Grammy für Berliner Rundfunkchor

Rundfunkchor Berlin

(Los Angeles, 10. Februar 2008) Der Verband der Organisation der US-Plattenindustrie hat gestern Abend in mehr als 100 Kategorien den begehrten Schallplattenpreis "Grammy" vergeben. In der Klassik-Sparte gab es in der Kategorie beste Choraufnahme eine Auszeichnung für den Berliner Rundfunkchor (Leitung Simon Halsey) und die Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle für eine Live-Aufnahme des Requiems von Johannes Brahms. Die Solisten sind Dorothea Röschmann und Thomas Quasthoff. Die Musiker aus Berlin stachen damit den Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks aus, die mit der Missa Solemnis von Luigi Cherubini unter Leitung von Riccardo Muti nominiert waren.

Zum besten Klassikalbum und zur besten Orchester-Leistung wurde das Album "Made in America" der zeitgenössischen US-Komponistin Joan Tower gekürt, eine Aufnahme mit dem Nashville Symphonieorchester unter der Leitung von Leonard Slatkin. Tower bekam außerdem eine Auszeichnung als beste zeitgenössische Komponistin.

Die amerikanische Mezzosopranistin Lorraine Hunt Lieberson erhielt einen Grammy als beste Sängerin für ihre Aufnahme von Liedern von Peter Lieberson (nach Neruda) mit dem Boston Symphony Orchestra unter James Levine und überrundete damit unter anderem Anna Netrebko und Renée Fleming. Zum besten Instrumentalsolisten wurde der amerikanische Pianist Garrick Ohlsson

Zum besten Instrumentalsolisten wurde der amerikanische Pianist Garrick Ohlsson für seine Aufnahme von Beethoven-Sonaten gewählt. Als bester Instrumentalsolist mit Orchester wurde der Geiger James Ehnes für seine Einspielung der Konzerte von Walton, Barber und Korngold mit dem Vancouver Symphony Orchestra unter Bramwell Tovey ausgezeichnet. Die Opernaufnahme des Jahres ist "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck in einer Produktion mit dem Dirigenten Sir Charles Mackerras. Es spielt das Philharmonia Orchestra, es singen der New London Children's Choir, Rebecca Evans, Jane Henschel und Jennifer Larmore.
Yuri Bashmet und seine Moskau Soloists wurden als bestes Kammerensemble für ihre Einspielung von Werken von Strawinsky und Prokofjew ausgezeichnet.
Zur besten Kammermusikaufnahme wurde das Album "Strange Imaginary Animals Eighth Blackbird" gewählt. Als bestes Cross-over-Album wurde "A Love Supreme: The Legacy Of John Coltrane" des Turtle Island Quartets ausgezeichnet.

Der Jazzmusiker Herbie erhielt für "River: The Joni Letters" die Auszeichnung für das beste Album des Jahres.

In dem Jahr feierte der Preis seinen 50. Geburtstag. Die Klassikpreise werden nicht bei der offiziellen Feier verliehen, sondern nur im Internet bekanntgegeben.
Auch der US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama wurde übirgens ausgezeichnet. Für die Hörbuchfassung seines Buchs «The Audacity of Hope: Thoughts on Reclaiming the American Dream», das in Deutschland unter dem Titel «Hoffnung wagen - Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream» erschien, bekam er den Grammy in der Kategorie «Gesprochenes Wort». Damit besiegte der Senator aus Illinois zwei frühere US-Präsidenten. Bill Clinton und Jimmy Carter waren ebenfalls in dieser Kategorie nominiert. Für Obama ist es bereits der zweite Grammy.