Meldungen

Staatsoper Unter den Linden eröffnet am 3. Oktober 2017

Die Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper wird am 3. Oktober 2017 mit einer Musiktheaterpremiere gefeiert. Das haben am heutigen Montag Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, Kultursenator Klaus Lederer, Staatsopernintendant Jürgen Flimm, designierter Staatsopernintendant Matthias Schulz,...

Spannende Quartette beim Ickinger Frühling 2017

Haydn bildet einen Schwerpunkt des diesjährigen Internationalen Streichquartett-Festivals Ickinger Frühling am 6.-7. Mai 2017, zu dem drei hochrangige Quartette eingeladen wurden. Eröffnet wird das Festival am 6. Mai um 16 Uhr mit einem Gesprächskonzert mit dem Cuarteto Quiroga aus Madrid, das sich...

Teodor Currentzis wird Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters

Mit Beginn der Spielzeit 2018/19 wird Teodor Currentzis (45) der erste Chefdirigent des neuen SWR Symphonieorchesters. Er zählt zu den vielseitigsten und interessantesten Dirigenten seiner Generation, dessen Repertoire mit Werken von der Barockzeit bis zur Avantgarde sämtliche Epochen umfasst....

Sopranistin Anna Voshege gewinnt Richard-Strauss-Wettbewerb 2017

Die Sopranistin Anna Voshege ist die Gewinnerin des diesjährigen Richard-Strauss-Gesangswettbewerb in München. Von 78 jungen Sängerinnen und Sängern wurden 16 zum Vorsingen eingeladen, sieben kamen ins Finale. Die 27jährige australisch-deutsche Sängerin überzeugte die Jury mit ihren...

Salam Syria - Festival in Elbphilharmonie widmet sich der Musikkultur Syriens

Bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges gab es in Syrien – von jeher Schmelztiegel unterschiedlicher Religionen und Kulturen – eine lebendige und vielfältige Musikszene. Inzwischen haben über vier Millionen Menschen das Land auf der Flucht vor Terror und Zerstörung verlassen. Das...

Juilliard School mit Online-Kursen

Eine der berühmtesten Musikakademien der Welt, die New Yorker Juilliard School, bietet wieder Online-Kurse für ein weltweites Publikum an. Die Kurse, die in der Rubrik "Open Classroom" gebucht werden können und im Mai und Juni beginnen, stehen jedermann offen, sind aber kostenpflichtig....

Kurt Moll gestorben

Der große Sänger Kurt Moll ist im Alter von 78 Jahren am vergangenen Sonntag gestorben, wie seine Familie mitteilt. Geboren in Buir bei Köln studierte Moll an der Kölner Musikhochschule bevor er seine ersten Engagements in Aachen, Mainz und Wuppertal erhielt. Der internationale Durchbruch gelang...

Chick Corea zu Gast in München

Jazzlegende Chick Corea (75) - einer der bedeutendsten zeitgenössischen Jazz-Pianisten und Komponisten – kommt für einen seiner seltenen Soloabende nach München. Schon in seinen Zwanzigern spielte er in der Band der Jazz-Ikone Miles Davis und wirkte auf dessen Alben "Filles de...

Mehr Menschen in Konzerten als in Fußballstadien

Konzerte und klassische Live-Musik im Theater oder auf Musikfestivals haben vierzig Prozent mehr Besucher als die 1. Bundesliga im Fußballstadion. Das gab die Deutschen Orchestervereinigung (DOV) bekannt. „Ich bin überzeugt, dass wir gerade den Beginn einer Trendwende im Klassikbereich erleben“,...

Präsident des Dt. Bühnenvereins Khuon kritisiert Opernkritik in der "Zeit" als schwulenfeindlich

In einem offenen Brief kritisiert der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Ulrich Khuon, eine Kritik der Oper "Edward II" von Christine Lemke-Matwey in der "Zeit" als diskriminierend und schwulenfeindlich. Hier der Brief im Wortlaut: "Verblüfft und erschrocken lese ich...

Publikumsmagnet Elbphilharmonie: 1 Million Besucher auf der Plaza

Die Elbphilharmonie hat sich in weniger als vier Monaten zu einer der Sehenswürdigkeiten Deutschlands entwickelt. Alle Konzerte der laufenden Spielzeit sind ausverkauft, und auf der Plaza wurde heute die millionste Besucherin begrüßt. 111 Tage sind vergangen, seit am 5. November 2016 – gut zwei...

Das 360-Grad-Orchester - Münchner Philharmoniker präsentieren kommende Saison

Noch dezentraler wolle man agieren, noch mehr Publikum auch jenseits der Abonnenten ansprechen, die internationale Präsenz verstetigen. Das ist die Zielrichtung, die Intendant Paul Müller zusammen mit dem Chefidirigenten Valery Gergiev auch für die nächste und die weiteren Saisons ausgegeben haben....

Bayreuther Festspiele starten Online-Verkauf

Am 12. Februar 2017, 14 Uhr, starten die Bayreuther Festspiele ihren Verkauf von Eintrittskarten für die Bayreuther Festspiele 2017 im Online-Soforterwerbs-Verfahren. Wie schon 2016 werden auch in diesem Jahr für sämtliche Aufführungen der diesjährigen Festspiele Eintrittskarten online...

Musikfest Wien 2017 präsentiert Gesamtwerk von Pierre Boulez

Alle Jahre gibt es zum Abschluss der Wiener Musiksaison im Frühsommer ein Musikfest, das zum ersten Mal 1947 abgehalten wurde. Es findet alternierend im Musikverein und im Konzerthaus statt. In diesem Jahr wurde die Ankündigung getrübt durch die Mitteilung, dass die Wiener Festwochen ihre seit 1953...

Leipziger Bach-Archiv erwirbt Autograph einer Bach-Kantate

Das Leipziger Bach-Archiv hat eine wertvolle Original-Handschrift von Johann Sebastian Bach erworben. Das teilte das Archiv mit. Bei der Handschrift handelt es sich um die Partitur der Kantate "O Ewigkeit, du Donnerwort", mit der Bach am 11. Juni 1724 seinen zweiten Leipziger Jahrgang von...

Liebreich wird Leiter des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen

Mit großer Mehrheit bekannte sich der Gemeinderat der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen in der Sitzung vom 25. Januar klar zur Fortführung des Richard-Strauss-Festivals und zur Erhöhung des Etats. Dirigent Alexander Liebreich wurde zum künstlerischen Leiter des Festivals und Nachfolger von Ks....

Pierre-Laurent Aimard erhält Siemens Musikpreis 2017

Der internationale Ernst von Siemens Musikpreis geht 2017 an den französischen Pianisten Pierre-Laurent Aimard. Die Auszeichnung für ein Leben im Dienste der Musik ist mit 250.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 2. Juni 2017 im Münchner Prinzregententheater statt. Insgesamt vergibt die...

Komponisten protestieren gegen Arte wegen Streichung der Rihm-Uraufführung aus dem Konzert der Eröffnung der Elbphilarmonie

In einem offenen Brief der Bayerischen Akademie der Schönen Künste protestieren zahlreiche Musiker, Komponisten und andere Personen des Kulturlebens dagegen, dass das Werk „Reminiszenz“ von Wolfgang Rihm, das dieser für die Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie komponiert hat, bei der...

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Lust und Verstand

Riccardo Chailly und Daniil Trifonov Foto: manolo press

Der Scala-Chef Riccardo Chailly dirigiert zur Saisoneröffnung im Festspielhaus Baden-Baden die Filarmonica della Scala mit einem Schumann-Programm, Daniil Trifonov spielt das Klavierkonzert

Von Georg Rudiger

(Baden-Baden, 30. September 2016) Die Italiener entdecken Robert Schumann. Nachdem vor ein paar Jahren Antonio Pappano mit seiner römischen Accademia Nazionale di Santa Cecilia mit einem reinen Schumann-Programm auf Europatournee war, widmete sich nun auch Riccardo Chailly mit der Filarmonica della Scala dem Komponisten. Als Dirigent des Leipziger Gewandhausorchesters hat er bereits eine Gesamtaufnahme der vier Symphonien vorgelegt. Zur Saisoneröffnung im Festspielhaus Baden-Baden zeigt Chailly lichte, durchsichtige Interpretationen, die immer wieder mit italienischem Temperament befeuert werden.

Mit Daniil Trifonov sitzt für das Klavierkonzert zudem einer der interessantesten Pianisten der Gegenwart am Flügel, dessen große internationale Karriere im Festspielhaus seit seinem ersten Auftritt 2011 zu verfolgen war. In dieser Saison kehrt er noch zweimal als Solist (21.7.) und Kammermusikpartner (5.6.) zurück. Trifonovs Klavierspiel ist spektakulär einfach. Seine Arpeggien sind bis ins Detail ausmodelliert, jeder melodischen Linie verleiht er eine sprechende Phrasierung. Die dynamischen Abstufungen beglücken. Leider hat Trifonov mit dem Orchester der Mailänder Scala keinen Dialogpartner auf Augenhöhe. Dies wäre aber besonders wichtig für Schumanns Klavierkonzert, in dem die Solistenpartie ganz eng mit der Orchesterpartitur verwoben ist. Schon zu Beginn wackelt das sehnsüchtige Thema in der Oboe, um erst bei der Wiederholung durch den russischen Pianisten veredelt zu werden. Die Balance in den Holzbläsern ist insgesamt unausgewogen. Vor allem die erste Klarinette drängt sich immer wieder mit sprödem Klang in den Vordergrund.

Trifonov gestaltet jedes Detail. Er kann sich auch mal über die Vorgaben des Komponisten hinwegsetzen, wenn er wie im Intermezzo das schüchterne Anfangsmotiv erst im Legato und danach im Staccato spielt. Seine Differenzierungen sind jedoch kein eitler Selbstzweck, sondern aus der Werkstruktur heraus entwickelt. Hier spürt man den Komponisten in ihm. Das Rondo hat genau die Verrücktheit, die es braucht. Die ständigen Wechsel zwischen Ausbruch und Zurücknahme, zwischen Spannen und Loslassen – Trifonov zelebriert sie mit Lust und Verstand. Da fällt es auch nicht ins Gewicht, dass der immer wiederkehrende fanfarenhafte Auftakt im Klavier und im Tutti ein wenig ausfranst. Die heiklen rhythmischen Verschiebungen gestalten die Akteure mit spielerischer Eleganz. Und sie entwickeln eine Sogwirkung, von der man sich gerne mitreißen lässt. Beim begeisterten Publikum bedankt sich der Pianist mit dem Präludium und der Fuge in D-Dur aus Dmitri Schostakowitschs Opus 87: schlicht und geradlinig.

Begonnen hatte der Abend weniger glanzvoll mit Schumanns Manfred-Ouvertüre, die in vielen Details klapperte. Umso überraschender, dass die Filharmonica della Scala nach der Pause bei der zweiten Symphonie in C-Dur op. 61 nicht nur eine Schippe drauflegt, sondern hier besonders in den Streichern große Homogenität erzielte. Kleinere Probleme bei den Bläsern waren zu vernachlässigen. Chailly ist nah beim Orchester, wendet sich immer wieder einzelnen Streichergruppen zu, um eine Phrasierung gestisch zu unterstützen. Der Streicherklang ist sehnig und flexibel. Trotz des schnellen Tempos verlieren die Streicher im Scherzo nichts von ihrer guten Artikulation. Das Adagio espressivo wird zu einem großen, tief empfundenen Schmerz. Das Finale, in dem Schumann in den Punktierungen Bezug nimmt auf Felix Mendelssohns dreizehn Jahre zuvor uraufgeführte „Italienische Symphonie“, verbindet südländische Leidenschaft mit Leichtigkeit und Esprit. Mendelssohn hatte damals die Uraufführung von Schumanns 2. Symphonie in Leipzig dirigiert. Wenn nun in Baden-Baden ein italienisches Orchester dieses Werk interpretiert, dann schließt sich gewissermaßen der Kreis.