Meldungen

Arcis-Vocalisten präsentieren zwei Orfeo-Opern in München

Am Donnerstag, 25. Mai, präsentieren die Arcis-Vocalisten um 19 Uhr Glucks „Orfeo“. Monteverdis „L’Orfeo“ erklingt am selben Ort, ebenfalls um 19 Uhr, am Sonntag, dem 28. Mai. In beiden Konzerten spielt das Barockorchester „L’Arpa festante“ auf alten Instrumenten. Es dirigiert der Leiter der...

Staatsoper Unter den Linden eröffnet am 3. Oktober 2017

Die Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper wird am 3. Oktober 2017 mit einer Musiktheaterpremiere gefeiert. Das haben am heutigen Montag Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, Kultursenator Klaus Lederer, Staatsopernintendant Jürgen Flimm, designierter Staatsopernintendant Matthias Schulz,...

Spannende Quartette beim Ickinger Frühling 2017

Haydn bildet einen Schwerpunkt des diesjährigen Internationalen Streichquartett-Festivals Ickinger Frühling am 6.-7. Mai 2017, zu dem drei hochrangige Quartette eingeladen wurden. Eröffnet wird das Festival am 6. Mai um 16 Uhr mit einem Gesprächskonzert mit dem Cuarteto Quiroga aus Madrid, das sich...

Teodor Currentzis wird Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters

Mit Beginn der Spielzeit 2018/19 wird Teodor Currentzis (45) der erste Chefdirigent des neuen SWR Symphonieorchesters. Er zählt zu den vielseitigsten und interessantesten Dirigenten seiner Generation, dessen Repertoire mit Werken von der Barockzeit bis zur Avantgarde sämtliche Epochen umfasst....

Sopranistin Anna Voshege gewinnt Richard-Strauss-Wettbewerb 2017

Die Sopranistin Anna Voshege ist die Gewinnerin des diesjährigen Richard-Strauss-Gesangswettbewerb in München. Von 78 jungen Sängerinnen und Sängern wurden 16 zum Vorsingen eingeladen, sieben kamen ins Finale. Die 27jährige australisch-deutsche Sängerin überzeugte die Jury mit ihren...

Salam Syria - Festival in Elbphilharmonie widmet sich der Musikkultur Syriens

Bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges gab es in Syrien – von jeher Schmelztiegel unterschiedlicher Religionen und Kulturen – eine lebendige und vielfältige Musikszene. Inzwischen haben über vier Millionen Menschen das Land auf der Flucht vor Terror und Zerstörung verlassen. Das...

Juilliard School mit Online-Kursen

Eine der berühmtesten Musikakademien der Welt, die New Yorker Juilliard School, bietet wieder Online-Kurse für ein weltweites Publikum an. Die Kurse, die in der Rubrik "Open Classroom" gebucht werden können und im Mai und Juni beginnen, stehen jedermann offen, sind aber kostenpflichtig....

Kurt Moll gestorben

Der große Sänger Kurt Moll ist im Alter von 78 Jahren am vergangenen Sonntag gestorben, wie seine Familie mitteilt. Geboren in Buir bei Köln studierte Moll an der Kölner Musikhochschule bevor er seine ersten Engagements in Aachen, Mainz und Wuppertal erhielt. Der internationale Durchbruch gelang...

Chick Corea zu Gast in München

Jazzlegende Chick Corea (75) - einer der bedeutendsten zeitgenössischen Jazz-Pianisten und Komponisten – kommt für einen seiner seltenen Soloabende nach München. Schon in seinen Zwanzigern spielte er in der Band der Jazz-Ikone Miles Davis und wirkte auf dessen Alben "Filles de...

Mehr Menschen in Konzerten als in Fußballstadien

Konzerte und klassische Live-Musik im Theater oder auf Musikfestivals haben vierzig Prozent mehr Besucher als die 1. Bundesliga im Fußballstadion. Das gab die Deutschen Orchestervereinigung (DOV) bekannt. „Ich bin überzeugt, dass wir gerade den Beginn einer Trendwende im Klassikbereich erleben“,...

Präsident des Dt. Bühnenvereins Khuon kritisiert Opernkritik in der "Zeit" als schwulenfeindlich

In einem offenen Brief kritisiert der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Ulrich Khuon, eine Kritik der Oper "Edward II" von Christine Lemke-Matwey in der "Zeit" als diskriminierend und schwulenfeindlich. Hier der Brief im Wortlaut: "Verblüfft und erschrocken lese ich...

Publikumsmagnet Elbphilharmonie: 1 Million Besucher auf der Plaza

Die Elbphilharmonie hat sich in weniger als vier Monaten zu einer der Sehenswürdigkeiten Deutschlands entwickelt. Alle Konzerte der laufenden Spielzeit sind ausverkauft, und auf der Plaza wurde heute die millionste Besucherin begrüßt. 111 Tage sind vergangen, seit am 5. November 2016 – gut zwei...

Das 360-Grad-Orchester - Münchner Philharmoniker präsentieren kommende Saison

Noch dezentraler wolle man agieren, noch mehr Publikum auch jenseits der Abonnenten ansprechen, die internationale Präsenz verstetigen. Das ist die Zielrichtung, die Intendant Paul Müller zusammen mit dem Chefidirigenten Valery Gergiev auch für die nächste und die weiteren Saisons ausgegeben haben....

Bayreuther Festspiele starten Online-Verkauf

Am 12. Februar 2017, 14 Uhr, starten die Bayreuther Festspiele ihren Verkauf von Eintrittskarten für die Bayreuther Festspiele 2017 im Online-Soforterwerbs-Verfahren. Wie schon 2016 werden auch in diesem Jahr für sämtliche Aufführungen der diesjährigen Festspiele Eintrittskarten online...

Musikfest Wien 2017 präsentiert Gesamtwerk von Pierre Boulez

Alle Jahre gibt es zum Abschluss der Wiener Musiksaison im Frühsommer ein Musikfest, das zum ersten Mal 1947 abgehalten wurde. Es findet alternierend im Musikverein und im Konzerthaus statt. In diesem Jahr wurde die Ankündigung getrübt durch die Mitteilung, dass die Wiener Festwochen ihre seit 1953...

Leipziger Bach-Archiv erwirbt Autograph einer Bach-Kantate

Das Leipziger Bach-Archiv hat eine wertvolle Original-Handschrift von Johann Sebastian Bach erworben. Das teilte das Archiv mit. Bei der Handschrift handelt es sich um die Partitur der Kantate "O Ewigkeit, du Donnerwort", mit der Bach am 11. Juni 1724 seinen zweiten Leipziger Jahrgang von...

Liebreich wird Leiter des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen

Mit großer Mehrheit bekannte sich der Gemeinderat der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen in der Sitzung vom 25. Januar klar zur Fortführung des Richard-Strauss-Festivals und zur Erhöhung des Etats. Dirigent Alexander Liebreich wurde zum künstlerischen Leiter des Festivals und Nachfolger von Ks....

Pierre-Laurent Aimard erhält Siemens Musikpreis 2017

Der internationale Ernst von Siemens Musikpreis geht 2017 an den französischen Pianisten Pierre-Laurent Aimard. Die Auszeichnung für ein Leben im Dienste der Musik ist mit 250.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 2. Juni 2017 im Münchner Prinzregententheater statt. Insgesamt vergibt die...

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Schule der Liebenden

Foto: Opera di Roma

Mozarts "Cosi fan tutte" an der Staatsoper Rom, inszeniert von Graham Vick, dirigiert von der römischen Dirigentin Speranza Scapucci

Von Thomas Migge

(Rom, Ende Januar 2017) Eine Schultafel mit der Aufschrift „Cosi fan tutte" und der Untertitel „La scuola degli amanti". Die Tafel wird kurz nach der Ouvertüre hochgezogen und die Handlung kann beginnen. Eine Handlung, die der britische Regisseur Graham Vick in eine moderne Schule, in einen Klassenraum verlegt hat. Eine Entscheidung, die einen guten Teil des traditionellen römischen Publikums so sehr verstört hat, dass der am Ende der Premiere zahllose „Buhs" auf Vick nieder rasseln ließ. Unverdienterweise. Denn Vicks fünfte(!) Cosi-fan-tutte-Inszenierung ist sicherlich eine seiner besten. Selten passen ein Mozart-Libretto und eine zeitgenössische Inszenierung so perfekt zusammen.

Lehrer Don Alfonso hat alle Hände voll zu tun, den beiden verliebten Schülern Ferrando und Guglielmo etwas beizubringen. Man hat den Eindruck in einer antiautoritären Schule zu sein, denn der Lehrer plant den Liebes- und Betrugskomplott mit seinen beiden Schülern während der Unterrichtszeit, um die Treue der beiden Schülerinnen Fiordiligi und Dorabella zu prüfen. Despina hingegen wurde von Vick in die Rolle einer Raumpflegerin gesteckt.

Der einzige deutliche Bruch zwischen der Schulhandlung und der Oper aus dem späten 18. Jh. ist das Verhalten von Ferrando und Guglielmo, die sich wie zwei Radaubrüder aufführen, Graffitti mit den Namen ihrer Freundinnen an die Wände sprühen und ihren Lehrer mit zusammengeknülltem Papier bewerfen. Das kollidiert mit ihrem perfekten Hochitalienisch des Rokoko, das mit ihrem flegelhaften Benehmen nicht recht zusammenpasst. Aber das war auch schon der einzige zu bemängelnde Bruch in dieser gelungenen Inszenierung.

Man hätte für die Besetzung keine besseren Sänger und Darsteller wählen können. Francesca Dotto und Chiara Amaù interpretieren überzeugend die beiden blutjungen, verliebten und verführbaren Frauen Fiordiligi und Dorabella. Vito Prianto als Guglielmo und Ober-Spitzbube sowie Juan Francesco Gatell als Ferrando überzeugen mit ebenso stimmlich und mit ihren Youngster-Darbietungen in Sachen Bewegung und Spiel.

Pietro Spagnoli als Don Alfonso ist ein stimmlicher perfekter und schauspielerisch gelungener Lehrer und Mentor, der die Lektionen der Liebe und der Treue lehrte. Umwerfend die erfahrende Mozartexpertin Monica Bacelli als Despina. Vick läßt sie in schmuddeliger Schürze auftreten, aber sehr lebenserfahren.

Vicks Regie und die Bühnenbilder und Kostüme von Samal Blak wirken im ersten Teil der Oper ungemein überraschend. Dass Mozartopern modern aufgeführt werden ist ja selbst in Rom inzwischen nichts Ungewöhnliches mehr. Aber die Handlung in eine Schule zu verlegen und die beiden jungen Liebespaare zu „verknallten" Youngstern zu machen, das war schon durchaus neu.

Enttäuschend das Dirigat der zwar in Rom geborenen aber zum ersten Mal am römischen Opernhaus dirigierenden Speranza Scapucci. Ihre Leistung war solide, aber auch nicht mehr. Bei Mozart erwartet man sich mehr interpretatorische Frische. Lag es an Scapucci oder am Orchester? Wohl eher nicht am Orchester, das seit einigen Jahren immer wieder beweist, dass es zu besten Italiens gehört, vorausgesetzt ein Dirigent nimmt es tatkräftig an die Hand – siehe den „Tristan“ und Gatti (Besprechung auf KlassikInfo.de)