Der italienische Dirigent Daniele Gatti wird neuer Chefdirigent am Opernhaus Zürich. In der heutigen Pressekonferenz (4. Juni) würdigte Opernintendant Alexander Pereira den 1961 geborenen Gatti als einen der profiliertesten Dirigenten seiner Generation. Der Vertrag gilt für die drei kommenden Spielzeiten. In seiner ersten Spielzeit gibt Daniele Gatti mit einem Philharmonischen Konzert und der Neueinstudierung von Richard Strauss´ "Elektra" (Premiere am 23. Januar 2010) in Zürich seinen Einstand als Chefdirigent. Er dirigiert an ca. 10 Abenden. In der zweiten Spielzeit folgen "Falstaff" (Verdi) und "Parsifal" (Wagner), und Gatti wird zwei Philharmonische Konzerte dirigieren. Insgesamt übernimmt er an ca. 20 Abenden die musikalische Leitung.
In der dritten Spielzeit dirigiert Daniele Gatti in Zürich dann drei grosse Neuproduktionen: "Die Meistersinger von Nürnberg" (Wagner), "Otello" (Verdi) und ein drittes Werk, das laut Opernintendant Alexander Pereira "ein Werk sein wird, das in Zürich seine Uraufführung erlebte - mehr wird noch nicht verraten." Daniele Gatti dirigiert ausserdem drei Philharmonische Konzerte. Mit dann insgesamt ca. 30 Abenden am Pult des Orchesters der Oper Zürich wird die Präsenz von Gatti in Zürich ihren Höhepunkt erreichen.
Intendant Alexander Peirera betonte in der Pressekonferenz, dass es "sein grosser Wunsch" gewesen sei, Daniele Gatti, mit dem er seit 2007 in Verhandlungen gestanden habe, ans Haus zu verpflichten, und dass dies nun "ein glücklicher Moment" für ihn sei. Zu einer möglichen Planung über die Spielzeit 2011/2012 hinaus wollte sich Pereira nicht äussern, "das stünde nicht mehr in meiner Zuständigkeit".
Gatti selbst schätzt an Orchester und Chor des Opernhauses Zürich, das er im vergangenen Jahr bei einer Aufführung von Verdis "Requiem" kennen lernte, die "fantastische Atmosphäre und den musikalischen Geist". Das Theater verfüge ausserdem über "die besten Sänger der Welt."
Für ihn sei die vor allem die Zusammenarbeit mit Alexander Pereira und die auf drei Jahre angelegte Position des Chefdirigenten, verbunden mit der Verpflichtung zu sechs Neuproduktionen und sechs Konzerten, ideal. Hier könne er "flexibel arbeiten und das Repertoire dirigieren, das ihm am Herzen liegt".
Der Präsident des Orchestervorstands, Urs Dengler, hält Gatti "für einen der interessantesten Dirigenten" und versichert, dass dieser "nach nur einem Konzert mit überwältigender Mehrheit von Orchester und Chor der Oper Zürich befürwortet" worden sei. Ein solch einstimmiges Votum sei äusserst selten.