevollzug

Rebecca von Lipinski, Shigeo Ishino Foto: A.T. Schaefer

An der Stuttgarter Staat hatte Philippe Boesmans Opernversion von Schnitzlers Reigen Premiere
Von Georg Rudiger

(Stuttgart, 24. April 2016) Ein Skandalstück ist Arthur Schnitzlers 1920 in Berlin uraufgeführtes Drama „Reigen", das zehn sexuelle Begegnungen von Mann und Frau beschreibt, schon lange nicht mehr. Sex außerhalb der Ehe ist in Deutschland kein Aufreger mehr, sondern gesellschaftliche Normalität. Dennoch hat Schnitzlers ernüchternde Sicht auf die Liebe in Zeiten des Online-Datings nichts an Aktualität verloren. [Premierenkritik lesen]

Muezzin und Brahms

Royal Opera House Muscat Foto: KlassikInfo

Die Bamberger Symphoniker spielen ein Konzert mit Werken von Brahms und Beethoven  unter der Leitung von Christoph Eschenbach im Oman
Von Robert Jungwirth

(Oman, 22. April 2015) Draussen vor dem Opernhaus ruft der Muezzin, drinnen proben die Bamberger Symphoniker die dritte Symphonie von Johannes Brahms. Ein größerer musikalischer Kontrast lässt sich kaum denken. Und doch geht beides hier in Muscat, der Hauptstadt des Oman, wie selbstverständlich zusammen. Seit der Eröffnung vor fünf Jahren hat sich das erste Opernhaus der arabischen Halbinsel zur wichtigsten Kultureinrichtung des Oman entwickelt. [Artikel lesen]

Der Gärtnerplatz rockt Barock

Marco Comin Foto: Christian POGO Zach

„Le Concert des Nation" – Ein fulminantes Barock-Konzert mit dem Orchester des Gärtnerplatztheaters im Max-Joseph-Saal der Residenz in München

Von Laszlo Molnar

(München, 24. April 2016) Man könnte sagen: Die Barockmusik ist angekommen in der Mitte unserer (Musik-)Gesellschaft. Wenn ein Berufs-Theater-Orchester wie das Orchester des Münchner Gärtnerplatztheaters sich – wortwörtlich! – hinstellt und unter der Leitung seines Chefdirigenten Marco Comin Barockmusik spielt, als hieße es mit anderem Namen „Il Giardino Armonico", dann ist das für die Münchner Musikszene eine bedeutsame Nachricht. [Konzertkritik lesen]

Polizisten schmücken Christ-Baum

Kent Nagano dirigierte in Hamburg eine Musiktheater-Doppelpremiere: Romeo Castelluccis fragwürdige Bebilderung der Matthäus-Passion von Bach und einen unfreiwillig konzertanten „Tristan“
Von Klaus Kalchschmid

(Hamburg, 21., 22. April 2016) Verkehrte Welt: ausgerechnet die Wiederaufnahme des großartigen, legendären „Tristan“ von Ruth Berghaus aus dem Jahr 1988 trifft der Bannstrahl der Gewerkschaft V.e.r.di mit einem Warnstreik der Bühnenarbeiter, weshalb die Vorstellung konzertant stattfinden muss; die fast durchweg beliebigen, von der Musik sträflich ablenkenden Aktionen aus Anlass der Matthäus-Passion von Bach, erfunden und inszeniert von Romeo Castellucci  unter dem Titel „La Passione“ aber finden wie geplant in einer der Deichtorhallen statt. [Premierenkritik lesen]

Festivalbericht: Transsibirisches Kunstfestival Nowosibirsk

Schmachtfetzen, Schlager, Klingeltöne

Cellistin Danielle Akta Foto: (c)Trans-Siberian Art Festival/Alexander Ivanov

Zu Besuch bei Vadim Repins Transsibirischem Kunstfestival in Nowosibirsk
Von Antje Rößler

(Nowosibirsk, April 2016) Nowosibirsk ist der geografische Mittelpunkt Russlands. Ein Kirchlein, das auf einer verkehrsumtosten Straßeninsel steht, zeigt an: Von hier aus geht es je viertausend Kilometer nach Ost und nach West. Als Durchgangsstation ist die drittgrößte Stadt des Landes auch entstanden: 1893 wurde hier eine Brücke der Transsibirischen Eisenbahn über den Fluss Ob gebaut. [Festivalbericht lesen]

Ohrenöffner

Quatour Hermes Foto: François Sechet

Das Kammermusikfestival „Ickinger Frühling“ in der Nähe von München präsentierte wieder Ensembles von atemberaubendem Niveau und Musik zum Neu-Entdecken
Von Laszlo Molnar

(Icking, 17. April 2016) Es gab ihn auch heuer wieder, den Ickinger Frühling. An die Jahreszeit erinnerte eher das Programm des Kammermusikfestivals in der Nähe von München als das reale Wetter, das, regnerisch und kalt, zum Verweilen im Inneren anregte. Dort, im Konzertsaal des Ickinger Rilke-Gymnasiums, traten am Samstag und Sonntag vier Streichquartette nebst einigen zusätzlichen Solisten auf und kredenzten ihren Zuhörern ein üppiges Kammermusikprogramm. [Festivalkritik lesen]

Zwischen Wagner und Impressionismus

The Delius Collection (Heritage HTGCD 700)
Von Christoph Zimmermann

Eine 2012 zum 150. Geburtstag von Frederick Delius erstveröffentlichte, nun wiederaufgelegte Werkanthologie erinnert an einen Komponisten, welcher hierzulande nie richtig Fuß fassen konnte. Dabei entstammte er einen deutschen Kaufmannsfamilie aus Bielefeld, studierte am Leipziger Konservatorium. Delius, der sich sein Musikstudium gegen den Willen des Vaters erkämpfen musste, kam wie auch andere Komponisten an Wagner zunächst nicht vorbei, wurde dann aber wesentlich stärker durch freundschaftlichen Beziehungen zu Edvard Grieg geprägt. [CD-Besprechung lesen]

Gedichte zwischen Leben und Tod

Pierre-Dominique Ponnelle Foto: Agentur

Das Orff-Zentrum München stellte den Komponisten und Dirigenten Pierre-Dominique Ponnelle ins Zentrum eines spannenden Porträtkonzerts mit zwei Uraufführungen
Von Robert Jungwirth

(München, den 12. April 2015) Als Sohn französischer Eltern in München geboren und aufgewachsen, Musikstudium in München, dann in Osteuropa beruflich sozialisiert, das ist in dürren Worten der Lebensweg des Komponisten und Dirigenten Pierre-Dominique Ponnelle, Sohns des berühmten Opernregisseurs Jean-Pierre Ponnelle. Das Münchner Orff-Zentrum widmete dem in Deutschland nicht übermäßig bekannten Komponisten jetzt ein Porträtkonzert mit zwei(!) Uraufführungen und sorgte damit für eine Entdeckung. [Konzertbesprechung lesen]

Aus dem Bauch heraus

Anna Vinnitskaya Foto: Gela Megrelidze

Die Pianistin Anna Vinnitskaya mit Werken von Bach, Schostakowitsch und Prokojew in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 5. April 2016) Die Hinwendung zur Musik war bei Anna Vinnitskaya im Grunde erwartbar: beide Eltern Pianisten, der Großvater Dirigent, ein Onkel Geiger. Die erste Ausbildung am Klavier erfolgte zwar bequem en famille, aber Wünsche und Vorstellungen von Mutter und Tochter waren manchmal nicht leicht vereinbar. Zudem wollte ihr der Vater auch noch das Jazz-Improvisieren schmackhaft machen. [Konzertkritik lesen]

Unernst-ernst

Ernst Theis Foto: Agentur

Das Münchner Rundfunkorchester unter Ernst Theis präsentierte mit der Sopranistin Natalie Karl und dem Tenor Matthias Klink frühe Tonfilmschlager der 30er und 40er Jahre
Von Robert Jungwirth

(München, 6. April 2016) Schwer ist leicht was, sagt ein bekanntes bayerisches Schwergewicht gern, und man darf ergänzen, dass gerade das Leichte oft am schwersten ist. So ist es auch mit musikalischen Ohrenschmeichlern wie „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ oder „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“, ihres Zeichens unvergängliche Preziosen aus der frühen Tonfilmzeit von den Komponisten Ralph Erwin und Werner Richard Heymann. [Artikel lesen]

Wahrhaftigkeit in der Musik, Wahrhaftigkeit im Leben

Nikolaus Harnoncourt Foto: Werner Kmetitsch

Eindrücke und Gedanken zu Nikolaus Harnoncourt
Von Laszlo Molnar

Wie begegnet man dem Tod eines Verwandten oder eines Freundes? Am besten, indem man sich in Gedanken darauf vorbereitet hat, sich mit dem Tag beschäftigt hat, an dem einen die unwiderrufliche Nachricht ereilen würde. So ging es mir mit Nikolaus Harnoncourt. Nikolaus Harnoncourt ist in der Nacht vom 5. auf dem 6. März in seinem Haus in St. Georgen in Attergau gestorben, im 87. Lebensjahr. Wieso trifft mich nun der Tod Harnoncourts so hart, und bei aller Erwartbarkeit unerwartet? Nikolaus Harnoncourt war einer meiner musikalischen Lehrmeister und Wegbegleiter. [Artikel lesen]

Musik als Rettungsanker

James Rhodes ist vor allem in Großbritannien ein sehr erfolgreicher Konzertpianist. Seine Auftritte, die er in Jeans und Turnschuhen absolviert und auch selbst moderiert, sprechen besonders ein junges Publikum an. Aber der Weg, der hinter ihm liegt, war ein Horrortrip. Als Kind wurde er missbraucht und konnte jahrzehntelang nicht darüber sprechen. James Rhodes rettete sich in die Musik, lernte Klavierspielen. In seinem Buch der Klang der Wut erzählt er davon.
Von Robert Jungwirth

Wenn James Rhodes über Bachs „Goldberg-Variationen“ sagt, dass diese Stücke mit ihm Dinge anstellen, „die sonst nur die stärksten Psychopharmaka zustande bringen“, weiß er wovon er spricht. Der englische Pianist, der 1975 in London geboren wurde, kennt sich mit klassischer Musik ebenso gut aus wie mit Psychopharmaka. [Buchbesprechung lesen]

Klangliche Mysterien

Concerto Italiano Foto: Misteria Paschalia/Wojciech Wandzel

Eindrücke vom wunderbaren Alte-Musik-Festival Misteria Paschalia in Krakau
Von Robert Jungwirth

(Krakau, 22.-24. März 2016) Im Jahr 2000 war Krakau Kulturhauptstadt Europas. Doch auch ohne diesen Titel ist die zweitgrößte Stadt Polens und frühere Hauptstadt des Landes eine Kulturhauptstadt. Denn die Kultur spielt hier eine große Rolle. Die Zahl der Festivals, die übers Jahr verteilt in Krakau stattfinden, ist rekordverdächtig. An die 100 Festivals für Literatur, Film und Musik widmen sich den unterschiedlichsten Genres. [Festivalbericht lesen]

Orpheus trifft auf Don Quijote

Klarinettist David Orlowsky und Wolfgang Katschner an der Laute Foto: david baltzer / bildbuehne.de

Das Aequinox-Festival im brandenburgischen Neuruppin verbindet Alte Musik mit neuen Ideen
Von Antje Rößler

(Neuruppin, März 2016) Neuruppin, 60 Kilometer nördlich von Berlin gelegen, ist bekannt als Geburtsort von Theodor Fontane. Die einstige Garnisonsstadt, die sich an das Ufer des Ruppiner Sees schmiegt, beherbergt seit sieben Jahren ein Festival für Alte Musik. Es findet während Aequinox statt, der astronomischen Konstellation der Tag- und Nachtgleiche, die den Frühlingsanfang markiert. [Festivalbericht lesen]

Erotisierte Schafe und bärtige Damen

Foto: Opéra Toulouse

Venezianischer Karneval auf französisch: William Christie dirigiert „Les Fetes Vénitiennes" von André Campra an der Oper Toulouse in einer Inszenierung von Robert Carsen
Von Thomas Migge

(Toulouse, März 2016) André Campras Oper „Les Fetes Vénitiennes", 1710 im Pariser Theatre du Palais Royal uraufgeführt, war ein Riesenerfolg. Das Theatre du Capitole in Toulouse hat jetzt dieses Werk in einer Neuinszenierung, pünktlich zum städtischen Karneval, auf die Bühne gebracht. Eine Neuinszenierung, die witziger und ideenreicher nicht sein konnte. [Opernkritik lesen]

Die Musik rettet den Abend

Eva-Maria Westbroek und Stuart Skelton Foto: Monika Rittershaus

Simon Rattle eröffnet mit einem fantastischen "Tristan"-Dirigat  die Osterfestspiele Baden-Baden. Die Inszenierung des Polen Mariusz Trelinski ist vor allem eines: einschläfernd.
Von Georg Rudiger

(Baden-Baden, 19. März 2016) Es ist dunkel im Festspielhaus Baden-Baden. Mariusz Trelinski hat nicht nur den zweiten Aufzug von „Tristan und Isolde“ in der Nacht angesiedelt, sondern Richard Wagners gesamte Oper. Die ewige Nacht als Schauplatz authentischer Gefühle – ein gut gemeinter Gedanke, der aber szenisch kaum Wirkung entfaltet, sondern auf die Dauer einfach nur einschläfert. [Premierenkritik lesen]

Jüdische Schicksale

Jean-Noël Briend und Sava Lolov als Walter Benjamin Foto: Stofleth

Fantastische Doppelpremiere beim "Festival der Humanität" an der Oper Lyon: Uraufführung von „Benjamin, dernière nuit“ von Michel Tabachnik und eine musikalisch wie szenisch sensationelle Neuproduktion von Halévys „La Juive“
Von Klaus Kalchschmid

(Lyon, 15., 16. März 2016) Welches Opernhaus wagt schon an zwei aufeinanderfolgenden Tagen eine szenisch aufwendige Uraufführung und eine selten gespielte Grand Opéra wie „La Juive“ als Neuproduktion – beides unter prominenter Beteiligung eines exzellenten Chors. Man muss in eine mittlere französische Stadt mit kaum einer halben Million Einwohnern fahren, um nach einem originellen zeitgenössischen Musik-Theater über die letzten Stunden Walter Benjamins eine beglückend stimmige, musikalisch sensationelle Aufführung einer geschickt und nur moderat gekürzten „La Juive“ von Jacques Fromental Halévy zu erleben. [Opernkritik lesen]

Bella Martha

Martha Argerich Foto: Sonja Werner/EMI

Martha Argerich begeistert im Duo mit Mischa Maisky in München
Von Robert Jungwirth

(München, 16. März 2016) Jedesmal wenn er mit Martha Argerich auftrete, verliebe er sich aufs Neue in sie, meint Mischa Maisky. Da geht es dem Cellisten wohl nicht anders als dem Publikum, das die Grande Dame des Klaviers auch bei einem Duo-Auftritt mit stürmischer Bewunderung und Leidenschaft feiert – wie jetzt beim Münchner Auftritt der beiden zusammen alt gewordenen Stars im Herkulessaal. [Konzertkritik lesen]

Wenn die Zeit auf der Stelle tritt

Ilseyar Khayrullova (Olga), Margarita Gritskova (Mascha), Aida Garifullina (Irina) Foto: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Péter Eötvös' "Tri Sestri" in einer Neuproduktion an der Wiener Staatsoper
Von Derek Weber

(13. März 2016) Kennte man Wien nicht besser, man möchte glatt an solide dramaturgische Verknüpfungen glauben: So viel wenig gespieltes Russisches gibt es hier nicht immer. Im Musikverein gastiert das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons mit Dmitri Schostakowitsch' "Leningrader" Symphonie, einem Werk, in das man viel Falsches und Halbrichtiges hineingeheimnissen kann, in einer Interpretation, die in ihrer emotional aufgeladenen und bis in letzte Details durchdachten Akkuratesse Zeugnis davon gibt, wie lange sich der lettische Dirigent mit diesem Werk schon beschäftigt, das vielleicht mehr noch als andere Schostakowitsch-Symphonien Zeitgeschichte in Noten fasst...[weiter]

Menschenzugewandtheit

Wilfried Hiller Foto: Jan Adamiak/Orff-Zentrum

Mit einem Uraufführungskonzert feiert das Münchner Orff-Zentrum Wilfried Hillers 75. Geburtstag
Von Robert Jungwirth

(München, 15. März 2016) Was hätte es für einen besseren Ort für das Geburtstagsständchen zu Wilfried Hillers 75. Geburtstag geben können als das Orff-Zentrum in München? Schließlich war Hiller einst Meisterschüler von Carl Orff gewesen und leitet seit einigen Jahren auch die Stiftung, die Orffs Namen trägt. Auch wenn Wilfried Hiller als Komponist ganz unverdächtig ist, wie Orff zu klingen, war und ist er doch immer ein wunderbar authentischer und humorvoller Werber und Fürsprecher für Werk und Person Carl Orffs. Und in Hillers Musik – diese Parallele sei zumindest angemerkt – klingt wie in Orffs Musik immer eine Menschenzugewandtheit an. [weiter]

Kontrollierte Emotionen

Truls Mork Foto: Johs Boe

Truls Mork begeistert mit Elgars Cello-Konzert beim Gürzenich-Orchester unter der nicht minder beeindruckenden Leitung von James Gaffigan
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 13. März 2016) Wie beim aktuellen Gürzenich-Konzert (Dirigent: James Gaffigan) gerechterweise anfangen? Vielleicht mit der Tsunami-Wirkung des zweiten, Richard Strauss gewidmeten Teils. Und hier, trotz des von Gaffigan klangorgiastisch auf die Spitze getriebenen Tanzes aus “Salome“ mit der sinfonischen Fantasie aus der Oper „Die Frau ohne Schatten“, vom Komponisten nach dem Krieg selber zusammengestellt. [Konzertkritik lesen]

Frech ironisch

Teresa Iervolino (Rosina) Foto: Yasuko Kageyama/Opera di Roma

Aus Anlass des 200. Geburtstags der Uraufführung von Rossinis „Barbier“ brachte die Oper Rom eine eigenwillige Neuproduktion des Opernklassikers heraus
Von Thomas Migge

(Rom, Ende Februar 2016) Zunächst war Gioacchino Rossinis Oper „Il Barbiere di Siviglia" kein Erfolg beschieden. Das änderte sich dann aber sehr schnell. Und so wurde die am 20. Februar 1816, also vor 200 Jahren, in Rom uraufgeführte Oper eine der meistgespielten und beliebtesten der gesamten Musikgeschichte. Ein Dauerbrenner. Wie setzt man so eine populäre Oper im Jubiläumsjahr in Rom in Szene? Historisch oder zeitgenössisch? [Opernkritik lesen]

Totgespielte klingen länger

Isabelle Faust Foto: Detlev Schneider

Die Geigerin Isabelle Faust und das Orchestre des Champs-Élysées unter Philippe Herreweghe demonstrierten in der Münchner Philharmonie, wie frisch Beethovens Violinkonzert und seine 5. Sinfonie noch immer klingen können
Von Laszlo Molnar

(München, 7. März 2016) Aufführungen von Violinkonzerten der Klassik und Romantik in historischer Aufführungspraxis sind immer noch selten. Das liegt daran, dass es zu wenige wirklich talentierte Geiger gibt, die sich auch mit historischer Aufführungspraxis beschäftigen. Die Talente der historischen Aufführungspraxis hingegen, vom Rang einer Amandine Beyer etwa, konzentrieren sich meist ganz auf das Repertoire des Barock, spätestens bis Mozart. [Konzertkritik lesen]

Vulkan vor dem Ausbruch

Andris Nelsons Foto: Marco Borggreve

Das WDR Sinfonieorchester unter Andris Nelsons mit Mahlers siebter Sinfonie in Köln
Von Christoph Zimmermann

(Köln, 4. März 2016) Kein Zweifel: Der einst so umstrittene und vielfach abgelehnte Gustav Mahler hat sich in der Publikumsgunst etabliert. Oder doch nicht ganz? Es gibt immer noch divergierende Urteile,  Bevorzugungen. Allerdings betrifft dieses Faktum Mahler nicht alleine. Bei Haydn und selbst Mozart, dann bei Schubert, Mendelssohn, Tschaikowsky oder auch Bruckner vermag nur ein gewisser Teil des sinfonischen Oeuvres einen festen Repertoireplatz zu behaupten. [Konzertkritik lesen]

Verloren bei Escher

Foto: Anne Kirchbach

Ein Sängerfest, aber von Johannes Erath verrätselt und dank Zubin Mehta allzu üppig: Verdis „Ballo in Maschera“ an der Bayerischen Staatsoper
Von Klaus Kalchschmid

(München, 6. März 2016) Rätsel über Rätsel: Schon zu Beginn der Premiere von Verdis „Un ballo in maschera“ blicken wir durch Gaze, die tanzende Choristen antizipiert, auf ein Bühnenrund mit Doppelbett im Zentrum auf einem Fußboden aus verzerrtem Schachbrettmuster, surreal an der Decke gespiegelter großer geschwungener Treppe und einen Weg in den Keller: ein in sich verdrehter Raum ist das, der funktioniert wie eine optische Täuschung von M. C. Escher. [Premierenkritik lesen]

Nikolaus Harnoncourt gestorben

Die gerade erschienene letzte Aufnahme von Nikolaus Harnoncourt mit dem von ihm 1953 gegründeten Concentus Musicus wird jetzt sein Vermächtnis

Im Alter von 86 Jahren ist am 5. März der große Dirigent Nikolaus Harnoncourt gestorben. Erst im Dezember hatte er sich von öffentlichen Auftritten zurückgezogen.

Sein Tod kam zwar nicht ganz unerwartet, aber er reißt doch eine große Lücke in unser Musikleben, das Nikolaus Harnoncourt wie kaum ein anderer Dirigent während der vergangenen 40 bis 50 Jahre maßgeblich geprägt hat. Seine Studien zur sog. historischen Aufführungspraxis setzten Maßstäbe und führten zur Durchsetzung dieser Art Barockmusik und Musik der Klassik aufzuführen.

Aus Seoul, wo er zurzeit eine Konzerttournee unternimmt, äußert sich Marc Minkowski, Künstlerischer Leiter der Mozartwoche, zu Harnoncourts Tod: „Wir haben einen Vater verloren – einen geistigen und einen leiblichen Vater. Nicht ein Vorbild, nicht einen Lehrer, sondern einen Meister – streitbar, bestreitbar. Einen einzigartigen Künstler, der sowohl mächtigstes Licht als erschreckendste Schatten auf die Musikwelt warf. Und der uns wie alle großen Meister lehrte, Verantwortung zu tragen.
Die Nachricht traf wie ein Keulenschlag nach einem Konzert in Seoul mit Werken von Rameau. Unermessliche Trauer erfüllt mich und das Gefühl, dass so kurz nach dem Ableben von Pierre Boulez, seinem „feindlichen Bruder“, das Kapitel 20. Jahrhundert definitiv zu Ende geschrieben wurde. Wir, Kinder dieses Jahrhunderts, sind heute verwaist.
Unserem steten Mentor für Treue und Freiheit können wir jetzt nur eines sagen, über die Stille hinaus, die uns von nun an trennt: Danke!“

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Im nächsten Video-Fenster können Sie Nikolaus Harnoncourt sehen und hören, wie er 2014 in Salzburg über die drei letzten Mozart-Symphonien spricht.

Besprechung des Salzburger Konzerts mit den drei letzten Mozart-Symphonien auf KlassikInfo

Die unendliche Münchner Konzertsaalposse mit neuer Lachnummer

War der erste Standort doch der beste? Der Münchner Marstall. Foto: KlassikInfo

Die Debatte um Münchens neuen Konzertsaal läuft seit einigen Tagen Gefahr, endgültig der Lächerlichkeit preisgegeben zu werden. Vorstufen dazu gab es bereits zahlreiche. Von absurden Standortvorschlägen angefangen bis hin zur vollkommen verfehlten "Zwillingslösung", die auch gleich noch das gesamte Münchner (klassische) Musikleben demontiert hätte.
Das Maß an Dilettantismus und Ignoranz, das maßgebliche Politiker jeglicher Couleur hier dem staunenden Publikum über Jahre darboten, ist schon beachtlich. Die Krone setzt der schier unendlichen Posse nun ausgerechnet ein Politiker auf, der gar nicht mehr im Amt ist: Wolfgang Heubisch, seinerzeit Kunstminister von der FDP, der erste und womöglich letzte seiner Art in Bayern. [weiter]

Energiespritzen

Eine bemerkenswerte Einspielung der h-Moll-Messe von Bach mit der Gächinger Kantorei Stuttgart und dem Freiburger Barockorchester unter Hans-Christoph Rademann

Dass sich Hans-Christoph Rademann als Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart für seine Debüt-CD Bachs h-Moll-Messe heraussuchte, ist keine Überraschung. Das klangliche Ergebnis allerdings schon. Mit der verschlankten Gächinger Kantorei, dem Freiburger Barockorchester und einem ganz homogenen Solistenensemble gelingt ihm eine so leichtfüßige wie tiefsinnige Interpretation, die Referenzcharakter hat. [CD-Kritik lesen]

Umfrage: Mehrheit für die Paketposthalle als Standort des neuen Münchner Konzertsaals

So könnte sie mal aussehen, die Paketposthalle mit dem Konzertsaal in ihr: ein kulturelles Wahrzeichen der Metropole München von europäischer Ausstrahlung. Simulation: Campo Projektentwicklungsgesellschaft

Ergebnis der KlassikInfo-Leserumfrage: Klare Mehrheit für die Paketposthalle in Laim

(München, 2. Dezember 2015) Eine klare Mehrheit der Leser von KlassikInfo hat sich in einer Online-Umfrage für die Paketposthalle in Laim als Standort für den neuen Münchner Konzertsaal ausgesprochen. Eine knappe Woche konnten die Leser ihr Votum für einen der beiden zur Debatte stehenden Orte, Paketposthalle oder sogenanntes Werksviertel am Ostbahnhof, abgeben. 67% votierten für den Standort im Westen Münchens, nur 32 % für den Ostbahnhof. [weiter]

New York, New York

Gordon Gross/pixelio.de

Laut, schmutzig und mit Gebäuden, vor denen man sich winzig fühlt. Jedes mal fasziniert und erschreckt einen New York. Mit immer neuen Skyscrapern, mit immer weniger Gebäuden aus der Zeit des Art Deco, den 1930er bis 50er Jahren.
Jenen Jahrzehnten, in denen, wie im Fall des Empire State Buildings, die schönsten Wolkenkratzer der Stadt am Hudson in die höhe gezogen wurden. Ruhig, relativ sauber, mit fast schon intimen Quartieren, schicken Boutiquen und kleinen Restaurants sind Williamsburg und Park Slope in Brooklyn.
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Man muss von einem Werk sprechen


(Salzburg, 22. Juli 2014) In Salzburg, wo Nikolaus Harnoncourt gerade die letzten drei Mozart-Symphonien mit dem Concentus Musicus aufgeführt hat (siehe Besprechung unten), stellte er auch die soeben erschienene CD mit den drei Werken vor
. Dabei sprach der Dirigent über die Verbindungen zwischen den drei Symphonien, die für ihn letztlich ein zusammenhängendes Werk bilden. Außerdem über die Vorzüge des von ihm vor 60 Jahren gegründeten Originalklangensembles. [Weiteres Video ansehen]

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