Dorothee Oberlinger demonstriert mit Telemann, was im "flauto dolce" stecken kann
Dorothee Oberlinger. Ensemble 1700
Telemann
deutsche harmonia mundi/sonymusic, 1CD
Die aus Aachen stammende Blockflötistin Dorothee Oberlinger positioniert sich mehr und mehr als einer der Stars ihres Instruments. Sie ist Professorin an der Universität Mozarteum in Salzburg und Leiterin des dortigen Instituts für Alte Musik. Ihre neue CD bei "harmonia mundi" ist ganz Georg Philipp Telemann gewidmet, einem Komponisten, der die Blockflöte und ihr Potenzial für Virtuosität besonders hoch schätzte. Oberlinger arbeitet mit den Musikern des "Ensemble 1700" rund um den Gambisten Vittorio Ghielmi zusammen und präsentiert Kammermusikwerke, in denen die Blockflöte im Zentrum steht.
Hier wird ein bewunderungswürdiges Maß an Virtuosität, musikalischer Inspiration und Raffinesse der Darstellung geboten. Telemanns "polyglotte" Musik macht die Einflüsse aus Polen, Italien und Frankreich hörbar. Sie will die Würde der Komposition vermitteln, die Erhabenheit der Musik. Oberlingers Spiel kommt dem sehr entgegen. Ihre Virtuosität, bei gleichzeitig schärfstem musikalischem Verständnis, erscheint grenzenlos. Das Ergebnis ist beeindruckend und gibt ein ungemein farbiges Bild von der Vielfalt der Stile und Ideen, die Telemann in seinen Kompositionen quasi wie in einem Experiment ausprobierte.
Laszlo Molnar