CD-Rezension

Annette Dasch
Armida

Arien von C.W. Gluck, Händel und Joseph Haydn
Annette Dasch, Sopran
Bayerische Kammerphilharmonie,
Dirigent: David Syrus

Sony Classical, 1 CD

Das nennt man gutes Timing: Soeben hat Annette Dasch in Salzburg als Haynds Zauberin Armida brilliert, da steht beim Händler schon ihre erste Recital-CD bereit. Womit? Natürlich mit Arien aus Armida-Opern. Die Zauberinnen-Geschichte hatte es den Komponisten offenbar ordentlich angetan; in Frankreich galt der Stoff sogar als sakrosankt und Gluck zeigte nicht wenig Mut, als er sich entschloss, den von Lully gleichsam kanonisierten Stoff in seine neue Musiksprache zu übertragen. Von der Gluck-Oper zehrt diese CD besonders. In seiner betont empfindsamen Sicht der Zauberinnen-Seele kann Dasch mit ihrem präsenten und hellen Sopran eine sensible Kunst entfalten: besser könnte Glucks Absicht, eine unmittelbar auf das Gefühl wirkende Musik zu schaffen, nicht zur Geltung kommen. Insgesamt begegnet man einem sehr energischen, biegsamen Sopran, der Freude an den Ausbrüchen zeigt, die alle Komponisten ihres liebestollen Zauberin zugedacht haben. Sehr frisch das alles, auch, wie die Bayerische Kammerphilharmonie aufspielt. Aus der Haydn-Armida sind zwei Arien auf der CD. Dasch zeigt darin die lyrisch-expressive Seite des Komponisten und ziseliert genau die Koloraturen, die Haydn mit auffallendem Geschmack gesetzt hat. Da wundert man sich doch, wie der Opernkomponist Haydn immer noch unter seinem Wert gehandelt wird.

Laszlo Molnar

 

 

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